+
Ein möglicher Kreisel an der Bichler Straße soll die „Straße des 28. April 194 5“ nicht miteinbeziehen. 

Überlegungen laufen seit 2011

Kreisel-Pläne in Penzberg wieder auf dem Prüfstand

  • schließen

Unübersichtlich und staugefährdet: Der Kreuzungsbereich der Karlstraße mit der Bichler Straße auf Höhe des „Rewe“-Marktes gilt seit Jahren als Nadelöhr in Penzberg. Überlegungen zum Bau eines Kreisverkehrs laufen schon seit 2011. Nun könnten sie der Corona-Pandemie zum Opfer fallen.

Penzberg – Eine Machbarkeitsstudie zum Bau eines Kreisels an der Bichler Straße liegt bereits seit September 2018 vor. Schon damals gab es aber Einwände. Diese zielten unter anderem auch darauf ab, dass die „Straße des 28. April 1945“ nicht an den Kreisel angebunden werden sollte (wir berichteten).

Mittlerweile wurde eine mögliche Anbindung dieser Straße durch das beauftragte Planungsbüro PBU aus Kempten geprüft. Das Ergebnis erläuterte Justus Klement in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Wie der Stadtbaumeister ausführte, müsste die Straße im Falle ihrer Anbindung an den Kreisel in einem Schwenk auf diesen zugeführt werden, damit sie zum einen möglichst senkrecht auf den Kreisel treffe und zum anderen nur so alle vier vom Kreisel abgehenden Straßen in etwa den gleichen Abstand zueinander hätten. Beides seien bauliche Anforderungen, die erfüllt werden müssten. Allerdings müsste die „Straße des 28. April 1945“ dafür in Teilbereichen auf Privatgrund verlegt werden. 

Lesen Sie auch: Berghalde in Penzberg soll attraktiver werden

Mit dem Eigentümer der Fläche sei bereits mehrfach Kontakt aufgenommen worden. Bis heute habe die Stadt aber keine Rückmeldung erhalten, sagte Klement. Auch mit dem Nutzer des Areals, dem „Rewe“-Markt, habe man Kontakt aufgenommen. Von dessen Seite sei „keinerlei Euphorie oder Interesse“ an einer Straßenverlegung geäußert worden, so Klement – kein Wunder, würde die neue Straße doch über Teile der jetzigen Supermarkt-Parkfläche verlaufen.

Für den Nutzer seien die für die Straßenverlegung erforderlichen Grundstücksabtretungen deshalb nicht denkbar, so Klement. Auch für die städtischen Grundstücke wäre eine Verlegung der Straße nachteilig – unter anderem deshalb, weil die öffentlichen Parkflächen in dem Bereich nach den erforderlichen Umbaumaßnahmen nicht mehr effektiv nutzbar wären.

Doch einen Kreisel zu bauen und die „Straße des 28. April 1945“ nicht mit einzubeziehen, mache für seine Fraktion „keinen Sinn“, sagte Armin Jabs (BfP). André Anderl (FLP) regte an, über den Bau von zwei Kreiseln an dieser Stelle nachzudenken: einen für die Karlstraße und die Bichler Straße und einen für die „Straße des 28. April“ und die Bichler Straße.

Hardi Lenk (SPD): Kreisel „nachteilig“ für Radfahrer

Hardi Lenk (SPD) betonte, für den Bau eines Kreisels an dieser Stelle sei nicht die Stadt, sondern das staatliche Bauamt Weilheim zuständig. „In Corona-Zeiten sollte es sich die Stadt zweimal überlegen“, die Kosten dafür zu tragen, sagte Lenk. Sebastian Fügener brachte als passionierter Radler die Sicht der Radfahrer ins Spiel. Für sie sei ein Kreisverkehr „nachteilig“. Der Grünen-Stadtrat plädierte dafür, ein Gesamtverkehrskonzept für Penzberg zu erarbeiten und sich in diesem Zusammenhang grundsätzlich Gedanken über die Verkehrslenkung der Zukunft zu machen; also etwa darüber, ob man den Verkehr überhaupt noch in die Innenstadt führen wolle.

Bürgermeister Stefan Korpan äußerte sich grundlegend skeptisch zur Notwendigkeit eines Kreisverkehrs an der Bichler Straße. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage, die die Corona-Pandemie der Stadt beschere, sehe er „keine Dringlichkeit“ für das Projekt – zumal die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt sei. Lediglich der Verkehrsfluss würde sich durch einen Kreisel verbessern. Korpan plädierte für eine Vertagung des Projekts.

Rückendeckung bekam er von Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, der betonte, an der Einmündung von der Bichler- in die Karlstraße käme es für Linksabbieger stadtauswärts zu keinen massiven Rückstaus. Auch der Stadtbus verkehre ohne Verzögerungen. Mit der Gegenstimme von Hardi Lenk beschloss der Bauausschuss, Überlegungen zur direkten Anbindung der „Straße des 28. April 1945“ nicht weiter zu verfolgen. Im Zuge eines Gesamtkonzepts zur Mobilität sollen weitere Kreisel-Möglichkeiten am Knotenpunkt Bichler Straße „ergebnisoffen“ geprüft werden. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Landratsamt macht keine genauen Angaben zu den Fällen
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter, allerdings nur leicht. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen …
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Landratsamt macht keine genauen Angaben zu den Fällen
Grehl versucht, Landrätin die Mehrheit zu verderben
Die Kreistagsfraktion der Grünen zweifelt nach Angaben ihres Vorsitzenden Karl-Heinz Grehl aus Weilheim an der „Ausschusswirksamkeit der Gruppierung …
Grehl versucht, Landrätin die Mehrheit zu verderben
VR-Bank: Bürgermeister suchen Lösungen
Die Nachricht von der Schließung der VR-Bank-Filialen in Obersöchering, Pähl und Wessobrunn traf nicht nur die Kunden, sondern auch die Bürgermeister der betroffenen …
VR-Bank: Bürgermeister suchen Lösungen
„Gasoline-Festival“ in Peißenberg  wegen Corona abgesagt
Das, was der Anlieger der Peißenberger Tiefstollenhalle mit vielen Prozessen nicht geschafft hat, gelang jetzt einem Virus: Das Oldtimertreffen der „Gasoline Gang“ ist …
„Gasoline-Festival“ in Peißenberg  wegen Corona abgesagt

Kommentare