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Neugierige Zuhörer: Die „lebenden Bücher“, hier Instrumentenbauer Horst Grünert, hatten viele Fragen zu beantworten. foto: jum

Stadtbücherei Penzberg 

Ein wahres Fest für Wissbegierige

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Penzberg - Die „Nacht der lebenden Bücher“ in der Penzberger Stadtbücherei wurde zu einem Ort für spannende Gespräche. 

Horst Grünert nimmt eine Holzplatte und klopft darauf. Ein heller Ton erklingt. Er greift zur nächsten, ein längerer und hellerer Ton ist zu hören. Wie gebannt sitzen vier Zuhörer um ihn, die darauf warten, Instrumentenbauer Grünert mit Fragen zu löchern. Daneben sitzt Manfred Heissig und plaudert darüber, wie es war, die Promis bei der Fußball-WM in Südafrika zu bekochen. Es ist die erste „Nacht der lebenden Bücher“ in der Penzberger Stadtbücherei. Die kleinen Gesprächsrunden sind teils so intensiv, dass ein Raunen ertönt, wenn Stadtbücherei-Leiterin Katrin Fügener nach einer halben Stunde den Wechsel zum nächsten Erzähler ankündigt.

Fügener hatte bei einer Weiterbildung in München von dem Konzept der „lebenden Bücher“ – Menschen, die eine spannende Geschichte zu erzählen haben – gehört, und ließ sich inspirieren. „Der Abend soll die Erzählkultur fördern“, sagt Fügener. Im Gegensatz zur fastfoodartigen Kommunikation über soziale Medien und Nachrichtendienste wie Whatsapp sei dies „Slow-Food-Kommunikation zum Genießen“. Dass die Idee aufgeht, ist in jedem der elf Gesprächskreise zu spüren. So rasch, wie die „lebenden Bücher“ Fragen beantworten, kann keine Suchmaschine mithalten. Während Grünert einen selbstgebauten Kontrabass vorführt, erzählt Heissig, wie er und sein Team bei der WM in Südafrika logistische Herausforderung meisterten. Einmal, erzählt Heissig, hatte sein Team nach Mischwannen für Couscous gesucht. „In ganz Afrika haben wir keine gefunden“, sagt der gelernte Koch und Business-Caterer. So mussten Badewannen her, in denen das Getreide gemischt wurde. „Das war sensationell“, sagt Heissig. In einem anderen Eck erzählt Gönül Yerli vom Ramadam. Wer hätte es authentischer erzählen können? Yerli fastet seit 6. Juni, hatte an dem Tag seit 3.44 Uhr nichts gegessen. Der Ramadam sei eine Zeit, in der man sich mit sich selbst beschäftigen soll, es sei ein „Monat der Versöhnung“. Nach der zweiten Gesprächsrunde bricht Yerli auf – um 21.22 Uhr ist Fastenbrechen.

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