Ein Kreisverkehr soll hier an der Seeshaupter Straße auf Höhe der Birkenstraße entstehen.
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Ein Kreisverkehr soll hier an der Seeshaupter Straße auf Höhe der Birkenstraße entstehen.

Statt Ampelanlage

Einmündung beim künftigen Penzberger Familienbad: Neuer Kreisel an Seeshaupter Straße

  • vonWolfgang Schörner
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An der Seeshaupter Straße in Penzberg wird auf Höhe der Birkenstraße ein neuer Kreisverkehr entstehen. Begründet wird dies mit dem zusätzlichen Verkehr, der wegen des Neubauviertels und des Familienbads erwartet wird. Im Stadtrat stimmte eine Mehrheit für den Kreisel. Abgelehnt wurde damit die Alternative, eine Ampel samt Abbiegespur.

Penzberg – Bereits länger gibt es die Überlegung, wegen des Neubauviertels westlich der Birkenstraße und des künftigen Familienbad-Parkhauses einen Kreisverkehr an der Seeshaupter Straße auf Höhe der Birkenstraße zu bauen. Schon vor knapp zwei Jahren stand die Kreisel--Idee auf einer städtischen Prioritätenliste. Zu einer Entscheidung kam es aber nicht. Vielmehr wurde als Alternative eine Ampelanlage untersucht. Das Ergebnis, ein Vergleich von Kreisverkehr und Ampel, lag nun in der jüngsten Stadtratssitzung vor. Das Votum fiel am Ende mit 14:10 Stimmen für einen Kreisel aus.

Neuer Kreisverkehr soll einen Außendurchmesser von 30 Metern haben

Der Kreisverkehr soll einen Außendurchmesser von 30 Metern erhalten. Laut der Vergleichsstudie würde er rund 885.000 Euro kosten. Benötigt werden von den angrenzenden Flächen etwa 800 Quadratmeter des nördlichen Waldgrundstücks, 170 Quadratmeter des Chillout-Grundstücks und circa 390 Quadratmeter des Friedhofsparkplatzes, wo 13 Parkplätze entfallen würden. Als Vorteile wurden in der Untersuchung unter anderem genannt, dass Kreisel sicherer, leistungsfähiger und bei richtiger Dimensionierung weniger stauanfällig seien. Als Nachteile im Vergleich zu einer Ampelanlage wurden der höhere Platzbedarf und die Kosten aufgelistet. Ebenso hieß es, dass Kreisel eine Gefahr für Radfahrer und Fußgänger darstellen können. Um dies zu vermeiden, würden Radwege „häufig vor dem Kreisverkehr beendet und in den normalen Verkehrsfluss eingegliedert“.

Mehrheitsbeschluss fiel gegen Ampelanlage samt Abbiegespur

Eine Ampel samt Linksabbiegespur an der Birkenstraße würde laut der Vergleichsstudie 470.000 Euro gekostet. Wegen der Abbiegespur, hieß es, müsste die Birkenstraße auf etwa 60 Metern verbreitert werden, was einen Eingriff von circa 800 Quadratmetern in das nördlich gelegene Waldstück bedeutet – also so viel wie für den Kreisel. Als Nachteile wurden genannt, dass es auch bei geringem Verkehr Standzeiten gebe und auf der Strecke bereits viele Ampeln stehen.

Für den Kreisverkehr stimmten die Fraktion von CSU, SPD und FLP sowie Markus Bocksberger (PM), der beide Varianten als „suboptimal“ bezeichnete. Aleksandar Trifunovic (CSU) argumentierte, dass sich beim Kreisel der Verkehr nicht staue und die Emissionen geringer seien, was gut für die Anwohner sei. Hinsichtlich der Sicherheit erklärte er, dass es für die Kinder Fußwege zur Schule und zum künftigen Familienbad – zum Beispiel den Weidenweg aus Richtung Innenstadt – gebe.

Gegen den Kreisel stimmten die Grünen, die BfP und die restlichen drei PM-Mitglieder. Kerstin Engel (Grüne) sagte, dass ein Kreisverkehr für Radfahrer und Fußgänger unsicher sei. Sie verwies darauf, dass sich in dem Gebiet zwei Schulen, eine Kindertagesstätte und künftig das Familienbad befinden. Ausschlaggebend war dieses Argument auch für Armin Jabs (BfP), der eigenen Worten eigentlich ein Kreisverkehr-Fan ist. Engel vertrat zudem die Ansicht, dass bei der Ampel-Variante keine Linksabbiegespur an der Birkenstraße und damit kein Eingriff in den Wald nötig sei. Dem widersprach Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Gutachten würden belegen, dass der Verkehr massiv zunehmen werde, sagt er. Auf Anregung von John-Christian Eilert (Grüne) will Holzmann aber abklären, ob vor den Kreisverkehr-Einfahrten Zebrastreifen möglich sind. Mit einem Kompromiss versuchte es Hardi Lenk (SPD). Er empfahl abzuwarten, bis das Neubauviertel und das Familienbad-Parkhaus fertig sind, um dann zu schauen, was nötig ist. Er blieb mit dem Vorschlag aber allein.

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