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Der Anteil von erneuerbaren Energien (hier Solarmodule) liegt in Penzberg unter dem Bayern - Schnitt.

Einsparungen von Kohlendioxid

Penzberg verfehlt Klimaschutz-Ziel

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40 Prozent Kohlendioxid will Penzberg innerhalb von elf Jahren einsparen. Das ist das Klimaschutzziel bis 2020. Klar ist aber jetzt schon: Dieses Ziel wird himmelweit verfehlt. Der Ausstoß erhöht sich sogar. Das zeigt eine Zwischenbilanz.

Penzberg – Die sportlichen 40 Prozent an CO2-Einsparung hatte die Stadt Penzberg in ihrem Klimaschutz- und Energiekonzept festgelegt. So wurde es im Jahr 2011 niedergeschrieben. „Wir setzen uns selbst unter Druck“, hieß es damals. Das Ziel war, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009 zu senken – also in einem Zeitraum von elf Jahren. Als zweites fernes Ziel wurde festgelegt, bis zum Jahr 2035 eine energieautarke Kommune zu sein. Das heißt: mindestens genauso viel Energie regenerativ zu produzieren wie verbraucht wird.

Eine Zwischenbilanz legte nun der Klimaschutzbeauftragte Patrick Jähnichen vor. Das Ziel, gab er zu, sei wegen des ansteigenden Energiebedarfs in Penzberg „kaum zu erreichen“. Das hat ihm zufolge vor allem damit zu tun, dass Penzberg wächst, sowohl was die Einwohner betrifft als auch die Wirtschaft. Um laut Jähnichen noch Aussichten auf Erfolg zu haben, müssten die Einspar-Werte auf die Einwohnerzahl umgerechnet werden.

Als Beispiele nannte der Klimabeauftragte, dass der Strombedarf in Penzberg um vier Prozent gesunken sei, bei den kommunalen Einrichtungen immerhin um 17,4 Prozent. Der Wärmebedarf sei dagegen um 14,9 Prozent nach oben gegangen. Bei den kommunalen Liegenschaften war er stabil. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostrombedarf liegt laut Jähnichen mit 20 Prozent weit unter dem bayernweiten Schnitt von knapp 40 Prozent. Vom gesamten Kohlendioxid-Ausstoß in Penzberg entfallen nach der Bilanz nur zwei Prozent auf die städtischen Gebäude und 14 Prozent auf die Privathaushalte, aber 84 Prozent auf Industrie und Gewerbe samt Lkw-Verkehr. Jähnichen errechnete für das Jahr 2015 einen Ausstoß von fast 215 000 Tonnen CO2. Im Jahr 2009 sollen es etwas über 153 000 Tonnen gewesen sein. Es ist also deutlich mehr geworden.

Bei Industrie und Gewerbe sowie im Wärmebereich sieht Jähnichen noch sehr hohe Einsparpotenziale für Energie und CO2. Im Wärmebereich würden regenerative Energien nur im geringen Umfang eingesetzt, dies vorwiegend bei Privathaushalten und kleinen bis mittelständischen Betrieben. Allerdings hakt der Vergleich in der Zwischenbilanz, wie Jähnichen selbst warnte: Ihm zufolge ist die alte Datengrundlage für die Zahlen von 2009 unklar, was einen Vergleich mit 2015, dem Jahr der Zwischenbilanz-Werte, unseriös macht.

„Es ist ernüchternd, dass es wenig Fortschritte gibt“, sagte Dr. Kerstin Engel (Grüne) in der jüngsten Stadtratssitzung. Penzberg sei unter den Kommunen damit aber nicht allein. „Das geht hinauf bis auf Bundesebene.“ Penzberg und auch Roche wachse, und das bedeute erhöhten Energiebedarf. Weil die Stadt nur begrenzten Einfluss auf Bürger und Gewerbe habe, warb Engel dafür, die Gangart bei den städtischen Gebäuden und Einrichtungen zu erhöhen – etwa bei „Energieschleudern“ wie der Bürgermeister-Prandl-Schule und der Aussegnungshalle am Friedhof. Ein „bisserl ernüchtert“ zeigte sich auch Markus Kleinen (SPD). Er schlug eine Prioritätenliste für die städtischen Liegenschaften vor.

Untätig war die Stadt bisher allerdings nicht – Jähnichen legte dazu einen Überblick vor. Darin beschreibt er das Wärme- und das Solarpotenzialkataster, die Beteiligung am regionalen Ökostromversorger „17er Oberlandenergie“, die Heizanalyse an der Bürgermeister-Prandl-Schule, die Energieberatung, die LED-Straßenleuchten sowie Photovoltaikanlagen auf verschiedenen städtischen Gebäuden. Stark bemerkbar habe sich die energetische Sanierung des Kindergartens am Daserweg gemacht. Eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs würde laut Jähnichen auch die Sanierung oder der Neubau des Hallenbads bringen. Ein „sehr großes Potenzial“ sieht er ebenso bei der Bürgermeiser-Prandl-Schule.

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