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Nach der Einsamkeit erst einmal aufs Surfbrett

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Von: Franziska Seliger

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Hat den Atlantik erreicht: Nach ein paar Tagen surfen am Strand von San Sebastian will Peter Baumeister über die Picos de Europa weiter Richtung Lissabon radeln.
Hat den Atlantik erreicht: Nach ein paar Tagen surfen am Strand von San Sebastian will Peter Baumeister über die Picos de Europa weiter Richtung Lissabon radeln. © Privat

Penzberg – Mit dem Mountainbike von Penzberg bis nach Lissabon radeln und da-bei die Alpen, die Pyrenäen und die spanischen Picos de Europa überqueren: Zu die-sem Abenteuer hat sich der Penzberger Peter Baumeister Anfang Oktober aufgemacht (wir berichteten). Mittlerweile haben der 28-Jährige und sein 400-Euro-Radl in 31 Etappen rund 2500 Kilometer hinter sich gebracht und dabei mehr als 41 000 Höhenmeter überwunden.

Und der Penzberger hat die bisher größte Herausforderung seiner Tour gemeistert: die Überquerung der gesamten Pyrenäen von Ost nach West.

„Ohne Routenplan fuhr ich einfach drauf los“, schreibt Baumeister in einer Mail an die Heimatzeitung. Vom französischen Montpellier aus ging es zunächst nach Andorra. Ab der Grenze zu Spanien sei es dann „extrem wild“ geworden: „Ich traf bis zum Atlantik in den Bergetappen keinen einzigen Menschen – das heißt, viel Einsamkeit und pure Natur – so wie ich es mir erträumt habe“, so Baumeister.

Zum Übernachten habe er sich kleine Selbstversorgerhütten in den Bergen gesucht und jeden Morgen aufs Neue unbeschreiblich schöne Sonnenaufgänge erlebt. Jeder Tag sei geprägt gewesen von menschenverlassenen, wunderschönen Bergetappen. „Es war unglaublich. Die Natur und die Berge wurden einfach Tag für Tag spektakulärer.“ Zwar sei es jahreszeitlich bedingt recht kalt und windig gewesen. Aber der befürchtete Schneefall sei aus-geblieben. Stattdessen habe auf seiner Fahrt durch die Pyrenäen fast durchgehend die Sonne geschienen.

Nichtsdestotrotz seien die Pyrenäen eine echte körperliche Herausforderungen gewesen. Phasenweise habe er täglich 2500 Höhenmeter abgearbeitet. „Dazu die Kälte und der Wind – das kostete extrem viel Kraft.“ Mit der vielen Einsamkeit sei er dagegen gut klar gekommen. Er habe das Alleinsein sogar genossen, denn: „Für mich macht das die Naturerlebnisse viel intensiver.“ Nur um seine Lebensmittelvorräte aufzufüllen, sei er regelmäßig ins Tal hinunter gefahren.

Nach zehn Tagen in den Bergen ging es die letzten 300 Kilometer in flacheren Etappen durch das Baskenland bis an den Atlantik. „Die Einsamkeit der Berge wich einer lebhaften, spanischen Kultur mit liebenswerten Menschen“, schreibt Baumeister. Er besichtigte Pamplona und radelte von dort weiter nach Bilbao. „Über Instagram erreichten mich immer wieder Einheimische, die mich zu sich nach Hause einluden“, so der Penzberger. In der Nähe von Bilbao beispielsweise sei er von einer Familie eingeladen worden, drei Tage bei ihr zu wohnen. „Ich wurde jeden Abend mit traditionellen Gerichten bekocht, sie zeigten mir die schönsten Ecken von Bilbao und ich bekam einen Einblick in das authentische Leben im Baskenland“, schwärmt Baumeister von dieser „unbezahlbaren Erfahrung“.

Mittlerweile ist er in San Sebastian am Atlantik angekommen. Hier will er nun einige Tage Pause einlegen und sein Radl gegen ein Surfbrett eintauschen. Aber die nächste Herausforderung der Tour steht schon vor der Tür: die Überquerung der Picos de Europa. „Die Wettervorhersage ist allerdings extrem schlecht für die nächsten 14 Tage“, so Baumeister. Starker Regen sei angesagt. Aufhalten lassen will er sich davon aber ganz sicher nicht.

Eindrücke von der Tour

findet man auf Baumeisters YouTube-Kanal („Peter Baumeister“).

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