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Dicht umringt von Fans war Laura Dahlmeier (links) bei ihrem Besuch in  Penzberg.   

Laura Dahlmeier bezauberte in Penzberg 

Von Star-Allüren war nichts zu spüren

Hoher Besuch in Penzberg: Anlässlich des 120-jährigen Firmenjubiläums von „Sport Conrad“ sprach dort Biathletin Laura Dahlmeier rund eine Stunde über ihren sportlichen Alltag – und darüber, wie sie fast einmal mit dem Christkind aneinandergeraten wäre.

Penzberg –  Wie ein Magnet wirkte die fünfmalige Goldmedaillen-Gewinnerin Laura Dahlmeier. Eine große Menge Kinder und Erwachsene stand am Samstag in dem Sportgeschäft, die Handys gezückt, die Hälse gereckt. Eine von ihnen war Brigitte Nötter. „Ich wollte die Laura einfach mal in Natur sehen“, erzählte die Penzbergerin, die sich leidenschaftlich gern Biathlon-Wettkämpfe im Fernsehen ansieht. Wie die Athleten erst so rasant laufen und dann mit ruhiger Hand auf ein Ziel schießen können, das sei faszinierend, so die 67-Jährige.

Und nun also auf Tuchfühlung mit einem Biathlon-Star. Bislang gewann Laura Dahlmeier sieben Weltmeistertitel sowie 13 Medaillen bei Biathlon-Weltmeisterschaften., außerdem den Gesamtweltcup der Saison 2016/17. Doch von Star-Allüren war bei der jungen Frau mit Naturlocken nichts zu spüren, die am Samstag neben Moderator und Sportkollege Max Olex vor der Wand aus Schaulustigen Platz nahm. Natürlich und unkompliziert wirkte die 24-jährige Sportlerin aus Garmisch-Partenkirchen. Eher wie ein Madl zum Pferdestehlen denn wie ein Sportstar.

Vielleicht kommt diese Erdung durch das harte Training, das keine Zeit für Flausen lässt? Offen erzählte Dahlmeier ihren Zuhörern von ihrem Alltag, der aus bis zu fünf Stunden Training pro Tag bestehe; dazu gehören Radfahren, Schießübungen und Yoga am Abend. Mittags freilich gönne sie sich gerne einen Mittagsschlaf. Und an trainingsfreien Tagen? „Da haue ich gerne mal ab“, verriet sie. Etwa, um irgendwo in den Bergen zu klettern. Denn: „Ich bin nicht diejenige, die am Ruhetag den ganzen Tag im Bett liegt.“

„Ein Leben ohne Sport könnte ich mir nicht vorstellen“, sagte Laura Dahlmeier. Bereits diese Woche wird sie nach Davos reisen, um mit dem Training auf Schnee anzufangen. Zum ersten Mal wieder Schnee unter den Skiern zu haben, „das ist für mich jedes Jahr ein besonderer Moment. Da gfrei I mi drauf wie ein kleines Kind“.

Ein Kind sei sie noch gewesen, als sie zu Weihnachten ihre ersten Langlaufskier bekommen habe. „Das war für mich eine ganz große Enttäuschung, denn ich hatte mir einen Rennbob gewünscht.“ Die blöden Skier wollte sie damals am liebsten dem Christkind zurückgeben. Wie viele Skier sie heute hat? Die Biathletin weiß es nicht genau. „15 bis 20 Paar sind es aber bestimmt.“

Auch über ihren Alltag bei Wettkämpfen gab Dahlmeier bereitwillig Auskunft. Sie erzählte vom großen Wachs-Truck, in dem etwa sechs Techniker für die herrschenden Wetter- und Streckenbedingungen die jeweils passenden Skier austesten, von ihrem persönlichen Service-Mann und davon, was sie so isst, um fit an den Start zu gehen. Und nach der Biathlon-Saison? Dann schnallt sie statt Langlaufski die Tourenski an und genießt die Einsamkeit der Berge.

Ihr Tipp für den Nachwuchs: „Habt’s einfach Spaß bei dem, was ihr macht.“ Zwar könne nicht jeder oben auf dem Treppchen stehen, aber durch den Sport lerne man viel fürs Leben, sagte sie.

Franziska Seliger

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