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Eine Auswahl ihrer Werke präsentieren Abdulghafur Hussein (li.) und Mahmoud Darwish in der Penzberger Stadtbücherei.

Ausstellung in der Stadtbücherei

„Ankommen“ in der neuen Heimat

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„Ankommen“ heißt eine Ausstellung in der Penzberger Stadtbücherei. Zwei Syrer zeigen ihre Werke.

Penzberg – „Wir wollen den Menschen von hier etwas zurückgeben und ihnen einfach ein paar schöne Dinge zeigen“, sagt Mahmoud Darwish. Der 27-jährige Fotokünstler stellt gemeinsam mit dem Maler Abdulghafour Hussein dafür bis zum 31. März eine Vielzahl an Fotos und Bildern in der Penzberger Stadtbücherei aus. Der Titel der jetzt eröffneten Ausstellung lautet „Ankommen“.

Eine passendere Bezeichnung hätten die beiden Syrer für ihre Ausstellung kaum finden können. Sind doch sowohl Darwish als auch Hussein ihrer Heimat entflohen, um sich in einem fremden Land eine Existenz aufzubauen. Um anzukommen. Darwish gebührt dabei gar eine Sonderstellung: Er zählte im September 2014 zu den ersten vier Asylbewerbern, die nach Penzberg kamen. Einer seiner Wege führte ihn damals gleich in die Stadtbücherei. Leiterin Katrin Fügener erinnert sich noch gut an das Aufeinandertreffen mit Darwish. „Mahmoud kam rein und wollte unbedingt ein deutsch-arabisches Wörterbuch.“ Das Problem: Zu der Zeit fehlte diese Art von Lektüre zumeist noch in den Regalen der Büchereien. Also nahm Fügener den jungen Syrer mit in den einst von ihr ins Leben gerufenen Treffpunkt „Cafè International“, der regelmäßig in Penzberg stattfindet. Seither stehen die beiden in engem Kontakt. Darwish half etwa beim Umzug der Bücherei tatkräftig mit. „Die erste Liebe bleibt eben“, sagt Fügener mit einem Augenzwinkern.

Sein Künstlerkollege Hussein lebt seit etwa drei Jahren mit Frau und zwei Söhnen in Weilheim. Der 49-Jährige leitete nach eigenen Angaben vor seiner Flucht eine Kunsthandwerk-Firma in Syrien und erhielt für seine Werke bereits zehn Kulturpreise. Doch in Deutschland fällt es dem Künstler bislang schwer beruflich Fuß zu fassen. Er hofft, durch die Ausstellung in Penzberg auf sich aufmerksam machen zu können. Sein Traum: ein eigenes Atelier.

Auf Bewunderung stoßen die Naturfotografien von Darwish und die abstrakten, tiefgründigen Bilder von Hussein zumindest schon einmal bei Katrin Fügener: „Die beiden haben wahnsinnig viel Fremdes erlebt. Dies über ihre Augen und ihre expressiven Mittel auszudrücken, ist ein faszinierender Weg, sich eine neue Heimat zu erschließen.“

Die Ausstellung „Ankommen“ in der Stadtbücherei Penzberg (Rathauspassage) läuft bis zum 31. März. Zu sehen sind die Werke von Mahmoud Darwish und Abdulghafour Hussein dienstags und freitags von 10.30 bis 17.30 Uhr, mittwochs und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie donnerstags zwischen 10.30 und 19 Uhr.

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