Es geht wieder los: Der Penzberger André Wacke (l.) und seine Helfer paddeln auf der Loisach und befreien den Fluss vom Müll, hier ein Bild von 2020.
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Es geht wieder los: Der Penzberger André Wacke (l.) und seine Helfer paddeln auf der Loisach und befreien den Fluss vom Müll, hier ein Bild von 2020.

Auf der Loisach

Müll-Fischer André Wacke paddelt wieder

  • VonWolfgang Schörner
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Der Penzberger André Wacke will Ende Juli wieder seine Stehpaddelbretter zu Wasser lassen, um die Loisach von Müll zu befreien – auch wenn der Stand-up-Paddler bei der jüngsten Kontrolle weniger Dreck als sonst im Fluss vorgefunden hat. Außerdem plant er erstmals ein Ufer-Ramadama am Kochelsee.

Penzberg – Vor drei Jahren hatten sich André Wacke und seine Helfer erstmals auf die Bretter gestellt, um die Loisach von Müll zu befreien. Im vergangenen Jahr fischten sie wieder fast eine Tonne Müll aus dem Fluss, mit dem sie einen großen Container füllten: von Alteisen bis zu Plastikplanen und einem kaputten Schlauchboot. 43 Müllfischer waren 2020 auf der Loisach unterwegs.

Nun plant der 49-jährige Penzberger sein viertes Loisach-Ramadama. Es soll am Samstag, 31. Juli, stattfinden, und zwar auf dem Loisach-Abschnitt zwischen Ohlstadt und Großweil, wo er schon einmal unterwegs war. Vorab hat sich André Wacke den Fluss in dem Bereich angesehen. „Es schaut besser aus“, erzählt er. Jedenfalls besser als vor zwei Jahren. Er fand „auffallend weniger Plastikfetzen“ vor. „Es ist nicht mehr ganz so extrem“, sagt Wacke. Vielleicht hätten die Aktionen doch etwas bewirkt, vielleicht passen auch die für den Müll Verantwortlichen besser auf – Wacke kann da nur mutmaßen. Trotzdem: Es sei aber immer noch Müll in der Loisach – „mehr als genug“.

Auf der Loisach dürfen erfahrene Stand-up-Paddler mitmachen

Bei der Loisach-Aktion hofft Wacke wieder auf Helfer. Einige hätten sich schon gemeldet, erzählt er. Mitmachen dürften auf dem Fluss aber nur „erfahrene Stand-up-Paddler“, schränkt er ein. Sie müssten auch die entsprechende Ausrüstung mitbringen: Neoprenanzug, Helm und Auftriebsweste. Ansonsten wäre es zu gefährlich. Wacke will diesmal vier Fünfergruppen bilden, maximal also nur 20 Personen mitnehmen. Eine überschaubare, coronakonforme Menge, wie er sagt. Die Suche zu Fuß am Flussufer wird es heuer nicht geben.

Der Penzberger weiß aber auch, dass sich seine Aktionen mittlerweile herumgesprochen haben und es viele potenzielle Helfer gibt. Deshalb soll es heuer erstmals auch ein Ufer-Ramadama am Kochelsee geben, ebenfalls am Samstag, 31. Juli. „Jeder, der Müll sammeln will, soll mitmachen können“, sagt er. Gerne auch Familien mit Kindern. Nötig seien nur Handschuhe und Maske.

Ramadama: Parallel-Aktion am Kochelsee-Ufer

Der Kochelsee ist ohnehin ein weiteres Sorgenkind von André Wacke. Der See, sagt der Penzberger, sei „das natürliche Auffangbecken des Unrats aus der Loisach“. Bei den Badebereichen, erzählt Wacke, würden zudem viele kleine Glasscherben liegen. Die Helfer, so seine Idee, sollen sich deshalb in Gruppen aufteilen und am Ufer entlanggehen, um Glasscherben und Müll aufzulesen.

Bereits im vergangenen Sommer hatte Wacke den Kochelsee im Auge gehabt. Er wollte mit dem Stand-up-Brett ins Hennamoos am Westufer zwischen Kochel und Schlehdorf paddeln und den Müll aus dem Schilfgürtel holen. Weil es sich um ein sensibles Brutgebiet handelt, war aber die Naturschutzbehörde nicht einverstanden. Vielleicht versucht er es aber noch einmal, für Herbst eine Genehmigung zu erhalten.

Auf die Idee für die Loisach-Aktionen war André Wacke einst durch Pascal Rösler gebracht worden. Rösler, ein Freund Wackes, der den Verein „Pure Water for Generations“ gegründet hat, war 2016 und 2017 auf Isar und Donau von München über Wien bis zum Schwarzen Meer gepaddelt, um auf das Müllproblem in den Flüssen aufmerksam zu machen.

Für die Stand-up-Paddler auf der Loisach ist der Start um 7 Uhr in Großweil. Die Ramadama-Helfer am Kochelsee treffen sich um 10 Uhr beim „trimini“-Parkplatz. Zwingend erforderlich ist laut Wacke für alle Helfer, sich vorher anzumelden, und zwar bei Julia Wolf per E-Mail an „julia@sunnawind.de“.

Spenden

Wer nicht dabei sein kann, aber trotzdem helfen will, den bittet André Wacke um Spenden für den Verein „Pure Water for Generations“, der unter anderem Schüler bei Wasserschultagen für die Müllproblematik sensibilisiert. Infos dazu unter „www.pure-water-for-generations.com“.

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