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Die Krone der Eiche thront erhaben auf Gut Hub (Bild oben). Mindestens 200 Jahre ist der Baum alt. Dokumente und Karten belegen dies. Doch nicht nur das Alter macht diesen Baum zu etwas Außergewöhnlichem.

Majestätisch wie Napoleon 

Landratsamt weist Eiche auf Gut Hub als Naturdenkmal aus

Mindestens 200 Jahre alt ist die Eiche auf Gut Hub – davon zeugen Dokumente aus dieser Zeit. Der Baum ist nicht nur wegen seines Alters außergewöhnlich, sondern auch wegen seiner Schönheit und Größe. Nun trägt er das Prädikat „Naturdenkmal“. Es ist das erste in Penzberg.

Penzberg – Beide Arme „weeeeeit ausgestreckt“. Drei Personen stehen um eine alte Eiche auf Gut Hub. Die Fingerspitzen berühren sich nur noch knapp. Dennoch reicht es nicht. Zwei Arme fehlen, um den Stamm zu umfassen. Nein, hier findet kein Seminar im „Bäume umarmen“ statt. Die drei Personen um den Stamm sind keine Esoteriker, sondern Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner, Andreas Wowra, der bei der Stadt für Grünflächen zuständig ist, und Heike Grosser vom Sachbereich Fachlicher Naturschutz des Landratsamtes. Sie umarmen die Eiche, um sich selbst von ihrem Umfang zu überzeugen. Beinahe sechs Meter hat der Baumstamm. Zirka 27 Meter ist die Eiche hoch. Zirka 25 Meter breit ist die majestätische Krone des Baums. Ein besonderes Merkmal von vielen. Um die Schönheit der alten Eiche zu erhalten, steht sie nun unter Schutz. Sie wurde vom Landratsamt als Naturdenkmal ausgewiesen. Das erste in Penzberg – bald steht vor der Eiche das typisch grün-weiße Schild mit dem Adler darauf.

24 Naturdenkmäler gibt es im Landkreis. „Dazu können auch Baumgruppen zählen“, sagt Heike Grosser auf Nachfrage. Solche Denkmäler sind beispielsweise die zwei Linden an der Seeshaupter Kirche. Darüber, dass ihre Stadt nun auch ein Naturdenkmal hat, freut sich Rathaus-Chefin Zehetner. „Das ist wirklich etwas Besonderes“, sagte sie bei der Bekanntgabe. Die Stadt stellte 2017 einen entsprechenden Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde. Die Eiche überzeugte. Nicht nur in puncto Schönheit, sondern auch durch ihre Erhabenheit. Der „besonders exponierte Platz“ auf Gut Hub bringt dies noch mehr zur Geltung. Die geschützte Eiche stehe stellvertretend „für die alten Eichenalleebestände im Bereich Gut Hub und Vordermair“, heißt es seitens des Landratsamts. Die Eiche ist in dem Naherholungsgebiet nicht die einzige ihrer Art, dafür die imposanteste. Baumphysiologisch gilt sie als „vital“.

Penzbergs Bürgermeisterin bewundert den Baum regelmäßig, beim Spazieren gehen, beim Joggen oder beim Seele-Baumeln-lassen. Aber nicht nur die Pracht des Baums ist bemerkenswert, sondern auch das Alter. Genau weiß man es zwar nicht, wie viele Jahre die Eiche schon auf diesem Fleckchen Erde steht. Dokumente und Karten aus den Jahren 1808 und 1818 belegen aber, dass sie schon zu der Zeit, als Napoleon seine Schlachten schlug, fest verwurzelt war.

Und die Wurzeln reichen weit. Mehr als 25 Meter. Um das Wurzelwerk zu schützen, darf beispielsweise in diesem Radius herum nicht gedüngt werden. Wasserundurchlässiger Beton oder Asphalt sind ebenfalls verboten. So soll sichergestellt werden, dass das Naturdenkmal auf Gut Hub so lange wie möglich steht – noch viele viele weitere Jahre nach Napoleons Zeit.

Magdalena Kratzer

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