Wohnhäuser, die sich um Innenhöfe gruppieren, sollen auf dem Edeka-Areal in Penzberg entstehen.
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Wohnhäuser, die sich um Innenhöfe gruppieren, sollen auf dem Edeka-Areal entstehen.

Großes Bauprojekt in Penzberg

Geplantes Wohnviertel auf Edeka-Areal: Neuer Entwurf mit 385 Wohnungen

  • vonWolfgang Schörner
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Für das neue Wohnviertel auf dem Edeka-Areal gibt es eine neue Planung. Der im Herbst vorgestellte Siegerentwurf ist damit Makulatur. Nach der neuen Planung entstehen etwas mehr Wohnungen, nämlich 385. Die Häuser sind weiterhin so angeordnet, dass sie vier Innenhöfe bilden. Durch das Viertel sollen sich öffentlich gewidmete Fußwege ziehen.

Penzberg – Eine Jury hatte im vergangenen Herbst einen Siegerentwurf für das Wohnviertel auf dem Edeka-Areal gekürt. In die Bauausschusssitzung am Dienstagabend brachte Projektentwickler Herbert Küblböck nun jedoch einen neuen Entwurf mit. Die Zusammenarbeit mit dem Siegerbüro sei nicht zielführend gewesen, erklärte er. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) ergänzte, beide Seiten seien zeitlich und finanziell nicht zusammengekommen. Laut Küblböck soll nun der Entwurf des zweiten Preisträgers realisiert werden, des Regensburger Büros „Dömges Architekten“ – wobei dieser Entwurf viele Elemente des Vorgängers aufnimmt.

Wohnhäuser bilden vier Innenhöfe - nach aktuellem Stand 385 Wohnungen

Die Häuser sollen weiterhin so angeordnet sein, dass sie Innenhöfe bilden. Thomas Eckert, Vorstand von „Dömges Architekten“, sprach von vier Baufeldern um jeweils einen grünen Innenhof. Die Gebäude sollen drei oder vier Geschosse haben, pro Hof gebe es aber auch einen „Hochpunkt“ mit sechs oder sieben Geschossen. Nach aktuellem Stand entstehen 385 Wohnungen (statt 368), davon 151 mit zwei Zimmern, 138 mit drei Zimmern, 90 mit vier Zimmern und sechs mit fünf Zimmern. 30 Prozent seien geförderte Wohnungen, so Eckert. Nach den derzeitigen Überlegungen sind dafür einzelne Häuser in jedem Quartier reserviert.

„Großzügige Promenade“ durch das neue Wohnviertel

Auf den Dächern sind sowohl private als auch gemeinschaftliche Terrassen vorgesehen, zum Beispiel nutzbar als Kräutergarten. Die vier Höfe sollen sich laut Eckert voneinander durch „Leitfarben“ unterscheiden, außen kräftiger, im Hof „heller und luftiger“. Zum Innenhof sollen die Häuser Balkone haben, nach außen hin Loggias. Laut Entwurf ziehen sich öffentlich gewidmete Fußwege durch das Viertel, in Nord-Süd-Richtung von und zum künftigen Edeka-Markt sowie in Ost-West-Richtung zur Berghalde. Von einer „großzügigen Promenade“ in Ost-West-Richtung mit schattenspendenden Bäumen, Bänken und Tischen sprach Julius Peisel vom Regensburger Büro „toponauten“, das für die Freiflächen zuständig ist. In der Mitte entsteht zudem ein zentraler Platz. Die vier Innenhöfe bleiben dagegen allein den Bewohnern vorbehalten. Sie sollen laut Peisel jeweils „ein eigenes Bepflanzungsthema“ und einen eigenen Kleinkinderspielplatz erhalten.

So sieht der Entwurf für das Wohnviertel aus.

Die Autos werden indes in einer Tiefgarage mit 590 Parkplätzen verschwinden. Nur 33 sind an der Oberfläche zur Henlestraße hin vorgesehen. Für Fahrräder soll es 770 ober- und unterirdische Stellplätze geben.

Im Ausschuss traf auch dieser neue Entwurf auf ein positives Echo. Maria Probst (CSU) fragte, ob es noch Überlegungen gebe, eine Kindertagesstätte zu integrieren. Herbert Küblböck antwortete, dass dies möglich sei, aber dazu noch eine Bedarfsermittlung aus dem Rathaus fehle. Der Projektträger und Investor sagte auch, dass ein energetisches Konzept für das Wohnviertel entwickelt werde.

Einkaufsmärkte auf der nördlichen Hälfte des Edeka-Areals

Für die nördliche Hälfte des Edeka-Areals hat sich ihm zufolge im Wesentlichen nichts verändert. Dort sollen ein neuer Edeka-Center und ein Getränkemarkt sowie südlich davon ein Lidl-Markt und ein Tierfachmarkt entstehen. Zur Straße „Grube“ ist ein Großparkplatz mit 339 Stellplätzen vorgesehen, erreichbar über einen neuen Kreisverkehr. Zu den bestehenden Wohnungen an der Nonnenwaldstraße hin wird laut Eberhard von Angerer, der den Bebauungsplan erarbeitet, wohl ein vier Meter hoher Lärmschutz nötig sein. Auf den Vorschlag von Sebastian Fügener (Grüne), die Einzelhandel-Parkplätze unterirdisch zu errichten oder in die Gebäude zu integrieren, sagte Küblböck, dass er ein Fan solcher Lösungen sei. Dies scheitert ihm zufolge aber daran, dass Edeka und Lidl es aus Wettbewerbsgründen nicht wollen. Sollte man darauf pochen, warnte Bürgermeister Korpan, würde Edeka nicht umziehen und das gesamte Projekt nicht zustande kommen. Der Bauausschuss segnete denn auch am Dienstag die Grundzüge des Bebauungsplans einstimmig ab.

Bis die Wohnhäuser stehen, wird es noch einige Jahre dauern. Erst sind die Einzelhandelsgebäude an der Reihe. Mit welchen Unwägbarkeiten zu rechnen ist, erklärte Küblböck anhand des Untergrunds. Dort verliefen vier Kohleflöze, von denen einer genauer untersucht werden müsse. Auch seien sechs frühere Tagschächte nur mit Betonplatten überdeckt. Die Untersuchung und Verfüllung werde etwa sechs Monate in Anspruch nehmen. Den finanziellen Aufwand schätzt er auf eine Million Euro.

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