Für das Penzberger Zentrum hat „Pro Innenstadt“ einen Acht-Punkte-Katalog zusammengestellt.
+
Für das Penzberger Zentrum hat „Pro Innenstadt“ einen Acht-Punkte-Katalog zusammengestellt.

Penzberger Zentrum

Acht-Punkte-Katalog von „Pro Innenstadt“: Mit 30 durch die Bahnhofstraße - und Schwerlaster bleiben draußen

  • vonWolfgang Schörner
    schließen

Tempo 30 für die Bahnhofstraße und ein Durchfahrtverbot für Schwerlaster: Das sind zwei Forderungen aus einem Acht-Punkte-Katalog, den der „Pro Innenstadt“-Verein für das Penzberger Zentrum verfasst hat. So will man mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Die Chancen, die beiden Punkte zu realisieren, stehen aber nicht sehr gut.

Penzberg – Um Verkehrsberuhigung, Leerstände, Parkplätze und selbst um die Weihnachtsbeleuchtung geht es in einem Acht-Punkte-Papier, das der Penzberger Verein „Pro Innenstadt“ verfasst hat. Man wolle ein Ausbluten des Zentrums verhindern und „die durch die Lockdowns verursachte Talsohle gestärkt“ durchschreiten, dazu seien ganz unterschiedliche Maßnahmen nötig, heißt es im Katalog. Der Verein, der die Interessen von Händlern und Gewerbe vertritt, stellte ihn am Donnerstag in einer Online-Veranstaltung der Wählervereinigung „Penzberg miteinander“ (PM) vor. Intensiv wurde dabei ein Tempolimit diskutiert.

„Pro Innenstadt“: Mehr Aufenthaltsqualität durch Tempo 60 und Schwerlaster-Verbot

Vorsitzende Monika Uhl erklärte, dass die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt durch Tempo 30 auf der gesamten Bahnhofstraße und ein Durchfahrtverbot für Schwerlaster erhöht werden könne. Für die Lkw müssten Ausweichrouten gekennzeichnet werden. Dies würde nicht viel Geld kosten und würde es ermöglichen, in Gaststätten mehr draußen sitzen zu können. Was einfach klingt, ist laut Uhl aber „unfassbar schwer durchzusetzen“, da es sich um eine Staatsstraße handelt und dies von den Verkehrsbehörden entschieden wird.

Verkehrsberuhigung: Pläne schwer durchsetzbar

PM-Fraktionschef Markus Bocksberger erinnerte daran, dass der Schwerlaster-Antrag seiner Wählervereinigung an den Behörden gescheitert sei. „Wir werden aber weiter bohren.“ Für Tempo 30 prognostizierte er „politisch sehr großen Widerstand“. Man habe dafür nicht einmal im Stadtrat eine Mehrheit, so Bocksberger. Auf acht Stimmen schätzte Uhl die Pro-Tempo-30-Fraktion. In der Diskussion wurde auch die Straßenverkehrsordnung erwähnt, wonach in Einkaufsstraßen sogar Tempo 20 angeordnet werden könnte. Tatsächlich gibt es diesen Passus (Paragraf 45 Abs. 1d). Darin geht es um „verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche“ mit überwiegender Aufenthaltsfunktion – die Entscheidung obliegt letztlich aber auch hier der Verkehrsbehörde, was bei einer Staatsstraße das Landratsamt ist.

Penzberger Innenstadt: Diskussion über Fußgängerzone

In der Online-Runde wurde ebenso der Ruf nach einer Fußgängerzone laut. Uhl warnte aber. Dies bedeute anfangs „massiven wirtschaftlichen Rückgang“ und „massiven Leerstand“. In der aktuellen Lage wäre das fatal. Außerdem passe Flanieren eher zu historischen Innenstädten, Penzberg fehle zudem der Tages- und Gesundheitstourismus wie in Murnau und Garmisch. Ein weiteres Problem wäre, dass der Verkehr dann durch die Philippstraße fließen würde.

Ein anderer Punkt im Katalog sind die Parkplätze. Für einen prosperierenden Handel müssten sie ausreichend vorhanden sein, heißt es. „Pro Innenstadt“ bittet deshalb Stadt und Stadtrat, mit Nachdruck die Verhandlungen für ein Parkhaus im Umgriff des Bahnhofsareals zu forcieren.

Leerstände in Innenstadt: In Penzberg ist die Lage „nicht so dramatisch“

Ein weiterer Wunsch an die Stadt ist, die Wirtschaftsförderung zu einer Vollzeitstelle zu machen. Nötig ist laut Verein auch ein aktives Leerstandsmanagement. Für die „sehr komplexe Aufgabe“ schlägt er vor, die „Arbeitsgruppe Immobilien“ zu reaktivieren, die einst unter dem Dach der Stadtmarketing-Genossenschaft entstanden ist. Der Leerstand sei in Penzberg zwar nicht so dramatisch wie in Weilheim, sagte Uhl. Die Vergangenheit habe aber gezeigt, dass frei werdende Flächen gern mit Schnellgastronomie, Fahrschulen und Handwerkern belegt würden. Dadurch gehe der „für eine attraktive Innenstadt unerlässliche Branchenmix“ verloren. Voranbringen will der Verein auch die Digitalisierung. Ebenso regt er an, mit Stadt und Stadtrat einen „Arbeitskreis Innenstadt“ zu gründen, der aktuelle Themen „auf dem kurzen Dienstweg“ (Monika Uhl) diskutiert.

Und, so Uhl: „Wir sollten auch mal wieder feiern.“ Ein Wunsch ist deshalb ein Stadtfest, auch wenn heuer nichts daraus werden sollte. Selbst über die Weihnachtsbeleuchtung hat sich „Pro Innenstadt“ Gedanken gemacht. Laut Uhl ist es Zeit für eine „tolle zeitgemäße Beleuchtung, die für Furore sorgt“.

Den drei Bürgermeistern habe man den Acht-Punkte-Katalog bereits vorgestellt, sagte Uhl. Man wolle ihn auch mit den Parteien und Gruppierungen diskutieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare