Um die freie Fläche im Nonnenwald östlich des Roche-Werks (r.) und hinter dem Druckzentrum geht es.
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Um die freie Fläche im Nonnenwald östlich des Roche-Werks (r.) und hinter dem Druckzentrum geht es.

Industriefläche im Nonnenwald

„Marvel Fusion“ lässt Frist verstreichen

  • vonWolfgang Schörner
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Am Montag endet die Frist für „Marvel Fusion“. Bis dahin soll das Unternehmen der Stadt Penzberg verbindlich das Kaufinteresse an zwei Industrieflächen im Nonnenwald erklären. Bisher ist das nicht passiert. Und laut „Marvel Fusion“ wird dies bis Montag auch nicht geschehen. In diesem Fall wären die städtischen Grundstücke wieder auf dem Markt.

Penzberg – Die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sich das Unternehmen „Marvel Fusion“ im Penzberger Industriegebiet Nonnenwald ansiedelt, um dort ein kommerzielles Fusionskraftwerk zu entwickeln. Am kommenden Montag endet die Frist, die die Stadt Penzberg gesetzt hat, um von „Marvel Fusion“ eine verbindliche Aussage zum Kaufinteresse an den knapp 30 000 Quadratmetern zu erhalten.

„Wir brauchen Zeit und können uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen“, erklärte Unternehmenssprecherin Britta Weddeling diese Woche auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir erwarten aber auch nicht, dass die Stadt uns das Grundstück reserviert.“ Dies habe man in der Vergangenheit immer gesagt. Eine verbindliche Aussage wird es ihr zufolge seitens des Unternehmens bis Montag nicht geben. Man habe dies der Stadt Anfang März mitgeteilt. In dem Schreiben heißt es auch, man könne sich in der wichtigen Standortentscheidung von äußeren Faktoren nicht drängen lassen.

Mitte Januar schienen beide Seiten schon mal weiter zu sein

Dabei schienen beide Seiten schon einmal viel weiter zu sein. Mitte Januar hatte eine Stadtratsmehrheit beschlossen, die Industriefläche östlich des Roche-Werks und nördliche des Druckzentrums an „Marvel Fusion“ zu verkaufen. Danach stockten aber die weiteren Verhandlungen. Öffentlich bekannt wurde, dass „Marvel Fusion“ auch andere Standorte im Auge hat. Ende Februar beschloss der Stadtrat, das Unternehmen um „die verbindliche Formulierung eines Kaufinteresses an den beiden Industrieflächen“ zu bitten. Die Frist wurde auf 22. März festgelegt. Sollte es bis dahin keine verbindliche Aussage geben, hieß es, sei die Entscheidung vom Januar hinfällig, die Flächen würden wieder frei angeboten.

„Marvel Fusion“ führt mehrere Gespräche über potenzielle Standorte

Die Unternehmenssprecherin bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass „Marvel Fusion“ Gespräche mit potenziellen Standorten in verschiedenen Bundesländern führt. Auf Nachfrage sagte sie, man rede verstärkt mit Standorten in Deutschland, aber auch in verschiedenen anderen Ländern, nicht nur in Europa. Bei der Standortfrage spielt ihr zufolge unter anderem auch eine Förderung finanzieller Natur eine Rolle. Diesbezüglich habe man Signale erhalten. Dies bedeutet ihren Worten nach aber nicht, dass „Marvel Fusion“ kein Interesse mehr an Penzberg hat.

Den aktuellen Eindruck ist ihr zufolge das Ergebnis eines Missverständnisses. Bereits in den vergangenen Monaten seien Gespräche mit verschiedenen Kommunen geführt worden. In Penzberg sei man nur erstmals öffentlich aufgetreten. So entstand laut Weddeling der Eindruck, dass nur mit Penzberg gesprochen wurde, was nicht der Fall war. Durch das Medienecho hätten sich zudem weitere Standortoptionen ergeben.

Bürgermeister hat nicht mit einer verbindlichen Aussage bis 22. März gerechnet

Entspannt sieht man dies im Penzberger Rathaus. Es habe viele Gespräche mit „Marvel Fusion“ gegeben, erzählt Bürgermeister Stefan Korpan (CSU). Dabei habe das Unternehmen erklärt, dass es auch andere Standortoptionen gibt. Korpan hat nach eigenen Worten auch nicht damit gerechnet, dass „Marvel Fusion“ bis 22. März eine verbindliche Aussage trifft. Der Stadtrat, sagt er, habe mit dem Beschluss sichergehen wollen, dass kein Exklusivrecht besteht.

Ab Dienstag ist die Industriefläche wieder auf dem Markt

Ab Dienstag ist die Industriefläche nun wieder auf dem Markt. „Marvel Fusion“ ist dann einer von mehreren Interessenten. Dass es diese gibt, hieß es bereits in der Februarsitzung des Stadtrats. Bürgermeister Korpan bestätigt, dass es Anfragen gibt. Es handle sich um keine Industrieunternehmen, aber um zwei Betriebe, die Gewerbeflächen in der Größenordnung benötigen. Würde man die Grundstücke weiter stückeln, käme aber auch ein Dutzend Betriebe in Frage, die bei der Stadt grundsätzlich Interesse an Flächen angemeldet haben.

Bereits im Februar hatte der Stadtrat diskutiert, die Industriefläche in eine Gewerbefläche umzuwandeln und sie weiter zu unterteilen, um mehrere Betriebe ansiedeln zu können. Laut Korpan wurde sich der Stadtrat darüber bislang noch nicht einig. Aktuell würde sie als Industriefläche beworben. Er persönlich, so Korpan, könne sich aber vorstellen, daraus eine Gewerbefläche zu machen, sie zu stückeln und mehreren Betrieben, darunter Penzberger Firmen, anzubieten.

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