Die „Passgenau“-Angebote liefen auch 2020 weiter, hier eine Biografiewerkstatt mit einem Modeprojekt.
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Die „Passgenau“-Angebote liefen auch 2020 weiter, hier eine Biografiewerkstatt mit einem Modeprojekt.

Berufsorientierung in Corona-Zeiten

Neuer Anlauf für Penzberger Ausbildungsmesse - Pläne für Mai 2021

  • VonWolfgang Schörner
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Heuer musste die große Ausbildungsmesse in Penzberg – die erste seit acht Jahren – wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Nun gibt es einen neuen Versuch. Die Stadt, die Initiative „Passgenau“ und „Neuorientierung null-acht 12“ planen für 5. Mai eine Ausbildungs- und Jobmesse. Weiterbestehen soll zugleich die Online-Plattform „Ausbildung im Oberland“.

Penzberg – Auch in Coronazeiten ist es wichtig, Jugendliche bei der Suche nach einem Beruf sowie Betriebe auf der Suche nach Auszubildenden zu unterstützen. Eine Gelegenheit, beide Seiten zusammenzubringen, sollte heuer Ende März die Ausbildungsmesse bieten. Wegen der Corona-Pandemie wurde aber nichts daraus. Als Ersatz gab es im Mai eine Online-Messe.

Für Mai 2021 ist nun ein neuer Versuch geplant. Das teilten die Initiative „Passgenau“ und das Unternehmen „Neuorientierung null-acht 12“ mit. Dritter Kooperationspartner ist die Wirtschaftsförderung der Stadt Penzberg. Stattfinden soll die Ausbildungsmesse zusammen mit einer Jobmesse am 5. Mai in der Stadthalle. Weiterbestehen soll zugleich die Online-Plattform „Ausbildung-im-Oberland.de“, auf der sich Schüler über Unternehmen in der Region informieren und mit ihnen in Kontakt treten können. „So wird dem ein oder anderen schnell bewusst, wie viele Möglichkeiten es doch tatsächlich hier in Penzberg gibt und dass man nicht unbedingt sein Praktikum oder die Ausbildung woanders absolvieren muss“, schreiben Sabine Ostermann, Nicola Schackmann und Katharina Panholzer von „Neuorientierung null-acht 12“. Ebenso gibt es auf der Plattform Tipps für Bewerbungen und Selbstvermarktung sowie Videos zu Ausbildungsberufen.

Aus Online-Jobmesse 2020 hat sich Ausbildungsplattform entwickelt

Die Plattform, die sich aus der Online-Jobmesse entwickelt hatte, sei „eine tolle Chance – gerade in Coronazeiten“, heißt es bei der Penzberger Initiative „Passgenau“. Die von Petra Zott-Endres und Melinda Veres geleitete Initiative unter dem Dach des Familienzentrums „Arche Noah“ unterstützt seit Jahren Jugendliche in vielfältiger Weise bei der Berufsorientierung. Dort hofft man ebenfalls, dass es mit der Ausbildungsmesse im Mai klappt.

„Passgenau“ führte Berufsorientierung unter Corona-Bedingungen fort

Die Hilfe zur Berufsorientierung hatte „Passgenau“ auch im zurückliegenden Jahr weitergeführt, zum Beispiel mit der Biografiewerkstatt. Bei dem wöchentlich fortlaufenden Angebot mit Projektleiterin Melina Veres sollen Schüler über handwerkliches Gestalten ihre Kompetenzen und Möglichkeiten kennenlernen. Die Jugendlichen, die im November 2019 mit einem Modeprojekt begonnen hatten, blieben online in Verbindung, nähten Masken und beschlossen dann, virtuell zu kochen und besondere Rezepte auszuprobieren. Nach dem ersten Lockdown stellten sie ihre Hoodies nach eigenem Design fertig. Auch im neuen Projektjahr seien die Treffen live und online, so Veres und Zott-Endres. Seit Anfang Oktober arbeite die neue Gruppe an ihren Kleidungsstücken. Sollte der Lockdown bald aufgehoben werden, könne man im Modeprojekt der Biografiewerkstatt noch wenige freie Plätze anbieten, wirbt Melinda Veres.

Masken, Abstand, Lüften und immer wieder Raumwechsel wurden zur Routine

Auch Workshops, zum Großteil in Präsenz, zum Teil hybrid, fanden laut „Passgenau“ statt. Zehntklässler übten in Rollenspielen Vorstellungsgespräche und wendeten das Wissen nach den Herbstferien bei einem Jobdating mit acht Betrieben – zum Teil in Präsenz, zum Teil über Zoom – an. In einem anderen Workshop namens „Wie finde ich den richtigen Beruf?“ unter Leitung von Petra Zott-Endres und Rebekka Hille entwickelten Jugendliche eine Vision ihrer Zukunft. „Masken, Abstand, Lüften, Arbeit in kleinen Gruppen und immer wieder Raumwechsel zählten dabei schon zur Routine und standen der Ideenfindung nicht wirklich im Weg“, berichten die Leiterinnen.

Für das Berufscafé änderte die Initiative zudem das Konzept: Statt offener Veranstaltungen in der Cafeteria der Moschee gibt es im neuen Schuljahr ein separates Programm für die einzelnen Schulen, das vor Ort stattfinden. Den Start machte am 26. November die Realschule mit einer Veranstaltung über Medienberufe.

„Passgenau“ will weiterhin „im engen Kontakt mit den Schulen und Betrieben flexibel“ zusammenarbeiten und auf neue Bedürfnisse reagieren. Die Telefonzeiten seien zudem ausgeweitet worden, um Jugendlichen und Familien auch in Coronazeiten kurzfristig zur Seite zu stehen. Man werde alles Nötige tun, so das Team, um bei einem längeren Lockdown „unsere Angebote virtuell oder, wenn wieder erlaubt, in Präsenz anbieten zu können.“

Penzberger Ausbildungsbetriebe, die aus finanziellen, personellen oder zeitlichen Gründen nicht an der Ausbildungsmesse oder der Online-Plattform teilnehmen können, können sich an die städtische Wirtschaftsförderin Monique van Eijk wenden: E-Mail an „monique. vaneijk@penzberg.de“ oder Telefon 08856/813515. Die kleinere Unternehmen oder Handwerksbetriebe können laut „Neuorientierung null-acht 12“ auch über einen Gemeinschaftsstand an der Messe teilnehmen. Weitere Infos: „www.ausbildung-im-oberland.de“ und „www.das-job-event.de“.

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