+
Sicherheitswacht in Haar.

Nach Penzbergs Nein: Polizeipräsidium verteidigt Sicherheitswacht

  • schließen

Es war in Penzberg ein knappes Nein zur Sicherheitswacht. Nun hat das Polizeipräsidium auf die Argumente der Gegner reagiert.

Penzberg - Mit 10 zu 9 lehnte der Stadtrat Ende November eine Sicherheitswacht für Penzberg ab. Die Nein-Stimmen kamen von SPD und Grünen. Sie hatten unter anderem argumentiert, dass es keinen Vandalismus gebe, ein „Klima des Misstrauens“ geschürt werde und die Staatsregierung Aufgaben auf die Kommunen abwälzen wolle, anstatt die Polizei mit weiteren Planstellen auszurüsten. Darauf reagierte nun das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. In einem Brief an SPD und Grüne verteidigte Polizeipräsident Robert Kopp den Ausbau der Sicherheitswachten in Bayern. Für Penzberg selbst ändert das nichts. Wegen des Stadtratsvotums, erklärte er, verzichte man selbstverständlich in Penzberg darauf.

Polizeipräsident Robert Kopp betont in seinem Schreiben, dass die Sicherheitswachten nicht dazu dienen, Personal der Polizei zu reduzieren und sich aus der Fläche zurückzuziehen. Die bayerische Polizei, so Kopp, sei in den vergangenen Jahren personell verstärkt worden. Dies geschieht ihm zufolge auch in den nächsten Jahren. Das Vorhandensein einer Sicherheitswacht, erklärte er, führe „nicht zu einer personellen Schwächung der örtlichen Polizeidienststelle“.

Kopp widerspricht auch dem Vorwurf, Aufgaben würden auf die Kommunen abgewälzt. Die Angehörigen der Sicherheitswacht würden von der Polizei ausgebildet, eingesetzt und betreut sowie vom Freistaat finanziert.

Der Polizeipräsident schreibt, dass der Grund für eine Sicherheitswacht nicht in einem schlechten Sicherheitszustand begründet liegt. Es gehe um zusätzliche Sicherheit, so Kopp. Die Ehrenamtlichen seien „wandelnde Notrufsäulen“. Sie sorgten im Ernstfall für schnelle und gezielte Hilfe seitens der Polizei, des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr. Als Nebeneffekt würden potenzielle Straftäter und Störenfriede abgeschreckt. Kopp widerspricht ebenso dem Vorwurf, dass ein „Klima des Misstrauens“ entstehe. Die Erfahrungen würden genau das Gegenteil belegen. Außerdem werde durch die Ehrenamtlichen der Sicherheitswacht genau jene Zivilcourage mit Leben erfüllt, die die SPD-Fraktion fordert. Auch der Befürchtung, dass „Möchtegern-Sheriffs“ Streife laufen, tritt Kopp entgegen. Die Polizeiinspektionen würden die Personalauswahl sehr sorgfältig durchführen.

Laut Kopp hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit den Sicherheitswachten sehr gute Erfahrungen gemacht. Im Präsidiumsbereich wurden sie 2017 in Traunstein, Waldkraiburg und Wolfratshausen neu eingeführt. Ihm zufolge gibt es derzeit Sicherheitswachten in über 130 bayerischen Kommunen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

160 neue Parkplätze am Rigi-Center in Peißenberg
In Peißenberg sind die Arbeiten am Rigi-Center-Parkareal  abgeschlossen. Knapp ein Jahr hat die Umgestaltung gedauert. 160 Parkplätze gibt es.
160 neue Parkplätze am Rigi-Center in Peißenberg
Pferd steckt in Grube fest: Feuerwehren und Tierarzt geben alles, um es zu befreien
Eine Nachbarin bemerkte am Sonntag zufällig, dass auf dem Hof nebenan ein Pferd in eine Grube gestürzt war. Es begann eine aufwendige Rettungsaktion - die der Wallach …
Pferd steckt in Grube fest: Feuerwehren und Tierarzt geben alles, um es zu befreien
Festtage in Antdorf: Feuerwehr und Trommler feiern
In Antdorf wird gleich doppelt gefeiert: Die Feuerwehr begeht ihr 140-jähriges Bestehen, der Brauchtumsverein und Trommlerzug existiert seit 20 Jahren. Am Wochenende …
Festtage in Antdorf: Feuerwehr und Trommler feiern
Geschichten erzählen, ganz ohne Worte
Die Internationalen Duncan Tanz-Tage gingen jetzt zu Ende. Duncan? Wer sich jetzt nur dunkel erinnert, dem sei auf die Sprünge geholfen: Isadora Duncan, die in San …
Geschichten erzählen, ganz ohne Worte

Kommentare