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Der große Saal der Stadthalle in Penzberg.

In Penzberg wird‘s immer verworrener

Nach Wirte-Kündigung: Einstweilige Verfügung für Stadthalle in Penzberg

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Die Situation um die Stadthalle in Penzberg wird immer verworrener. Die Ex-Wirtin hat eine einstweilige Verfügung erwirkt. Für den Starkbieranstich samt Derbleckn hat das aber keine Folgen, heißt es.

Penzberg - Die Ex-Wirtin hat vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt. Sie sieht sich praktisch wieder als Pächterin. Im Rathaus steht man dagegen auf dem Standpunkt, dass die fristlose Kündigung nach wie vor gültig ist. Nur in einem sind sich beide Seiten einig: dass der Starkbieranstich samt Derbleckn in der Stadthalle stattfindet.

Ende Februar hatte der Penzberger Stadtrat beschlossen, der Stadthallen-Wirtin Paula Maria Reisek fristlos zu kündigen, und zwar zum 1. März. In der vergangenen Woche am Mittwoch trafen sich beide Seiten deshalb im Rathaus. Paula Maria Reisek, Geschäftsführerin der „R&G Dienstleistungs GmbH“, hatte im Anschluss davon gesprochen, dass sie sich noch einmal als Pächterin angeboten habe und eine einvernehmliche Lösung wollte. Allerdings ohne Erfolg.

Nun hat Paula Maria Reisek vor dem Landgericht München II eine einstweilige Verfügung erwirkt, um die Stadthalle weiterhin bewirtschaften zu dürfen. Im Juristendeutsch: dass sie den „ungehinderten Besitz sämtlicher Räumlichkeiten des Anwesens“ erhält. Das bestätigte sie auf Nachfrage. Aus ihrer Sicht ist das Pachtverhältnis wieder aufgenommen, sie dürfe die Stadthalle wieder betreiben. Reisek erklärte dazu, dass sie bis vergangenen Dienstag unschlüssig gewesen sei, ob sie aufgeben oder es weiter versuchen solle. „Wir haben uns beraten lassen von einem Anwalt und von Freunden“, erklärte sie. „Uns wurde geraten, darum zu kämpfen.“

Im Penzberger Rathaus wollte man sich am Donnerstagnachmittag zu der einstweiligen Verfügung nicht äußern. Sie sei noch nicht im Original zugestellt, erklärte Bürgermeisterin Elke Zehetner auf Nachfrage. Deshalb gilt für sie weiterhin die Stadtratsentscheidung, das Pachtverhältnis nicht fortzuführen. „Diesen Beschluss habe ich zu vollziehen“, sagte Zehetner. Der Stadtrat, kündigte sie an, wird sich nächste Woche gegebenenfalls mit der Situation beschäftigen. Zugleich machte die Bürgermeisterin klar: „Der Starkbieranstich muss in jedem Fall stattfinden.“ Die Stadt, so Zehetner, habe mit dem Oberlandler Volkstheater, der Brauerei und dem Caterer alle Vorkehrungen getroffen, dass er unter optimalen Bedingungen stattfinden könne, und zwar alle drei Veranstaltungen am Freitag, am Samstag und am Sonntag.

Dass der Starkbieranstich stattfindet, sei in ihrem Interesse, sagte Paula Maria Reisek. „Wir haben nicht vor,  Veranstaltungen zu sprengen“, versicherte sie. Paula Maria Reisek erklärte, ein Partner aus ihrer Gesellschaft – nicht ihr Lebensgefährte – werde mit den Veranstaltern und der Stadt Rücksprache halten. Trotz der einstweiligen Verfügung spricht sie weiterhin davon, mit der Stadt eine Übereinkunft finden zu wollen und sich um eine Zusammenarbeit zu bemühen. Angeblich will sie am Montag in die Stadthalle zurückkehren.

Der Pachtvertrag, so Reisek, sei ihr wegen unbezahlter Altlasten gekündigt worden, sie selber habe immer gezahlt. „Ich habe nichts Unrechtes getan.“ Nur dass sie sich der Stadt nicht rechtzeitig vorgestellt habe, wie sie zugibt. Um der Stadt Penzberg entgegenzukommen, soll laut Reisek ihr Lebensgefährte Bashir Noori aus der Firma aussteigen. Dieser hatte, wie berichtet, mit ihr im vergangenen Jahr die Gesellschaftsanteile der „R&G“ erworben. Sie wolle, sagte die Geschäftsführerin, „jemand ins Boot holen, den die Stadt sich aussucht und der deren Vertrauen hat“.

Am Freitag hieß es nun, dass die einstweilige Verfügung von einem Gerichtsvollzieher im Rathaus zugestellt wurde. Beide Seiten hätten sich geeinigt, dass Reisek nach dem Starkbierwochenende am Montag wieder in die Stadthalle darf. Wie es danach weitergeht, ist momentan unklar.

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