Geldscheine liegen auf einem Mietvertrag
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Um die Höhe des Mietpreises im Neubauviertel westlich der Birkenstraße wurde im Stadtrat diskutiert (Symbolfoto).

Stadt Penzberg legt Kalkulation mit 9,43 Euro vor

Penzberger Neubauviertel: Mietpreis soll nicht über neun Euro liegen

  • VonWolfgang Schörner
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Die Stadt Penzberg hat eine Mietpreiskalkulation für die 149 städtischen Wohnungen vorgelegt, die westlich der Birkenstraße entstehen. Demnach würde die Miete 9,43 Euro je Quadratmeter betragen. Einig ist man sich im Stadtrat aber, dass sie nicht höher als neun Euro liegen soll. Ursprünglich waren sogar 8,75 Euro geplant.

Penzberg – Ursprünglich hatte die Stadt Penzberg mit einem Mietpreis in Höhe von 8,75 je Quadratmeter geplant. Dieser Preis stammt noch aus der Zeit, als 171 Wohnungen auf einer Gesamtwohnfläche von 11 262 Quadratmeter vorgesehen waren, bei Baukosten von 56,5 Millionen Euro. Neu kalkuliert wurde, nachdem eine Stadtratsmehrheit im vergangenen Oktober wegen der Massivität der Wohnblöcke die Zahl der Wohnungen um 22 reduziert hatte. Nun werden es 149 Wohnungen auf 9923 Quadratmetern, bei einer aktuellen Kostenberechnung von 53,7 Millionen Euro für das Bauprojekt.

Stadt kommt bei der Mietpreiskalkulation auf 9,43 Euro

Durch die Wohnzahl-Reduzierung verteuern sich laut Stadt die Baukosten pro Quadratmeter um 391,91 Euro, was umgerechnet 7,81 Prozent ausmacht. Auf den Mietpreis umgelegt, bedeute dies, dass der Mietzins von bisher 8,75 Euro nun 9,43 Euro betragen würde. Allerdings teilte die Stadt zugleich mit, dass eine Stufen- beziehungsweise Staffelmiete eingeführt werden könnte, sodass ein maximaler anfänglicher Mietzins von neun Euro nicht überschritten würde. Ebenso bestünde die Möglichkeit, durch eine flexiblere Tilgungsdauer „den Mietzins sozialgerecht zu gestalten“.

Antrag der CSU-Fraktion: Mietpreis auf neun Euro festlegen

Die CSU-Fraktion legte dazu diese Woche einen Antrag vor, mit dem sie den Mietzins bei den sozial geförderten Wohnungen in dem Baugebiet auf neun Euro festlegen will. Diese Mitpreis-Grenze sollte trotz Reduzierung der Wohnungen nicht überschritten werden, erklärte die Fraktion. Die Gestaltung der Verträge für die Darlehen, die die Stadt für das Bauprojekt aufnehmen muss, sollen dem zu erwartenden Mietertrag entsprechen, schreibt sie. Die Verträge, heißt es im Antrag weiter, sollen außerdem in kleine Einheiten gesplittet sein, um die Rückzahlung variabel zu gestalten, sowie Vereinbarungen von Sondertilgungsrechten enthalten, die über den Mindestsondertilgungssatz hinausgehen.

Diskussion im Stadtrat über Miethöhe ohne Reduzierung der Wohnungszahl

Beraten wird der CSU-Antrag voraussichtlich in der Februarsitzung. Diskutiert wurde diese Woche im Stadtrat trotzdem. Kritik gab es dabei nochmals an der Reduzierung der Wohnungszahl. SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber empfand es als seltsam, dass der CSU-Antrag die Miete auf neun Euro deckeln will, wo zuvor mit den CSU-Stimmen ein Mietzins von 8,75 Euro „in den Wind geschossen“ wurde. BfP-Fraktionschef Armin Jabs machte zudem eine eigene Rechnung auf: Hätte man bei 171 Wohnungen die Darlehensverträge, wie vorgeschlagen, flexibler gestaltet, würde man auf einen Mietzins von 8,50 oder weniger kommen.

Ludwig Schmuck, der im Oktober als einziges CSU-Fraktionsmitglied gegen die Reduzierung der Wohnungszahl gestimmt hatte, erklärte, dass die Stadt die Mietpreishöhe („Wir sagen: Neun Euro und nicht mehr“) selbst in der Hand habe. Ihm sei es beim damaligen Nein aber um etwas anderes gegangen: „22 Familien kommen nicht in den Genuss einer günstigen Wohnung.“ Nicht so stehen lassen wollte dies Ute Frohwein-Sendl (PM): „Wir reiten hier auf den 22 Wohnungen herum, wissen aber seit Jahrzehnten, dass Wohnraum immer teurer wird und fehlt.“ Man hätte schon längst etwas machen können. „Es liegt doch an uns, weiteren Wohnraum zu bauen, damit die Mieten insgesamt günstiger werden“, sagte Frohwein-Sendl.

Stadtkämmerer: Mietpreis steht erst fest, wenn das erste Mehrfamilienhaus fertig ist

Stadtkämmerer Hans Blank erklärte in der Sitzung, dass man über eine Staffelmiete nachdenke, bei der die einen weniger, die anderen mehr bezahlen. Man werde auch alles versuchen, über die Gestaltung der Darlehen auf den gewünschten Mietpreis zu kommen. Versprechen, dass dies gelingt, wollte er aber nicht. Er verwies darauf, dass die tatsächlichen Baukosten erst feststehen, wenn der erste Wohnblock im Sommer 2023 fertig ist. Klar sei aber, dass für soziale Wohnungen der Preis unter neun Euro liegen soll. Letztlich, so Blank, habe dies der Stadtrat selbst in der Hand.

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