Übernahmen mitten in der Corona-Pandemie die Leitung des Jugendhauses Don Bosco: die neue Einrichtungsleiterin Carolin Kirchner (rechts) und ihre Stellvertreterin Karin Wild.
+
Übernahmen mitten in der Corona-Pandemie die Leitung des Jugendhauses Don Bosco: die neue Einrichtungsleiterin Carolin Kirchner (rechts) und ihre Stellvertreterin Karin Wild.

Übernahme mitten in der Corona-Pandemie

Neue Jugendhaus-Spitze mit Erfahrung

  • vonWolfgang Schörner
    schließen

Für Carolin Kirchner und Karin Wild waren die vergangenen Monate eine besondere Herausforderung. Die Diplom-Sozialpädagoginnen haben mitten in der Corona-Pandemie die Leitung des Don-Bosco-Jugendhauses in Penzberg-Steigenberg übernommen. Der Zusammenhalt im Haus, resümieren sie, sei während des Lockdowns stark gestiegen.

  • Die vergangenen Monate waren für Carolin Kirchner und Karin Wild eine Herausforderung
  • Sie hatten mitten in der Corona-Pandemie die Leitung des Don-Bosco-Jugendhauses übernommen
  • Während des Lockdowns ist der Zusammenhalt im Haus stark gestiegen

Penzberg – Eine große Feier zum Stabwechsel im Don-Bosco-Jugendhaus in Penzberg-Steigenberg gab es nicht. Das verhinderte die Corona-Pandemie. Allerdings hatten Carolin Kirchner als neue Einrichtungsleiterin und Karin Wild als ihre Stellvertreterin auch genug anderes zu tun: Sie traten ihre neue Position Anfang April mitten im ersten Lockdown an. Ihr Vorteil: Sie brachten viel Erfahrung mit. Sie kennen das Jugendhaus bereits seit vielen Jahren.

Dort werden derzeit 36 Kinder und Jugendliche betreut, ein Teil davon in einer Außenwohngruppe. Sie seien hier „aus unterschiedlichen sozialen und persönlichen Gründen“, erklärt Carolin Kirchner. Zusätzlich gibt es weitere Jugendliche, die, nachdem sie das Jugendhaus verlassen haben, weiter begleitet werden, um sie beim Übergang in ein selbstständiges Leben zu unterstützen.

Neue Leiterin arbeitet bereits seit zwölf Jahren im Jugendhaus

Die neue Leiterin Carolin Kirchner arbeitet seit zwölf Jahren im Don-Bosco-Jugendhaus. Davon leitete sie acht Jahre lang die Innenwohngruppe der älteren Mädchen. Zuletzt war die Diplom-Sozialpädagogin, die selbst zwei Kinder hat, ein Jahr Stellvertreterin von Einrichtungsleiter Dirk Tabellion. Sie sei hier direkt nach dem Studium und der Elternpause gelandet, erzählt Carolin Kirchner. Der Beruf, sagt sie, sei generell sehr interessant und vielschichtig, „weil man mit vielen Lebensgeschichten konfrontiert wird und im Team an Lösungsmöglichkeiten arbeitet“. Es sei ein „wahnsinnig kreativer und abwechslungsreicher Beruf“. Und in diesem Arbeitsfeld stelle die Heimerziehung die Königsdisziplin dar, sagt sie. Dafür sei neben Erfahrung und einem großen Wissensspektrum auch eine gefestigte Persönlichkeit nötig. Ursprünglich hatte die 42-Jährige in die Behindertenarbeit gehen wollen. Durch Zufall ergab sich aber, dass sie im Jugendhaus bei der Nachtbereitschaft anfangen konnte. Die Arbeit im Jugendhaus sei zu ihrem Traumberuf geworden, sie habe sich zu einer Berufung entwickelt, sagt sie. In der Gemeinschaft der Mitarbeiter sei es ein „total schönes Arbeiten“. Und zudem habe das Haus eine Größe, bei der man jedes Kind kennt. „Es hat etwas sehr Familiäres.“

Karin Wild, die seit April neue stellvertretende Einrichtungsleiterin ist, arbeitet seit 2006 im Jugendhaus. Die Diplom-Sozialpädagogin war erst Hausfrau und Geschäftsfrau, dann beim Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft tätig. Im Jugendhaus arbeitete sie sechs Jahre in der Mädchenwohngruppe, davon ein Jahr als Leiterin. Seit 2012 ist sie zuständig für den Elternfachdienst.

Im Frühjahr mussten Hygienepläne entwickelt werden

Die vergangenen Monate seien unglaublich schnell vergangen, sagt Carolin Kirchner. Im Frühjahr stand die Leitung zunächst vor der Aufgabe, eigene Hygienepläne zu entwickeln. Als Schulen und Kitas schlossen, mussten plötzlich die Kinder und Jugendlichen auch vormittags betreut werden. Das Homeschooling sei eine große Herausforderung gewesen. Den Kindern mussten Laptops und Internetzugänge bereitgestellt werden. Die Zusammenarbeit mit den Schulen sei dabei top gewesen, sagt Carolin Kirchner. Sie startete damals zudem einen Aufruf an pädagogisch ausgebildete Freiwillige, bei der Betreuung zu helfen. Mit Erfolg. So meldete sich zum Beispiel ein Team aus Schlehdorf, das für zwölf Wochen einen hausinternen Kindergarten auf die Beine stellte. „So hatten wir Zeit für die Schulkinder“, erzählt die Leiterin. Es habe sich extreme Flexibilität entwickelt, sagt Karin Wild. „Und ein Miteinander im Haus.“ Die Kinder, die über Wochen nicht nach Hause fahren durften, lobt sie, hätten es „toll hingekriegt“. Jetzt beim zweiten Lockdown müssen Kinder, die ihre Eltern besuchen, bei ihrer Rückkehr einen negativen Test vorweisen. Die Gruppen und das Betreuungspersonal sind streng voneinander getrennt.

Was geblieben ist, ist der Fachkräftemangel. Das sei im sozialen Bereich eines der größten Probleme, sagt Carolin Kirchner. Sie würde sich über Bewerbungen freuen. Eine andere Sache betrifft den Verein, der das Jugendhaus trägt. Es wäre schön, wenn mehr Leute beitreten würden. Auch auf Spenden sei man angewiesen. Ein konkretes Projekt würde es laut Karin Wild geben: Man wolle das frühere, mittlerweile still gelegte Schwimmbad nutzen. Die Kinder, so die Leiterinnen, würden sich dort ein „Dschungelland“ wünschen.

Spenden

Das Jugendhaus Don Bosco freut sich über Spenden für das „Dschungelland-Projekt. Sie können unter dem Kennwort „Dschungelland“ auf das Konto bei der Sparkasse Oberland eingezahlt werden: IBAN DE 31 7035 1030 0000 3035 86. Bewerbungen von Fachkräften können per E-Mail an das Jugendhaus gerichtet werden:„kirchner@jhdb.net“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare