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Neue Ära für Penzberger Berufsfachschule hat begonnen - flexibler bei der Pflegeausbildung

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Von: Franziska Seliger

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Stephan Meuß, Leiter der neuen „Berufsfachschule für Pflege“ in Penzberg.
Stephan Meuß, Leiter der neuen „Berufsfachschule für Pflege“ in Penzberg. © MM-Archiv

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres Anfang September begann für die seit 1998 in Penzberg bestehende „Berufsfachschule für Altenpflege“ eine neue Ära. Künftig werden hier nicht mehr Altenpfleger ausgebildet, sondern Pflegefachfrauen und – männer. Die Schule erhofft sich davon einiges.

Penzberg – Bereits im Januar traten neue gesetzliche Vorgaben für die Pflege-Ausbildung in Kraft, die die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege vereinen. Vor diesem Hintergrund hat die Penzberger Schule ihren Namen geändert. Sie heißt nun „Berufsfachschule für Pflege“. Außerdem wurde eine Kooperation mit dem Penzberger Krankenhaus vereinbart (wir berichteten).

Im September startete, nach monatelangen bürokratischen Vorbereitungen und der Ausarbeitung des notwendigen neuen Lehrplans, der erste Ausbildungsjahrgang in Penzberg. „Wir haben den Kurs sehr schön voll“, sagt Schullleiter Stephan Meuß auf Nachfrage. 25 Schülerinnen und Schüler hätten mit ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen. Unterrichtet werden sie alle im Block, sagt Meuß. Deren gewählte Schwerpunkte der Ausbildung seien jedoch verschieden. So seien elf der Auszubildenden bei Krankenhäusern der Region angestellt, wo sie auch ihre praktische Ausbildung durchlaufen – etwa am Klinikum in Penzberg. Bei diesen Azubis liegt der Schwerpunkt im Bereich der Krankenpflege. Die restlichen 14 Azubis hätten ihren Schwerpunkt dagegen im Bereich der Altenhilfe und würden etwa am „Steigenberger Hof“ praktisch geschult. Das Seniorenheim grenzt unmittelbar an die Schule an.

Auszubildende durchlaufen alle Pflegebereiche

Meuß betont aber, dass alle Auszubildenden, egal welchen Hauptausbildungsbereich sie haben, während ihrer Ausbildung grundsätzlich alle Pflegebereiche durchlaufen müssen. Das heiß, in diesen drei Jahren absolvieren die Schüler und Schülerinnen praktische Einsätze sowohl in der Akut- als auch in der Langzeitpflege im stationären und ambulanten Bereich. Auch ein verpflichtender Einsatz in der pädiatrischen Versorgung, also in der Kinderkrankenpflege, ist Teil der neu strukturierten Ausbildung. Durch diese vielseitige Ausbildung sei für die neuen Pflegefachleute ab sofort ein leichterer Wechsel innerhalb des Berufsbereichs Pflege möglich, erklärt Meuß. Im Laufe des Berufslebens könne man also etwa ein paar Jahre auf der Intensivstation eines Krankenhauses arbeiten und dann in ein Altenheim wechseln. Dieses Mehr an Flexibilität findet er gut.

Anforderungen in allen Pflegeberufen haben sich geändert

Einen wesentlichen Grund, weshalb die Pflegeausbildung reformiert wurde, sieht Meuß im demografischen Wandel: Ein Krankenpfleger im Krankenhaus müsse wegen der zunehmend älter werdenden Gesellschaft immer öfter alte, vielleicht demente Patienten versorgen. Und in den Altenheimen würden mit zunehmendem Alter der Bewohner verstärkt Pflegekräfte gebraucht und weniger Mitarbeiter, die die Senioren spazieren fahren. „Die Anforderungen in allen Pflegeberufen haben sich einfach geändert.“ Die bisher getrennten Aufgabengebiete Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege wachsen immer weiter zusammen. Durch die neue Form der Ausbildung würden zudem die Kompetenzen der Pflegekräfte stärker gefördert.

Neue Ausbildung soll pflegende Berufe attraktiver machen

Meuß hofft, dass all dies dazu beitrage wird, die pflegenden Berufe ein Stück attraktiver zu machen. Nicht nur deshalb, weil man künftig innerhalb der verschiedenen Pflegebereiche wechseln könne. Sondern auch, weil der neue Pflege-Abschluss EU-weit anerkannt werde. Das sei beispielsweise bei einem Umzug in ein anderes EU-Land sehr wichtig. Bei den bisherigen Abschlüssen, etwa in der Altenpflege, sei das nicht so gewesen.

Der Ausbildungsstart in Penzberg sei reibungslos verlaufen. „Ich bin überrascht, wie gut alles läuft“, bilanziert Meuß die ersten Tage. Zum Auftakt hätten die künftigen Pflegefachleute vier Wochen Blockunterricht an seiner Schule. Schon jetzt könne er sagen, dass auch die neue Kooperation mit der Penzberger Klinik „hervorragend läuft“. Die neue sehr enge Kooperation von Schule und Praxis „halte ich für eine großartige Weiterentwicklung“.

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