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„Nehmt zur Kenntnis, wie gut der Mann ist!“: Gisela Geiger zeigt eines ihrer „Wunschbilder“, das sie für die neue Schau im „Museum Penzberg“ aus dem Gemeentemuseum Den Haag ausleihen konnte: Heinrich Campendonks Ölgemälde „Hirtin mit Ziegen“ (1921). 

neue sonderausstellung im „museum Penzberg“  

Campendonk für alle

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Zu ihrem Abschied vom „Museum Penzberg“ bietet Gisela Geiger eine Ausstellung wie ein großes Ausrufezeichen. Der Wunsch der scheidenden Museumsleiterin an die Besucher ihrer letzten Campendonk-Schau: „Nehmt zur Kenntnis, wie gut der Mann ist!“

Penzberg – Die neue, große Sonderschau, die am Donnerstag, 14. Juni, eröffnet wird und bis 16. September läuft, ist im besten Sinne eine Ausstellung für alle: für Penzberger, für Kunstfreunde aus weitem Umkreis und für Touristen in der Region, für Campendonk-Anfänger und Campendonk-Kenner. Wer bisher wenig oder gar nichts von diesem Maler gesehen hat, der erhält in „einfach. magisch – Die Bildwelten Heinrich Campendonks“ (so der Titel der Schau) einen weiten Überblick über dessen Schaffen, Entwicklungsphasen und vielfältigen Techniken. Aber auch regelmäßige Besucher des „Museums Penzberg – Sammlung Campendonk“ können Neues entdecken: Rund die Hälfte der über 100 Exponate ist erstmals in Penzberg zu sehen, manches sogar erstmals überhaupt in Deutschland. Werke aus der eigenen Sammlung wurden für diese Ausstellung mit Leihgaben aus deutschen, niederländischen und belgischen Museen sowie aus Privatsammlungen ergänzt.

Darunter sind auch einige neue Dauerleihgaben, die Penzbergs rund 300 Werke zählende Campendonk-Sammlung längere Zeit verstärken werden: etwa das kleine, aber großartige Gemälde „Wirtshaus“ aus dem Jahr 1917 (eine Gouache, also gemalt mit Farben, die die Eigenschaften von Aquarell- und Ölfarben vereinen). Auch praktisch das komplette Holzschnittwerk Campendonks kommt mit dieser Sonderschau als Dauerleihgabe nach Penzberg: Die faszinierenden Drucke sind im Altbau zusammen mit originalen Druckstöcken ausgestellt – was nebenbei einen Einblick in den Arbeitsprozess gewährt.

Noch nie in Deutschland ausgestellt war das Ölgemälde „Akte in Landschaft“, das, von einem Freund des Penzberger Museums auf Reisen entdeckt, aus dem belgischen „Musée d’Ixelles“ ausgeliehen wurde. Und auch der großartige „Penzberger Reiter“, eine Leihgabe aus Mönchengladbach, ist in der Ausstellung mal wieder im Original zu sehen – eines der Bilder, die zeigen, wie wichtig die Bergarbeiterstadt Penzberg für Campendonk war, der ab 1911 einige Jahre in Sindelsdorf und Seeshaupt lebte.

Ein kleines Glück sind die gemalten, teils bezaubernden Postkartengrüße, die Heinrich Campendonk 1915 seiner Frau Adda schickte. Sie werden erstmals öffentlich gezeigt – und als Katalog veröffentlicht: „Gemalte Grüße. Postkarten Heinrich Campendonks aus dem Nachlass des Künstlers“ (erhältlich im Museum für 15 Euro). Auch solche „Alltagskunst“ des Malers, den Geiger als „stillen, nie auftrumpfenden Könner“ charakterisiert, macht diese Ausstellung zu einer ganz besonderen – und wirklich magischen.

Magnus Reitinger


Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 14. Juni, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums Penzberg. Zu sehen ist die Sonderschau bis zum 16. September im „Museum Penzberg - Sammlung Campendonk“: Di-So 10-17 Uhr. Info: www.museum-penzberg.de

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