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Volle Halle beim Krönungsball in Penzberg. 

Krönungsball Penzberg: Lieber Bonbons als Wahlprogramme

Wahlkampf-Pause in Penzberg: Beim Krönungsball am Samstag übergab Bürgermeisterin Elke Zehetner den Rathausschlüssel an das diesjährige Prinzenpaar. Und das untersagte allen Wahlkämpfenden jegliche politischen Aktivitäten für die nächsten sieben Wochen. Stattdessen solle gemeinsam gefeiert werden.

Penzberg– Ganz so leicht fiel es Bürgermeisterin Elke Zehetner heuer nicht, den massiven Rathausschlüssel an „Prinz Benedikt I. von der OK Manege“ (Benedikt Brennauer) und seine „Prinzessin Franziska II. vom Vier-Generationen-Reich“ (Franziska Grünzinger) abzutreten. Immerhin ist ja Wahlkampf. „Und vor der Wahl hätte ich ja noch so viel zu erledigen“, sagte Zehetner in ihrer traditionellen Kapitulationsrede in einer nahezu voll besetzten Stadthalle.

Sicherheitshalber gab Zehetner ihren Amtsnachfolgern deshalb ein paar Ideen mit auf den Weg, die sie in ihrer heuer über siebenwöchigen Amtszeit umsetzen könnten: Schön fände Zehetner etwa den Bau einer Surfwelle am Huber Weiher: Dann kämen viele Münchner hinaus nach Penzberg und würden dort jede Menge Geld lassen. Auch eine Fußgängerzone in der Innenstadt wäre nicht schlecht. Die Bahnhofstraße könnte man ja schließlich untertunneln. „Und der Stadtplatz wird in ein Freibad umgewandelt“, regte Zehetner an. Dann wäre das Areal auch im Sommer belebt, und im Winter könne man die gefrorene Wasserfläche zum „Eismärchen“ umwandeln.

Für derartige Pläne gab‘s laute Jubelrufe aus den Reihen des festlich gekleideten Publikums. Zehetner selbst will sich die nächsten Wochen übrigens auf eine „Wellnessfarm“ zurückziehen – was sie sorgenfrei wird tun können, denn Prinz Benedikt war sich am Samstagabend sicher: „Wenn so ein Kasperl wie Trump Amerika regieren kann, dann schaffen wir das in Penzberg noch lange.“

Prinzessin Franziska sandte bei ihrer Antrittsrede aber gleich eine Warnung an alle politischen Parteien und Gruppierungen: Mit Wahlkampf sei nun erst einmal Schluss. „Ihr braucht Euer Pulver zur Wahl nicht verschießen. Während dem Fasching nimmt Euch sowieso keiner ernst.“ Ihr Rat an Bürgermeister- und Stadtratskandidaten: Sich mit einem Wagen am Gaudiwurm beteiligen, denn: „Da könnt ihr die Penzberger mit Bonbons beglücken statt mit Eurem Wahlprogramm.“

Möglich ja, dass das närrische Kabinett in den nächsten Wochen die Stadt besser regiert als die nun abgesetzten Stadträte? Für den Fall dachte man beim Organisationskomitees (OK) Penzberger Fasching – das heuer übrigens sein 50-jähriges Bestehen feiert – am Samstag schon einmal laut darüber nach, als eigene Gruppierung bei der Kommunalwahl anzutreten. „Die dafür notwendigen 180 Unterstützer-Unterschriften schaffen wir leicht“, so Prinzessin Franziska. Dass sie sich auf glattem Parkett sicher bewegen können, bewiesen sie und ihr Prinz bei Walzer und Showtanz. Ebenso wie die drei Hofis und der Elferrat (heuer anlässlich des Jubiläums extra in goldenen Schuhen), deren Tanzeinlage für Begeisterung beim Publikum sorgte.

Franziska Seliger

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