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Musikschule Penzberg: „Tastenpaten“ sollen neuen Konzertflügel finanzieren

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Von: Franziska Seliger

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Zwei Männer an einem Klavier.
Suchen „Tastenpaten“ zum Kauf eines neuen Konzertflügels: Musikschulleiter Johannes Meyer (vorne) und sein Stellvertreter Simon Zehentbauer. © Seliger

Um sich für ihren neuen Konzertsaal im ehemaligen Metropol-Kino einen Konzertflügel kaufen zu können, sucht die Musikschule der Stadt Penzberg ab sofort Menschen, die Patenschaften für die Tasten des Instruments übernehmen möchten – die Zeit drängt, denn im Juli steht die Eröffnungsfeier für die neue Musikschule an.

Penzberg – „Musik verleiht Flügel“. Unter dieses Motto haben Musikschulleiter Johannes Meyer und sein Stellvertreter Simon Zehentbauer ihr Konzept der so genannten „Tastenpatenschaft“ gestellt. „Die Idee ist, dass sich die Bürger eine oder mehrere Tasten auf dem Flügel aussuchen und diese kaufen können“, erklärt Zehentbauer am Dienstag bei der Vorstellung der „Tastenpatenschaft“.

Vorhandener Flügel ist zu klein für neuen Saal

Derzeit, so erläutert Meyer, nutze die Musikschule bei Konzerten, die meist in der Aula der Bürgermeister-Prandl-Schule stattfinden, den dortigen Flügel. Doch dieses Instrument gehöre nicht der Musikschule sondern dem Musikfreunde-Verein, so Meyer.

Doch sind die derzeit noch laufenden Sanierungsarbeiten im einstigen Metropol-Kino erst einmal abgeschlossen, die aus dem ehemaligen Lichtspielhaus eine neue Musikschule machen sollen, werde es hier auch einen großen Konzertsaal geben – und dort hinein wünsche man sich einen großen Konzertflügel, so Meyer, der betont: „Es ist jetzt die einmalige Chance für das neue Musik- und Kulturzentrum ‘Metropol‘ einen richtigen Konzertflügel anzuschaffen.“

Abgesehen davon, das der Flügel in der Schulaula stehen bleiben solle, wäre dieser für die Größe des neuen Konzertsaals auch schlichtweg zu klein. Sein Klangvolumen sowie seine Qualität seien nicht ausreichend, so Zehentbauer.

Außerdem sollen ambitionierten Klavierschüler der Schule, die sich etwa auf ihr Musikstudium vorbereiten, ebenso wie auswärtige Pianisten, die zu Konzerten anreisen, in Penzberg künftig ein adäquates Instrument vorfinden, um die vorgetragenen Stücke auch angemessen zu Gehör bringen zu können. Auf dem neuen Flügel sollen Pianisten „die feinsten Nuancen“ spielen und auch die leisesten Töne anschlagen können, so Meyer.

Zwischen 150 000 und 180 000 Euro würde ein neuer Konzertflügel kosten, so Meyer. Ein gebrauchtes Instrument koste zwischen 55 000 und 80 000 Euro. Diese Summen hätten erste Gespräche mit Herstellern ergeben, so Meyer. Ob man sich einen neuen oder einen gebrauchten Flügel anschaffen könne, werde davon abhängen, wie viele Tastenpaten sich finden. Meyer geht aber von der Anschaffung eines gebrauchten Instruments aus.

Insgesamt besteht ein Flügel aus 88 schwarzen und weißen Tasten. Doch nicht mehr für alle seien Patenschaften möglich. „Der Kammerton ‘a‘, der ‘Stimmton‘, ist schon verkauft“, so Zehentbauer. 5000 Euro habe der Pate dafür bezahlt.

C-Tasten kosten jeweils 2000 Euro

Patenschaften werden indes noch für C-Tasten gesucht. Sie kosten jeweils 2000 Euro. Alle übrigen Tasten im Mittelbereich des Klaviers seien für jeweils 250 Euro zu haben, so Zehentbauer. Die Tasten im Außenbereich der Klaviatur kosteten jeweils 100 Euro. Obwohl die Aktion erst anläuft, seien bereits elf Patenschaften im Gesamtwert von rund 8000 Euro verkauft worden. Die Stadt habe 40 000 Euro zugesagt und die Sparkasse Oberland werde 1000 Euro als Unterstützung spenden, so Meyer.

Jetzt sind die Musikliebhaber gefragt, die nicht nur nach München ins Konzert fahren wollen.

Musikschulleiter Johannes Meyer

Trotzdem würden natürlich noch viele Paten gebraucht, um den Konzertflügel anschaffen zu können. „Jetzt sind die Musikliebhaber gefragt, die nicht nur nach München ins Konzert fahren wollen“, wirbt Meyer um Unterstützung. Als Dank bekämen sie eine individuelle Patenschaftsurkunde mit Nennung ihrer Taste.

Und wenn sich mehr Paten finden als der Flügel Tasten hat? „Dann verkaufen wir noch die Pedale“, meint Zehentbauer lachend.

Er und Meyer sind optimistisch, dass sich genug Paten finden, um zumindest ein gebrauchtes Instrument kaufen zu können – doch die Zeit drängt. Denn für 22. Juli sei die große Eröffnungsfeier der neuen Musikschule mit geladenen Gästen geplant. Und dabei soll der neue Flügel erstmals zum Einsatz kommen.

Wer Tastenpate werde möchte, kann sich in einem Flyer über das Projekt informieren. Er liegt im Büro der Musikschule in der Rathauspassage sowie im Rathaus erhältlich. Paten und Spender können den gewünschten Betrag an das Konto der Musikschule Penzberg überweisen: DE 89 7035 1030 0000 3000 20; BYLADEM1WHM; Verwendungszweck: „Tastenpatenschaft“. Gespendet werden kann bis Anfang Juli.

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