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Feierlicher Moment in der Martin-Luther-Kirche für den neuen Pfarrer Julian Lademann.

Julian Lademann startet feierlich ins neue Amt

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Julian Lademann, neuer evangelischer Pfarrer in Penzberg, ist feierlich in sein Amt eingeführt worden.

Penzberg - Die evangelische Kirchengemeinde Penzberg-Seeshaupt hat jetzt auch offiziell einen neuen Pfarrer: Julian Lademann (34) wurde am Sonntagnachmittag bei einem Festgottesdienst in sein Amt eingeführt. Seit Anfang April ist er, wie berichtet, in Penzberg. Das kleine Gotteshaus war voll besetzt, durch die Scheiben strahlte die Sonne, der Posaunenchor von Andreas Pilat und der „Mensch-sing-mit-Chor“ von Alexandra Link-Lichius sorgten für einen würdevollen Rahmen.

Lademann – gebürtig in Weilheim, aufgewachsen in Huglfing und zuletzt Pfarrer in Au in der Hallertau – trat die Nachfolge von Klaus Pfaller an, der vor sechs Monaten nach München-Obergiesing wechselte. Damit endete die Vakanz auf der Pfarrerstelle. Dennoch: „Das halbe Jahr war eher von Aufbruchstimmung begleitet und weniger von einem Gefühl der Durststrecke“, sagte Pfarrerin Ursula Schwager. Sie hatte in der Zeit mit ihrer Amtskollegin Sandra Gassert die Stellung gehalten. Schwager ist überzeugt, dass wieder der Alltag einziehen werde – „getragen von Ehrfurcht vor Gott“.

„Dürre herrscht in Penzberg keineswegs. Hier blüht vieles“, sagte der Weilheimer Dekan Axel Piper. Er erinnerte an die vielfältige Jugendarbeit von Julian Lademann im Dekanat. Vor allem an die Freizeiten der Konfirmanden auf der Lindenbichl-Halbinsel am Staffelsee oder in Wessobrunn. Der Pfarrer habe einen „liebevollen Hang zum Detail“, schmunzelte Piper.

Der neue Pfarrer empfing am Altar die Bestellungsurkunde, unterschrieben von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Lademanns Predigt war geprägt von leidenschaftlichen und humorvollen Worten. Er sprach anlässlich des Palmsonntages über die Bedeutung der „Wegbereitung“ der Menschen zu Christus. Dabei gehe es um Mitleid und Respekt – „in einer Welt, die noch nicht perfekt ist“, in die aber bereits das Licht des Kreuzes fällt. „Ankommen“, das vom Kirchenchor angestimmte fröhliche Lied, passte dazu. Es war eine gelöste, erwartungsfrohe Stimmung, die unter den rund 120 Gläubigen in der Kirche herrschte.

Beim anschließenden Empfang zeigte sich Penzbergs gelebte Ökumene: Die evangelische Gemeinde lud ins katholische Pfarrzentrum Christkönig ein. Pfarrer Bernhard Holz erzählte, wie der neue evangelische Amtskollege plötzlich vor seiner Pfarrbürotür stand. „Das ist Ausdruck, wie bei uns die Ökumene funktioniert“, sagte Holz und würdigte die „unkomplizierten und kurzen Wege“.

Typisch für Penzberg ist das gemeinsame Auftreten der Vertreter der christlichen Kirchen und der islamischen Gemeinde. Deren Vorsitzender Bayram Yerli und Gönül Yerli, Vize-Direktorin des Islamischen Forums, waren unter den Gästen. Letztere lud den Geistlichen ein, sich in Penzberg „gemeinsam auf den Weg“ zu machen.

Zweiter Bürgermeister Dr. Johannes Bauer wies auf die kulturelle Vielfalt in der Stadt hin. Christen und Muslime würden „einen unaufgeregten, freundlichen Dialog führen“. Ein bisserl nahm er den Pfarrer auch in die Pflicht: Die kirchlichen Würdenträger müssten durch ihr Verhalten „für viele Menschen ein Kompass“ sein auf dem Weg zum gesellschaftlichen Frieden.

Unter den vielen Geschenken bekam Julian Lademann ein Präsent aus Au: Eine knapp 15-köpfige Delegation hatte sich ins Oberland aufgemacht – im Gepäck ein Korb mit Schmankerln. „Wir haben ihn ungern ziehen lassen“, hatte zuvor ein Hallertauer in der Kirche gesagt. Es war der einzige wehmütige Moment an diesem Tag.

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