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Nick Jäger läuft locker und lässig zur EM-Teilnahme

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Von: Stefan Schnürer

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 Nick Jäger (Nummer 1299) vom TSV Penzberg beim Sparkassen-Cup in Pforzheim.
Da konnte die Konkurrenz noch mithalten: Nick Jäger (vorn rechts) dominierte bei der U23 und siegte mit 16 Sekunden auf den Nächstplatzierten. © Stephan Jäger

Den dritten Advent wird Nick Jäger fern der Heimat in Dublin verbringen. Zum Spaß wird er sich nicht in der irischen Hauptstadt aufhalten. Vielmehr ist es der Lohn für seine sportlichen Leistungen.

Penzberg – Von wegen vorweihnachtliche Besinnlichkeit: Ehe Nick Jäger die Geschenke auspacken und den Weihnachtsbraten vertilgen darf, hat der 22-jährige Laufsportler des TSV Penzberg noch jede Menge zu tun. Über diese Art von Arbeit wird er sich jedoch sehr freuen: Nick Jäger startet am Sonntag, 12. Dezember, bei der Crosslauf-Europameisterschaft in Dublin. Qualifiziert für diesen Wettbewerb hat er sich mit seinem Sieg in der Altersklasse U 23 beim Sparkassen-Crosslauf in Pforzheim. Nach 2018 darf der 22-Jährige bereits zum zweiten mal an einer EM teilnehmen. Nick Jägers jüngerer Bruder Luk verpasste zwar als Siebter die Qualifikation, er war aber trotzdem mit seinem Ergebnis sehr zufrieden.

Laufsport: Nick Jäger hat die Konkurrenz sicher im Griff

„So haben wir es uns erträumt“, sagte ein strahlender Nick Jäger nach dem Zieleinlauf. Mit „wir“ meinte der Student sich selbst und seinen Trainingskameraden Florian Bremm (TV Leutershausen), der sich als Zweiter der U23-Wertung ebenfalls eines der insgesamt drei Tickets in dieser Altersklasse für die Crosslauf-EM sicherte. Beide hatten in einem laut TSV-Sprecher Markus Brennauer „taktisch klug geführten Rennen“ die Konkurrenz sicher im Griff. Mit 31:21 Minuten hatte Jäger nach 8800 Metern auf der laut Brennauer anspruchsvollen Strecke fast 30 Sekunden Vorsprung auf Rang vier, wobei er vor allem auf der letzten von acht Runden noch einmal richtig Druck machte.

Laufsport: Nick Jäger holt einen nach dem anderen Läufer aus der Spitzengruppe ein

Zu Beginn hatte er sich zunächst, gemeinsam mit Bremm, im vorderen Mittelfeld einsortiert. Noch in der ersten Runde bildeten sich zwei Gruppen. Vorn übernahmen die schnellen Männer das Kommando, dahinter bildete sich eine Gruppe mit den U23-Läufern. In dieser Gruppe war es dann der Penzberger, der für das Tempo sorgte. So kam es, dass er sich bald nach vorn löste, gemeinsam mit seinen beiden Trainingskameraden Brian Weisheit und Bremm. „Ich musste dann ziemlich viel alleine laufen. Das war aber kein Problem, denn nun holte ich einen Läufer nach dem anderen aus der Spitzengruppe ein“, berichtete Jäger.

Laufsport: Vorangegangenes Training auf der heimischen Berghalde macht sich für Nick Jäger bezahlt

Auf der anspruchsvollen Strecke mit vielen engen Kurven, Hindernissen, kurzen steilen Anstiegen und matschigem Geläuf spielten Jäger und Bremm ihre Stärken aus. Dabei kam vor allem dem Penzberger entgegen, dass er in der Woche vor dem Wettbewerb noch an der heimischen Berghalde trainiert hatte. Der Kurs auf der Langlaufloipe ist deutlich schwieriger als der in Pforzheim, weshalb Jäger die Strecke dort als „nicht allzu schwierig“ einstufte. So kam es dann auch, dass er sich auch noch auf der letzten Runde richtig frisch fühlte und noch einmal deutlich das Tempo forcieren konnte. „Es hat heute richtig Spaß gemacht, zu laufen“, ließ er nach dem Rennen seine Trainerin und Mutter Melanie Jäger wissen, die verständlicherweise mit dem Auftritt des Filius mehr als zufrieden war. „Jetzt freue ich mich richtig auf Dublin“, so der 22-Jährige. In Irland erwartet die Teilnehmer nach Auskunft von Brennauer „sehr wahrscheinlich wieder ein eher schwieriger Kurs, was Jäger sicherlich entgegenkommen dürfte.

Luk Jäger vom TSV Penzberg beim Sparkassen-Cup in Pforzheim.
Nur zu Anfang vorn dabei: Luk Jäger fand im Rennen der U20 nicht so richtig seinen Rhythmus und belegte am Ende Rang sieben. © Stephan Jäger

Laufsport: Luk Jäger belegt in Pforzheim bei der U20 den siebten Rang

Nicht in Dublin dabeisein wird hingegen Luk Jäger. Der 19-Jährige belegte in der Altersklasse U20 über 6600 Meter den siebten Platz. Mit 25:07 Minuten war er 38 Sekunden zu langsam für das Podium. In den ersten zwei Runden lief Jäger im Vorderfeld. Doch dann erhöhte der spätere Sieger Bastian Mrochen (LG Reinhardswald) das Tempo, sodass Jäger abreißen ließ.

Laufsport: Nicht für die EM qualifiziert, doch Luk Jäger ist zufrieden

„Danach war es halt vom Kopf her schwierig, da ich viel alleine laufen musste“, berichtete Luk Jäger. Als er dann von anderen Läufern von hinten eingeholt wurde, fand er nicht mehr aus seinem Rhythmus heraus, sodass er noch ein paar Plätze einbüßte. „Ich bin aber trotzdem zufrieden, vor allem da ich vor zwei Wochen in Darmstadt noch mehrere Minuten hinter der Spitze war“, kommentierte Jäger seinen Auftritt. Außerdem ist die monatelange Verletzungspause aus dem Sommer immer noch nicht ganz kompensiert. Doch der Penzberger ist optimistisch, diesen Leistungsrückstand bis zu den deutschen CrosslaufMeisterschaften am 18. Dezember aufzuholen.

Mit Marvin Bertram war noch ein weiterer Penzberger in Pforzheim mit dabei. Der 20-Jährige belegte über 8800 Meter mit 34:09 Minuten den 17. Platz bei der U23.

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