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Der „Posten 10“ bei Penzberg-Steigenberg soll auch Schranken bekommen – allerdings startet der Umbau erst im Frühjahr 2019.

Kochelseebahn

Kochelseebahn - darum fahren zwei Wochen lang Busse statt Züge

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Auf der Kochelseebahn geht ab Montag, 30. Juli, nichts mehr. Bis 10. August fahren zwischen Tutzing, Penzberg und Kochel Busse. Die Bahn rüstet die Strecke weiter auf neue Technik um. Auch Bahnübergänge werden umgebaut.

Penzberg/Iffeldorf – Die Deutsche Bahn setzt die 2017 begonnene Modernisierung auf der Kochelseebahn in den ersten zwei Ferienwochen fort. Für die Arbeiten muss die Strecke zwischen Tutzing und Kochel erneut gesperrt werden. Von Montag, 30. Juli, ab 4 Uhr bis Freitag, 10. August, zum Betriebsschluss werden alle Regionalzüge durch Busse ersetzt, teilt das Unternehmen mit.

Laut Bahn kommen die Busse bis zu 15 Minuten später als die üblichen Zugverbindungen in Penzberg beziehungsweise bis zu 30 Minuten später in Kochel an. Zudem starten die Busse in Kochel bis zu 28 Minuten früher. Die Haltestellen liegen „nicht immer direkt an den Bahnhöfen“, heißt es. Und Fahrräder könnten nur bedingt mitgenommen werden.

Pendler und Reisende mussten bereits im vergangenen Sommer sechs Wochen lang auf RVO-Busse umsteigen. Hintergrund ist, dass der Konzern die Strecke technisch auf Vordermann bringt. Gesteuert wird alles vom neuen Stellwerk in Weilheim aus, am 11. November soll die moderne Stellwerkstechnik auf der Kochelseebahn in Betrieb genommen werden. „Mehr als 20 Millionen Euro“ investiert die Bahn nach eigener Aussage. Bereits fertiggestellt sind laut Bahn die neuen Kabelkanäle mit Glasfaser-Datenkabeln. „Jetzt werden neue Rechnerschalthäuser an den Bahnhöfen aufgestellt und alte Formsignale gegen Lichtsignale ausgetauscht“, heißt es. Die Bahn nutzt die Gleissperrung, um gleich mehrere Bauprojekte zu bündeln. Die lärmintensiven Arbeiten sollen „so weit möglich“ tagsüber erfolgen.

Ende Juli beginnen die Arbeiten am Bahnübergang in Iffeldorf-Untereurach. Es ist ein größeres Vorhaben: Dort gibt es nicht nur eine neue Technik, auch der Fußweg wird verbreitert und ein Fußgänger-Übergang im Bereich der Bushaltestelle über die Gleise gebaut. Damit nennt das Unternehmen erstmals einen konkreten Zeitplan. Noch im Juni hatte ein Sprecher gegenüber der Heimatzeitung bestätigt, dass bei einer ersten Ausschreibung zu teure Angebote eingegangen waren, was eine zweite Suche nach Firmen nötig machte. Fast 800 000 Euro an Kosten stehen im Raum, die Gemeinde beteiligt sich mit Straßenarbeiten bis zu rund 18 000 Euro. Bürgermeister Hubert Kroiß hatte befürchtet, dass sich der Baubeginn noch weiter nach hinten verschiebt.

Ab August rücken die Bautrupps an den Bahnübergängen an der Penzberger Bahnhofstraße sowie in Seeshaupt an der dortigen Bahnhofstraße an. An beiden Standorten wird aber lediglich die Technik erneuert.

Im September und Oktober stehen am Bahnübergang Falak in Bichl neben der Technik noch umfangreiche Umbauten an: Die Straße wird verbreitert, ein Bürgersteig angelegt und eine Fußgängerschranke installiert. Während der Streckensperrung wird am Haltepunkt Bernried der Bahnsteig abgebrochen und durch einen barrierefreien Zugang ersetzt. In Benediktbeuern wird die Brücke am Mondscheinweg erneuert.

Im Zuge der Streckenmodernisierung verliert Penzberg einen Service: Die Bahn hat der Stadt mitgeteilt, dass der Fahrdienstleiter am Bahnhof zum 11. November abgezogen wird. Bahnkunden können sich keine Tickets mehr am Schalter kaufen. Sie müssen sich am Fahrkartenautomaten bedienen – was älteren Menschen Probleme bereitet, wie der Seniorenbeirat stets anmahnte.

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