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„Wir müssen Liebe verteilen“: Norisha Campbell am Sonntag mit ihr en fabelhaften Musikern Jan Eschke, Harald Scharf, Stephan Staudt und Michael Vochezer (v.l.) in Penzberg. 

Konzert in der Martin-Luther-Kirche

150 Zuhörer von Norisha beseelt

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Soulsängerin Norisha begeisterte das Publikum in der Penzberger Martin-Luther-Kirche. Sie bewies, dass sie mehr ist als der  „Voice of Germany-Star“.

Penzberg – Was hätte nicht alles schiefgehen können, seit die Sängerin Norisha Campbell im Jahr 2013 durch die TV-Castingshow „The Voice of Germany“ bekannt wurde. Sie hätte ein Fall für fiese, miese Promi-Produzenten werden können, ein austauschbares Popsternchen, dem man huschhusch einen 08/15-Hit auf den Leib schreibt und das danach keinen mehr interessiert...

Doch die ehemalige Profivolleyballerin, die in Florida aufgewachsen ist, mit dem US-Nationalteam 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teilnahm und heute als Musikerin (und Mutter) in München lebt, hatte Glück: Sie landete nicht bei prominenten Seelenverkäufern, machte nicht die schnelle Karriere als Sängerin, sondern ging schön langsam ihren eigenen Weg. Wie inspirierend dieser ist, war am Sonntagabend beim Konzert von „Norisha“ – so heißt auch ihre fabelhafte Band – in der randvoll besetzten Martin-Luther-Kirche in Penzberg zu erleben. Rund 150 Besucher waren dort restlos verzückt von Norishas Soul – und ihrer charmanten Ausstrahlung.

Zwar wird sie im Werbematerial als „Voice of Germany-Star“ angekündigt, doch der Auftritt der 37-Jährigen ist nicht glamourös. Sie zieht die Schuhe aus, ehe sie auf ihrem kleinen Teppich loslegt. Und dass sie stets barfuß singt, darf man ruhig als Sinnbild nehmen für diese Künstlerin, die Sehnsucht nach Himmel in sich trägt und zugleich im besten Sinne geerdet wirkt: Da gibt’s kein Brimborium, kein Showgeglitzer, sondern „einfach nur“ Musik, die von Herzen kommt und zu Herzen geht.

Dafür hat sie die perfekten Begleiter im Rücken: Harald Scharf (Kontrabass), Michael Vochezer (Gitarre), Stephan Staudt (Schlagzeug) und der Huglfinger Pianist Jan Eschke gehören nicht nur zu den versiertesten, sondern auch zu den sympathischsten Jazz- und Soulmusikern der bayerischen Szene. Sie musizieren kreativ und groovig, genial auf den Punkt und spürbar begeistert, ohne je in den Vordergrund zu streben.

Bassist Scharf ist Komponist und Arrangeur von „Norisha“, er schrieb berührende, mitreißende, nie banale Musik zu den aus dem Leben schöpfenden Texten der Sängerin. Die Beschreibung „Feinster Soul & Modern Gospel“ trifft es perfekt – und schließt auch eine Botschaft ein. „Stand for love“ heißt die zweite Zugabe, nachdem „Norisha“ schon zweimal stehende Ovationen geerntet hat. „Wir müssen Liebe verteilen“, erklärt die Sängerin, nur das könne den Hass in der Welt besiegen. Wie das geht – und wirkt –, hat sie in Penzberg gezeigt.

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