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Die Außenfassade des „Metropol“ soll bleiben, umgebaut wird innen.

Große Pläne in Penzberg

„Metropol“ wird Musikschule

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In Penzberg wird ein ehemaliges Kino zur Musikschule umgebaut. Das empfiehlt der Bauausschuss dem Stadtrat. Einen ersten Planentwurf gibt es auch schon.

Penzberg – Das „Metropol“-Kino soll neues Domizil für Penzbergs städtische Musikschule werden. Darauf verständigte sich der Bauausschuss am Dienstagabend. Die in der Vergangenheit diskutierten Alternativstandorte Pfründnerheim, ehemaliger Schlachthof, alte Molkerei und sogar die Grundstücke der Sporthallen an der Bürgermeister-Prandl-Schule fielen angesichts anderweitiger Nutzung vom Tisch und wurden erst gar nicht mehr behandelt. Einstimmig beauftragte der Bauausschuss stattdessen das Stadtbauamt, entsprechende „Metropol“-Planer für Architektur, Statik, Haustechnik, Elektro, Brandschutz und Bauphysik zu suchen. Über die Auswahl und den Umbau muss dann der Stadtrat entscheiden.

Damit würde eine jahrelange Debatte um die Zukunft der Musikschule enden. Schon 2010 hatte der Stadtrat angesichts von rund 4,3 Millionen Euro Kosten einen Neubau für die Einrichtung auf Eis gelegt. „Wir haben uns positioniert“, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner deshalb gestern gegenüber der Heimatzeitung erleichtert. „Die zeitnahe Lösung ist das Metropol-Kino.“ Noch ist planerisch nichts konkret, aber die Richtung ist klar: Das ehemalige Lichtspielhaus an der Friedrich-Ebert-Straße behält seine Außenhülle. Vielmehr soll es einen Innenausbau geben, der Fassade und Satteldachoptik erhält. Stadtbaumeister Justus Klement legte in Absprache mit der Musikschule einen Entwurf vor – der bei allen Fraktionen auf Zustimmung traf.

Zwei zentrale Eingriffe in das Gebäude enthält Klements Vorschlag: den Einbau eines 18 auf 10 Meter großen Veranstaltungssaals mit 180 bis 200 Quadratmetern Fläche im Kinosaal sowie den Umbau der zirka 80 Quadratmeter großen Wohnung im Obergeschoss zugunsten einer „Ein-Raum-Nutzung“ oder eines kleinen Saals, wie der Stadtbaumeister erklärte. Der große Saal im Erdgeschoss würde aus energetischen Gründen als eigener Baukörper mit Dämmung in das Gebäude eingestellt. Das Foyer mit dem Kassenhäuschen und dem Treppenaufgang blieben stehen. Im Obergeschoss könnten acht Unterrichtsräume entstehen. Neu wäre eine Fluchttreppe an der Westseite des Gebäudes. Zudem würde der Anbau an der Nordseite einem Neubau für Lager und Sanitär weichen.

Klements Vorschläge ernteten im Ausschuss wohlwollendes Kopfnicken. Regina Bartusch (SPD) nannte sie „ziemlich gelungen“. Ludwig Schmuck (CSU) mahnte an, endlich eine Entscheidung zu treffen: „Das sind wir der Musikschule schuldig.“ Hardi Lenk (SPD) würdigte Klements Werk als „umsetzbare und bezahlbare Vorplanung“. Werde alles so umgesetzt, erklärte Dr. Johannes Bauer (Grüne), „haben wir dem Metropol und der Musikschule einen Gefallen getan.“ Lediglich Manfred Reitmeier (BfP) fehlten „gewisse Grundlagen“: eine Bestandsaufnahme der Bausubstanz und zumindest eine grobe Kostenschätzung. Letzteres hielt Markus Kleinen (SPD) zum jetzigen Zeitpunkt für nicht realistisch. Und Musikschule-Leiter Johannes Meyer? Der nannte es ein „gutes Konzept“ und „eine sehr gute und optimale Umsetzung“. Meyer hatte das „Metropol“ schon in der Vergangenheit wegen seiner zentralen Lage als guten Standort bezeichnet.

Für März rechnet Bürgermeisterin Elke Zehetner mit einer Entscheidung in Bauausschuss und Stadtrat. Laut Rathauschefin könnte die Planung 2018 und der Umbau 2019 erfolgen. Im diesjährigen Haushalt stehen vorsorglich 200 000 Euro für die Planungsarbeiten bereit.

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