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Frust und Angst: Bereits Anfang Dezember machten rund 200 Beschäftigte von „Hörmann Automotive Penzberg“ (HAP) auf dem Rathausplatz ihrem Ärger Luft und demonstrierten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Konzern bleibt Konzept schuldig

HAP: Zukunft des Betriebs in Penzberg weiter ungewiss

Die Hoffnung war groß. Und sie wurde enttäuscht: Bei der für Donnerstag geplanten Betriebsversammlung bei HAP legte der Konzern nicht das versprochene Zukunftskonzept für den Penzberger Betrieb vor. Damit ist der Fortbestand hunderter Arbeitsplätze weiter ungewiss.

Penzberg„Ein realistisches und finanziell tragfähiges Zukunftskonzept“ wollte die Hörmann Holding den über 600 Stamm-Mitarbeitern am Donnerstag in der Versammlung in der Kantine des Penzberger Werks präsentieren. Das versprach der Konzern Ende November. Ziel sei es, „den Fortbestand des Penzberger Werks zu sichern“.

Doch die Versammlung fand nun nicht wie geplant statt. Das teilt Daniela Fischer auf Nachfrage mit. „Es wurde nichts vorgestellt“, so die erste Bevollmächtigte der IG Metall Weilheim. Die ursprünglich anberaumte ganztägige Betriebsversammlung sei kurzfristig in eine außerplanmäßige Betriebsversammlung umgewandelt worden, nachdem der Konzern bereits zu Wochenbeginn angekündigt hatte, nun doch kein Konzept vorlegen zu wollen. „Sie sagen, es ist noch nicht fertig“, so Fischer. Darüber sei die Belegschaft am Donnerstag informiert worden. Wie Fischer sagt, seien rund 250 Mitarbeiter zur Versammlung in die Werkskantine gekommen. „Es war rappelvoll.“ Vertreter der Hörmann Holding seien keine anwesend gewesen.

Nachdem das versprochene Konzept ausblieb, sei die Stimmung unter der Belegschaft schlecht. „Da ist jetzt ein großer Frust da bei den Leuten. Sie sind sauer“, so Fischer. Viele quäle die Angst um ihren Arbeitsplatz.

Die IG Metall ihrerseits sieht die Vorgehensweise des Konzerns ambivalent. „Wir glauben dem Arbeitgeber erst mal“, sagt Fischer. Die Gewerkschaft werde deshalb nun erst einmal abwarten und hoffen, dass das versprochene Zukunftskonzept doch noch vorgelegt werde. „Wir wollen kein Tischtuch zerschneiden.“ Ein bisschen vermute man aber auch eine wohl kalkulierte „Hinhaltetaktik“ hinter dem Vorgehen des Konzerns. „Damit er seine Aufträge in Ruhe erledigen kann“, so Fischer. Bis Mitte Januar erwarte man das versprochene Konzept. „Sonst glauben wir, dass alles nur Hinhaltetaktik war.“

Ganz so schnell möchte die Holding ihre künftige Planung allerdings nicht präsentieren. „Das Zukunftskonzept soll spätestens bis Ende Januar fertiggestellt und an die Belegschaft kommuniziert werden“, teilt eine Konzern-Sprecherin auf Nachfrage schriftlich mit. Als Grund für die Verzögerung führt sie das derzeitig „sehr dynamische Marktumfeld“ an, „in dem das zukünftige Auftragsvolumen für das Werk in Penzberg nahezu monatlich neu verteilt wird“.

Verlust weiterer Aufträge

Diese Marktdynamik habe einen wesentlichen Einfluss auf die Erarbeitung eines nachhaltigen und umsetzbaren Zukunftskonzepts. „Da sich gerade in den letzten Tagen und Wochen wesentliche Randbedingungen durch den Verlust von weiteren Aufträgen verändert haben, sehen wir uns gezwungen, das Zukunftskonzept erneut anzupassen.“ Konkretere Aussagen dazu wollte die Sprecherin keine machen. Ziel sei es weiterhin „möglichst viele Arbeitsplätze in Penzberg zu erhalten und hierfür tragfähige und machbare Wege zu erarbeiten“.

Franziska Seliger

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