"Imame müssen positiven Einfluss auf Jugend ausüben"

Penzberg - Mouhanad Khorchide ist bekannt durch sein Buch "Islam ist Barmherzigkeit". Er war nun in Penzberg zu Gast. Über 150 Zuhörer kamen.

Mouhanad Khorchide ist seit 2010 Professor am Zentrum für Religiöse Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Bekannt ist er unter anderem durch sein Buch „Islam ist Barmherzigkeit“. Wichtig sei es, mit den Menschen in den Dialog zu treten, sagte Khorchide, der über den Islam und Europa sprach. Auf die Frage aus dem Publikum, wie es sein könne, dass Attentäter ihre Handlungen mit Textstellen aus dem Koran rechtfertigen, antwortete er, dass es tatsächlich Stellen im Koran gebe, die für eine Beleidigung Mohammeds Höchststrafen vorsehen. Allerdings müsse man bedenken, dass die Stellen aus einer anderen Zeit stammen, sagte er. Zwar müsse man die Lehren Mohammeds würdigen. Dies geschehe aber ausschließlich durch kritisches Hinterfragen. „Man würdigt das Schaffen Mohammeds nur, indem man es neu reflektiert“, erklärte der Theologe. Betrachtet man laut Khorchide den persönlichen Hintergrund von Attentätern, wird oft schnell klar, dass soziale Probleme eine große Rolle spielen. Junge Leute, die sozial nicht anerkannt sind, suchten unter Umständen nach einer theologischen Legitimierung für Ihre Taten, so der Islamwissenschaftler. Hier sei es eine wichtige Arbeit der Imame, auf junge Menschen in der Gemeinde positiven Einfluss zu nehmen, sagte Khorchide.

cam

(mehr in der Dienstagsausgabe von Penzberger Merkur und Weilheimer Tagblatt)

Rubriklistenbild: © Penzberger Merkur/cam

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