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Museum Penzberg – Sammlung Campendonk

Ein Jahr voller ungewöhnlicher Künstler 

„Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“: Neues Programm 

Provokante Selbstdarsteller, Pop Art aus Oberammergau und Postkarten von Heinrich Campendonk: Mit seinem Jahresprogramm spannt das „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Und widmet sich ungewöhnlichen Künstlern.

Penzberg – Schon der Titel der Sonderschau, die im „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ ab März gezeigt wird, verrät, dass dieser Künstler ein ungewöhnlicher war. „Werdet wie ich: Johannes Grützke!“, lautet er. Ein Aufruf? Nein, eine Provokation. Der Berliner Maler, der vergangenes Jahr im Mai gestorben ist, war eine Art Skandalkünstler. Mit der „Schule der Neuen Prächtigkeit“ setzte er in den 1970er Jahren neue Maßstäbe. Seine Wahrnehmung von der Welt brachte er radikal subjektiv – und eben provokant – auf die Leinwand. „Frechheit und Ironie waren seine Gaben“, sagt die neue Penzberger Museumsleiterin Freia Oliv. „Technik und Gesellschaftsanalyse sein Handwerkszeug.“ Die Ironie in Grützkes Bildern ist verständlich – auch ohne kunsthistorisches Wissen. Er war ein Meister der Selbstdarstellung. Mit übergroßen Nasen, Grimassen und merkwürdigen Posen malte er sich immer wieder selbst. Ab dem 9. März bis zum 3. Juni sind seine üppigen Ölbilder, leuchtende Pastelle und zarten Grafikzyklen in Penzberg zu sehen.

In der jüngsten Stadtratssitzung im Februar stellte Freia Oliv das Programm für 2018 – „Es ist in trockenen Tüchern“ – vor. Natürlich wird Heinrich Campendonk wieder eine Hauptrolle spielen. Vom 16. Juni bis zum 16. September in ganz spezieller Art und Weise. Die Sonderausstellung richtet ihren Fokus auf die Papierarbeiten des Meisters. Frühe Tuschepinselzeichnungen, leuchtende Aquarelle aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und Holzschnitte werden präsentiert. Zudem werden erstmals „kleine Juwelen“, wie sie Oliv nennt, in größerem Umfang gezeigt: Postkarten, die Campendonk gestaltet hat.

Pop Art zieht im Herbst – ab dem 28. September – ins Penzberger Museum ein. Genauer genommen die Werke der ebenfalls bereits gestorbenen Künstlerin Elisabeth Endres (1934-2000). Die Oberammergauerin war Oliv zufolge eine „kritische, aber auch im positiven Sinne plakative“ Künstlerin. Sie knüpfte auf ihre ganz eigene Art und Weise an die Kunstrichtung Pop Art an, die in den 1950er Jahren entstand. In ihren „farblich ungeheuer eindrucksvollen“ Werken malte sie mit subversivem Blick gestylte Idole – Kultfiguren – in ihrer scheinbaren Unangreifbarkeit. Berühmtheiten wie Marylin Monroe oder Maria Callas. Aber auch Oberammergauer Bäuerinnen und barocke Madonnen.

Neben den Sonderausstellungen spielt weiterhin die Stadtgeschichte im denkmalgeschützten Altbau des Museums und seinem Zwillingsbau von 2016 eine Rolle – mit der Bergarbeiterwohnung von 1920 sowie dem Gedenk- und Informationsraum „Penzberger Mordnacht“.

Magdalena Kratzer

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