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So sieht der Entwurf für das neue Hallenbad in Penzberg aus, im Bild neben alter und neuer Turnhalle.

Nach dem Bürgerentscheid in Penzberg: Hallenbad-Bau soll nächstes Jahr starten

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Erst in der Nacht auf Montag waren die Penzberger Bürgerentscheide ausgezählt. Der letzte Akt vollzog sich um 2.10 Uhr. Bürgermeisterin Elke Zehetner meldete eine klare Mehrheit für ein neues Hallenbad. Der Abriss des Wellenbads beginnt voraussichtlich im Juli 2019. Das neue Bad soll im Sommer 2021 fertig sein, sagte sie.

Penzberg – Der Stimmungsumschwung war der Bürgermeisterin anzusehen. Nur 39 Minuten, nachdem Elke Zehetner eine Niederlage beim Hotel-Bürgerentscheid einräumen musste, konnte sie einen Sieg bei der Hallenbad-Abstimmung melden. „Sie hören mich mit munterer Stimme zu später Stunde“, sagte die Rathaus-Chefin, bevor sie die ausschlaggebende Zahl vorlas: 61,73 Prozent für einen Hallenbad-Neubau.

„Dies ist ein guter Tag für die Zukunft Penzbergs“, sagte Zehetner in der nächtlichen Rathauspassage, in der die Deckenbeleuchtung längst ausgeschaltet war. „Ich bin glücklich, dass am Ende unsere Sachargumente überzeugt haben“, sagte sie. Das 42 Jahre alte Wellenbad sei am Ende seiner Leistungsfähigkeit angekommen, eine Reparatur in der vorgeschlagenen Form „hätte nur Flickwerk bedeutet, verbunden mit unkalkulierbaren finanziellen Risiken“. Das neue Familien- und Sportbad mit Rutsche und Saunaanlage werde eine Bereicherung für die Penzberger und ein Magnet für Besucher aus dem Umland, versprach Zehetner. Sie sei überzeugt, dass die gesamte Stadt profitieren werde. Die Bürgermeisterin kündigte an, dass es jetzt „mit Hochdruck an die Umsetzung der Planung“ gehe. Nach derzeitigem Stand werden ihr zufolge 19,1 Millionen Euro netto investiert. „Dies ist viel Geld, doch die Stadt Penzberg will es zugunsten ihrer Bürgerinnen und Bürger investieren“, sagte Zehetner.

Zufrieden zeigte sich Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer – zum einen, weil nach fast zweijähriger Diskussion der Tag der Abstimmung gekommen war, zum anderen, weil nun Planungssicherheit herrsche. Der Betrieb des Wellenbads soll ihm zufolge noch bis 30. Juni 2019 laufen. Danach folgen der Abriss sowie im Anschluss der Bau des neuen Hallenbads. Laut Bürgermeisterin soll das neue Familien- und Sportbad im Sommer 2021 fertig sein. Realistischer dürfte allerdings – nach früheren Aussagen – Anfang 2022 sein.

Stadtwerke-Chef Vilgertshofer sagte, dass nun die weitere Planung fortgesetzt werden könne. Auf die Frage, ob er den Ausgang des Bürgerentscheids erwartet habe, antwortete er: „Es war für uns nicht einschätzbar, wir hatten verschiedene Rückmeldungen aus der Bevölkerung.“ Mit dem Neubau, so Vilgertshofer, könne man nun „eine Einrichtung schaffen, die für 40 Jahre eine Zukunft im Schwimmsport ermöglicht“.

„Es ist wie beim Tennisspielen, es gibt kein Unentschieden, nur Sieger“, sagte gestern Wolfgang Kling, Chef des Schwimmvereins, der mit seiner Initiative für eine Wellenbad-Sanierung und gegen einen Neubau gekämpft hatte. „Dann sollen sie bauen, wenn sie das glücklich macht“, sagte er. „Ob Frau Zehetner das Bad auch einweiht, ist eine andere Frage“, fügte Kling angesichts der Kommunalwahl 2020 an. Zugleich forderte er von der Stadt, sich um Ersatzbäder für das Schwimmtraining während der Übergangszeit zu kümmern. Zur Niederlage erklärte Kling, er habe damit gerechnet. Die Stadt habe Lockangebote wie die Rutsche gehabt. „Wir waren in einer schwierigen Position.“

Kling erwähnte ebenso das Ergebnis der Parallel-Abstimmung über eine Wellenbad-Sanierung: Dazu hatten 50,59 Prozent Nein und 49,41 Ja gesagt. Auch das ist eine Niederlage, allerdings knapp. Was ihm hier und beim Hallenbad-Votum auffiel, ist die hohe Zahl ungültiger Stimmen. Den ersten Impuls, von der Stadt eine Erklärung zu fordern, nahm Kling („Die Fragestellung war reichlich verwirrend“) nach dem Studium der Stichfrage zurück: Diese hatte 56,75 Prozent für den Neubau ergeben. Kling: „Wir müssen uns damit abfinden.“

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