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Aufstellungsversammlung bei „Penzberg miteinander“.

Kommunalwahl 2020

SPD-Austritt: Ute Frohwein-Sendl zieht Konsequenz aus Kandidatur für „Penzberg miteinander“

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Stadtratsmitglied Ute Frohwein-Sendl hat die Konsequenz aus ihrer Kandidatur für die Gruppe „Penzberg miteinander“ gezogen. Sie ist aus der SPD ausgetreten und wird wohl auch deren Stadtratsfraktion verlassen.

Penzberg – Ute Frohwein-Sendls Kandidatur für die neue Wählergruppe „Penzberg miteinander“ von Markus Bocksberger gehörte, wie berichtet, am Montag zu den Überraschungen des Abends. Sie wurde auf Listenplatz 8 für die Stadtratswahl im März 2020 gewählt. Im Anschluss sagte sie auf Nachfrage, sie werde mit SPD und Fraktion die sich daraus ergebenden Fragen klären.

Nun herrscht Klarheit. Ute Frohwein-Sendl hat ihren Austritt aus der SPD erklärt, wie Vorsitzender Bayram Yerli am Mittwoch bestätigte. Ein Schritt, der unausweichlich war: Nach dem Statut der Bundes-SPD ist eine Mitgliedschaft unvereinbar mit der Kandidatur für eine andere Partei oder Wählervereinigung. Außerdem wird Ute Frohwein-Sendl wohl bei der nächsten Stadtratssitzung nicht mehr der SPD-Fraktion angehören. Sie wäre dann fraktionsloses Stadtratsmitglied, genauso wie Markus Bocksberger, Spitzenkandidat von „Penzberg miteinander“. Er war vor einem Jahr aus Unzufriedenheit mit Bürgermeisterin Elke Zehetner – dieser Beweggrund wird auch Ute Frohwein-Sendl nachgesagt – aus der SPD-Fraktion ausgetreten.

SPD-Austritt: Ute Frohwein Sendl ist AWO-Chefin und seit 2012 im Stadtrat

Ute Frohwein-Sendl gehört dem Penzberger Stadtrat seit 2012 an. Der SPD trat sie vor zwölf Jahren bei. Von 2009 bis 2013 war sie Beisitzerin im SPD-Vorstand. Die Sozialpädagogin, die in der Jugendsozialarbeit an der Penzberger Mittelschule arbeitet, ist Vorsitzende der Penzberger Arbeiterwohlfahrt und Vizevorsitzende im AWO-Kreisverband.

Ute Frohwein-Sendl wollte am Mittwoch auf Nachfrage ihren Wechsel „nicht so hoch hängen“. „Die SPD ist meine Partei, aber wenn es nicht anders geht, muss man einen anderen Weg wählen.“ Sie ändere damit nicht ihre politische Einstellung. Den Austritt habe sie am Dienstagmorgen erklärt. Zum Sitz in der SPD-Fraktion sagte sie, sie wolle der Fraktionssitzung nicht vorgreifen. „Ich sehe das ganz entspannt.“ Sie hoffe, dass man einen „guten Weg für die letzten Sitzungen“ findet.

 „Ausschlaggebend war, das bestimmte Dinge nicht auf den Weg gebracht wurden“

Ausschlaggebend für den Wechsel sei, „dass bestimmte Dinge nicht auf den Weg gebracht wurden“, sagte Frohwein-Sendl. Als ein Beispiel nannte sie den Antrag für einen Soccer-Platz an der Mittelschule, den sie 2017 im Rathaus eingereicht habe. „Seitdem liegt er da.“ Den Kontakt zu „Penzberg miteinander“ knüpfte sie, als sich die Wählergruppe vor vier Wochen öffentlich vorstellte. „Ich habe mir das damals angeschaut und gedacht, das klingt ganz vernünftig.“

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SPD bedauert Austritt - Gespräch in der Fraktion

SPD-Chef Bayram Yerli sagte, er bedauere ihren Austritt. Es sei schade, sie als Mitglied zu verlieren. „Aber es ist ihre Entscheidung.“ SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber sagte, die Fraktion werde sich über ihre Fraktionszugehörigkeit – eine Parteimitgliedschaft ist da nicht zwingend – Gedanken machen. Er selbst hält eine weitere Zusammenarbeit für schwierig, da auch strategische Dinge besprochen werden. Er gehe davon aus, dass Ute Frohwein-Sendl die Fraktion verlässt. Leinweber wurde am Montag zwar nicht überrascht von Frohwein-Sendls Kandidatur für „Penzberg miteinander“ („Sie hat mir das sehr früh kommuniziert, das ehrt sie“). Er wisse auch, „dass sie unglücklich in der Fraktion war, das war spürbar, seit ihr Mann eine andere Aufgabe in der Stadtverwaltung bekommen hat“. Dennoch wundert ihn der SPD-Austritt, anderseits sei er aber nur konsequent. Und mit Blick auf die SPD-Aufstellungskonferenz am 24. Oktober fügte er an: „Sie hätte bei uns sicher einen besseren Platz bekommen.“

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Und: SPD nominiert Amtsinhaberin Elke Zehetner - mit rotem Parteibuch

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