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Bergpanorama an der Decke: Den neuen Raum führten Anästhesist Christian Bauereis (4.v.l.) und Geschäftsführer Claus Rauschmeier (l.) vor; mit im Bild OP-Pfleger Benjamin Meier (2.v.l.) sowie Ludwig Schmuck (3.v.l.), Regina Bartusch (2.v.r) und Helmut Edenhofer (r.) vom Krankenhaus-Förderverein.

Klinik Penzberg: Narkose mit Bergpanorama

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Die Minuten vor der Operation, das Warten bis zur Narkose: eine Pein für viele Patienten. Am Krankenhaus Penzberg geht man jetzt einen neuen Weg - mit Bergpanorama.

Penzberg - Das Licht blendet, Instrumente klappern, vermummte Personen laufen hin und her. Es ist kalt. Ein beklemmendes Gefühl beschleicht viele Patienten in den Minuten, bevor sie die Narkose für die Operation erhalten. Im Penzberger Krankenhaus ist das nun anders. Wenn der Patient in den Schlaf gleitet, hat er den Riegsee vor Augen und Musik im Ohr

Seit kurzem gibt es am Penzberger Krankenhaus gleich neben den Operationssälen einen separaten „Einleitungsraum“. Dort erhalten die Patienten ihre Narkose, bevor sie in den OP-Saal geschoben werden. Das Licht ist leicht abgedunkelt, im Hintergrund spielt leise beruhigende Musik. An der Decke – dorthin blickt der liegende Patient – hängt eine große Fotografie vom Riegsee vor einem Bergpanaroma, der Zugspitze, dem Ettaler Mandl und dem Estergebirge unter einem strahlend blauen Himmel.

Es ist keine Spielerei, es hat einen ernsten Hintergrund. „Heute weiß man, dass eine positive Einstimmung, Ruhe und das Gefühl der Sicherheit einen positiven Verlauf der Narkose unterstützen und den Patienten auch entspannter aufwachen lassen“, erklärt Klinik-Geschäftsführer Claus Rauschmeier. Vermutlich brauche man deswegen auch weniger Narkosemittel, sagt Christian Bauereis, leitender Arzt der Anästhesie. Mit diesem „Konzept des sanften Einschlafens“ sei das Penzberger Krankenhaus innovativ, erklärt Bauereis. Jedenfalls kenne er kein anderes Krankenhaus in der Region, das so etwas hat. Er weiß nur von einer Klinik in Brandenburg, die mit einer Brille arbeitet.

Den separaten „Einleitungsraum“ gibt es am Penzberger Krankenhaus, an dem im Jahr zirka 2300 Operationen durchgeführten werden, seit gut einem Monat. Platz dafür war, weil der OP-Trakt vor einigen Monaten neu entstand. Die Erfahrungen sind gut, erzählt der leitende OP-Pfleger Benjamin Meier. „Die Patienten fragen, was das für ein See ist und welche Berge das sind.“ So überbrücken sie die rund zehn Minuten, bis sie die Narkose erhalten.

Das zentrale Element in dem Raum ist das Riegsee-Bild an der Decke. Es stammt von dem Murnauer Fotografen Christian Kolb. Chef-Anästhesist Bauereis bat den Klinik-Förderverein, es zu finanzieren. Und die Krankenhaus-Förderer fanden das „eine gute Idee“, wie Vorsitzende Regina Bartusch sagt.

Bislang waren die Patienten am Penzberger Krankenhaus in einem Aufwachraum auf die Operation vorbereitet worden. Dann wurden sie in den Operationssaal geschoben, wo sie die Narkose erhielten. In diesen Minuten bekamen sie die ganze Hektik eines OP-Betriebs mit. Das wirke auf den Patienten beunruhigend, so Geschäftsführer Rauschmeier. „Ich möchte den Patienten sanft und sicher in die Narkose bringen“, sagt Anästhesist Bauereis. Dafür gibt es nun den „Einleitungsraum“, mit abgedunkelten Licht, Wellness-Klängen und dem Bild vom Bergpanorama, „in dem man sich verlieren kann“.

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