Rad- und Fußgängerweg an der Seeshaupter Straße in Penzberg.
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Rad- und Fußgängerweg an der Seeshaupter Straße in Penzberg.

Mobilitätskonzept in Vorbereitung

Neue Wege für Penzbergs Verkehr - wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?

  • vonWolfgang Schörner
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Wie bekommt man den Verkehr in den Griff? Wie motiviert man Menschen, vom eigenen Auto auf Bus, Bahn oder Fahrrad umzusteigen? Antworten auf solche Fragen erhoffen sich viele Kommunen durch Mobilitätskonzepte. Die Stadt Penzberg will nun eine derartige Leitlinie erstellen. Dabei geht es auch um Klimaschutz.

Penzberg – Wenn in der Penzberger Kommunalpolitik in der Vergangenheit über den Ausbau von Fahrradwegen, über den Stadtbus, über eine Ausweitung von Carsharing, über Elektroautos, Parkflächen und Verkehrsberuhigung gesprochen wurde, fiel immer wieder das Wort „Mobilitätskonzept“. In diesem Konzept, hieß es, soll alles zusammenfließen, es soll Wege aufzuzeigen, den Verkehr nachhaltig zu machen und eine Basis für weitere Entscheidungen sein.

„Gesamtbetrachtung der Mobilität“: Start mit Bürgerbefragung

Es sei eine „Gesamtbetrachtung der Mobilität im innerstädtischen Gebiet“, bestätigt Carl-Christian Zimmermann, Klimaschutzmanager der Stadt Penzberg, auf Nachfrage. Der erste Schritt ist ihm zufolge meist eine Bürgerbefragung, in der es darum geht, wie die Menschen von A nach B kommen, welche Verkehrsmittel sie nutzen, ob sie zu Fuß, per Rad, mit der Bahn, dem Bus oder dem eigenen Auto unterwegs sind. Auf Basis dieser Daten wird ein Konzept erstellt, das der Kommune Handlungsmaßnahmen empfiehlt. Das Ziel derartiger Mobilitätskonzepte sei der Versuch, den Individualverkehr zu reduzieren und damit Kohlendioxid einzusparen sowie zum Lärmschutz beizutragen.

Die Stadt Penzberg will nun, wie viele andere Kommunen, ein derartiges Mobilitätskonzept erstellen lassen. Klimaschutzmanager Zimmermann hatte jüngst im Stadtrat auf die Frage John-Christian Eilerts (Grüne) nach dem Fahrplan für das Konzept erklärt, dass derzeit die Auftragsvergabe vorbereitet wird. Ingenieurbüros, die sich für den Auftrag bewerben, würden dann eingeladen, um dem Stadtrat ihre Ideen vorzustellen. Zimmermann rechnet damit, dass noch heuer eine Firma ausgewählt werden kann. Synergieeffekte erwartet er davon, dass in Penzberg auch die Arbeit an einem neuen Flächennutzungsplan beginnt.

Viele Kommunen haben bereits Mobilitätskonzepte - zum Beispiel Freising

Wie so ein Mobilitätskonzept aussehen kann, zeigt das Beispiel der Stadt Freising. Dort trägt es den Titel „Freising nachhaltig mobil“. Das Mobilitätskonzept war im Herbst 2018 fertiggestellt worden. Es soll, erklärt die Stadt Freising zu den Zielen, die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs vom Bevölkerungswachstum entkoppeln, die Verkehrsbelastung im Stadtgebiet senken sowie den CO2-Ausstoß, Lärm und Schadstoffe reduzieren. Ebenso erhofft sich die Kommune, den Platzbedarf für den Verkehr zu senken, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt zu erhöhen sowie den Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern.

Begonnen hatte es vor drei Jahren zunächst mit einer Befragung der Haushalte, Radfahrer, Pendler und Beschäftigten. Auf dieser Basis wurden Analysen erstellt und konkrete Maßnahmen abgeleitet. Der Katalog umfasst 30 Einzelmaßnahmen, in deren Fokus der Fahrradverkehr steht, bei denen es zum Beispiel aber auch um neue Fußwege, um einen besseren öffentlichen Personennahverkehr, um ein kommunales Förderprogramm für Lastenfahrräder, um Carsharing-Angebote und um die Umrüstung des kommunalen Fuhrparks auf Elektroautos geht.

ISEK nimmt Forderungen vorweg: Von Radwegnetz bis Verkehrsberuhigung

Im Zusammenhang mit dem Wunsch nach einem Mobilitätskonzept war in Penzberg in der Vergangenheit, zum Beispiel, als es die Pläne für einen neuen Radweg auf dem Bahnbogen beim Westend ging, immer wieder das städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) aus dem Jahr 2015 genannt worden. Es nimmt bereits Forderungen vorweg, die auch in einem Mobilitätskonzept stehen könnten. Darin wird unter anderem ein Verkehrsentwicklungsplan und ein Mobilitätsmanagement vorgeschlagen. Es empfiehlt, den Individualverkehr zu reduzieren, Auffangparkplätze zu schaffen, auf Straßen eine Verkehrsberuhigung („Tempo-40-Stadt“) einzuführen sowie E-Mobilität und Carsharing zu fördern. Und das Radwegenetz, heißt es, sollte zur Entlastung der Umwelt und der Verkehrsnetze ausgebaut werden.

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