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Einen Brandbrief ans Kultusministerium hat der Elternbeirat des Penzberger Gymnasiums geschrieben.

Lehrermangel am Gymnasium: Eltern in Penzberg schlagen Alarm

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Der Elternbeirat des Gymnasiums in Penzberg schlägt Alarm. Durch Personalmangel seien in einigen Klassen und Fächern im vergangenen Jahr 30 bis 50 Prozent des Unterrichts ausgefallen. Ohne den Einsatz der Lehrer wäre der Schulbetrieb zusammengebrochen, so der Elternbeirat. Auch im aktuellen Schuljahr gibt es schon wieder Ausfälle. Die Eltern haben deshalb einen Brandbrief ans Kultusministerium geschrieben. Sie sagen: Es betrifft nicht nur Penzberg.

Penzberg – „Dramatisch zugespitzt“ habe sich im vergangenen Schuljahr der Personalmangel am Penzberger Gymnasium, schreibt der Elternbeirat in einem Brief an den bayerischen Kultusminister Bernd Sibler. In der Mittel- und Oberstufe seien in mehreren Monaten bis zur Hälfte des Unterrichts ausgefallen. Betroffen waren Sprachen genauso wie Naturwissenschaften. Und das aktuelle Schuljahr hat auch schon mit Ausfällen begonnen.

Dies sei keine kurzfristige Erscheinung wegen einer Grippewelle, so der Elternbeirat. „Es fehlt grundsätzlich an Flexibilität, um auf Ausfälle reagieren zu können“, sagt Anke Ringel. Deshalb wollen die Eltern ihr Schreiben auch nicht als Kritik am Penzberger Gymnasium verstanden wissen. „Das Lehrerkollegium und die Schulleitung tun alles, um die Ausfälle aufzufangen“, so Ringel. Die Kritik richtet sich an die Personalpolitik des Kultusministeriums. Es nehme billigend in Kauf, dass Lehrer an ihre „Grenzen gelangen und regelrecht verheizt werden“. Leidtragende sind letztlich die Schüler, deren Unterricht ausfällt. Das Problem, so Ringel, betreffe alle bayerischen Gymnasien. „Wir wollen keine Sonderregelung für Penzberg.“ Es gehe um die Situation in ganz Bayern.

In seinem Brief schildert der Elternbeirat, wie sich die Situation in Penzberg im vergangenen Jahr zugespitzt hat. So wurden zum Beispiel die zwei Vollzeitstellen von Lehrern, die 2015 und 2016 überraschend gestorben sind, nicht gleichwertig besetzt. Das gelte seit Jahren auch für Vollzeitstellen von Lehrkräften, die in Pension gegangen sind. „Stattdessen müssen sich die Schüler mit jedem Halbjahreswechsel an neue Referendare gewöhnen“, so der Elternbeirat. Diese Referendare versprächen zwar, großteils hervorragende Pädagogen zu werden, allerdings gehe mit jedem Wechsel durchs Kennenlernen wertvolle Unterrichtszeit verloren. Auch Studienfahrten, bei denen mehrere Lehrer als Betreuer dabei sind, würden nicht aufgefangen, ergänzt Carmen Graf.

Zu Ausfallzeiten führten ebenso Schwangerschaften. Und: „Sportunfälle und nötige, wenn auch planbare Operationen und die heftige Grippewelle des vergangenen Winters brachten das bis dahin noch einigermaßen funktionierende Vertretungsstundensystem und die verbliebenen Lehrer an eine in unseren Augen äußerst kritische Grenze.“ Es habe an ein Wunder gegrenzt, dass der Abiturjahrgang 2018 überdurchschnittlich gut war.

Der Elternbeirat fordert vom Ministerium ein System, mit dem die Gymnasien schnell auf Ausfälle reagieren können. Bisher sei es zum Beispiel so, dass der Schulleiter sich erst Ersatz suchen darf, wenn eine Lehrkraft acht Wochen krank ist. Das Problem: Ärzte schreiben nur Atteste für zwei bis vier Wochen. Es dauert also, bis die Ausfallzeit sich so summiert hat, dass der Schulleiter tätig werden kann. Was Bernhard Kerscher, Direktor des Penzberger Gymnasiums, auf Nachfrage bestätigt. Derzeit unterrichten 93 Lehrer, darunter sieben Referendare, 931 Schüler. Von den Lehrern arbeiten etwa 45 in Teilzeit. Nominell, sagt Kerscher, habe die Schule die Lehrerstunden, die sie benötigt. Ansonsten hält er sich mit Aussagen zurück, dementiert aber nicht. „Der Schulleiter kann sich schlecht offen gegen das Kultusministerium stellen, wir aber schon“, sagt Elternbeirätin Kerstin Wehrberger.

Das Ministerium hat dem Elternbeirat mittlerweile geantwortet, dass das Penzberger Gymnasium ausreichend versorgt sei. Die Eltern sehen das anders: Es könne weiterhin nur mangelhaft auf unvorhergesehene Stundenausfälle reagiert werden. Sie fordern zum Beispiel, die „integrierte Lehrerreserve“ direkt an den Gymnasien aufzustocken. Kerstin Wehrberger schlägt eine externe Reserve wie an den Grundschulen vor, einen Pool aus Lehrern, die an Gymnasien einspringen. Ebenso müssten sich Nachbargymnasien gegenseitig helfen dürfen. Und es geht auch darum, was Astrid Heller sagt: „Mehr Lehrer einstellen.“ Denn in Bayern, so Anke Ringel, sei die Schulwelt eben nicht in Ordnung.

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