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Blau schimmern die Photovoltaik-Module in Halbzellen-Technologie; links im Bild Projektingenieur Stefan Fußeder von Vispiron, rechts Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer.

An der Staatsstraße

Noch mehr Sonnenschein erwünscht - Penzbergs erste Solarparks sind am Netz

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Die zwei ersten Solarparks in Penzberg sind ans Netz gegangen. Seit wenigen Tagen speisen die über 5000 Photovoltaik-Module Strom ein. Bei den Penzberger Stadtwerken ist man längst auf den Geschmack gekommen: Sie würden gern weitere Freiflächen-Anlagen errichten.

Penzberg – Gerade mal fünf Wochen Bauzeit brauchte es, die zwei Solarparks beidseits der Staatsstraße Penzberg-Bichl zu schaffen. Seit Ende Juli ist die Anlage, die sich näher am Penzberger Ortsausgang befindet, am Netz. Der zweite Solarpark folgte am ersten Montag im August. Zuletzt waren die beiden Trafostationen aufgestellt und der Netzanschluss eingerichtet worden. Wichtig der Stichtag 30. Juni. Bis dahin musste nachgewiesen werden, ob die Anlagen Strom erzeugen, um noch die alte Einspeisevergütung von 8,4 Cent pro Kilowattstunde zu erhalten. „Das ist uns gelungen“, sagt Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer. Die Solarparks erzeugten Strom, auch wenn sie erst einen Monat später ans Netz gingen. Hätte sich der Nachweis verzögert, wäre die Vergütung geringer ausgefallen.

Jeweils rund 2500 Photovoltaikmodule befinden sich nun beidseits der Straße, tiefblau bis schwarz schimmernd. Zusammen bilden sie eine Fläche von etwa 8800 Quadratmeter. Die Leistung der beiden Anlagen (zusammen 1,5 Megawatt)reicht aus, um rund 470 Vier-Personen-Haushalte beziehungsweise etwa 1100 Single-Haushalte mit Strom zu versorgen, rechnet Vilgertshofer vor.

Ins Boot geholt haben sich die Penzberger Stadtwerke dafür das Münchner Unternehmen Vispiron. Beide investierten 1,5 Millionen Euro: die Stadtwerke 51 Prozent, Vispiron den Rest, den größten Teil über Kredit finanziert. Um die Solarparks zu betreiben, gründeten sie zwei Unternehmen: „VSP 22“ und „VSP 23“. Der Überschuss wird an die beiden Anteilseigner ausgeschüttet. Vilgertshofer rechnet damit schon ab dem ersten Jahr. Vollständig refinanziert haben dürften sich die Solarparks laut Stefan Fußeder, Projektingenieur von Vispiron, nach 16 bis 17 Jahren.

Der Stadtwerke-Partner Vispiron finanziert, realisiert und betreibt weltweit Solarkraftwerke. Für Kommunen würden Solarparks in einer Größe von 750 Kilowatt Leistung wie in Penzberg Sinn machen, sagt Fußeder: Man finde für sie eher eine Fläche als für größere Solarparks, sie würden in der Bevölkerung eher akzeptiert und sie seien wirtschaftlich.

Die beiden Penzberger Solarparks entstanden samt Umgriff auf einem Gelände von zusammen 27 000 Quadratmetern. Kritik hatte es im Vorfeld wegen einer befürchteten Versiegelung gegeben. Die Flächen seien vorher intensiv landwirtschaftlich genutzt, gemäht und gedüngt worden, sagt Stadtwerke-Chef Vilgertshofer, Nun gebe es auf der Fläche die Chance für Artenvielfalt. „Wir lassen sie 20 Jahre in Ruhe.“ Es werde zwei- bis dreimal im Jahr gemäht und nicht gedüngt. Derzeit sprießt das Gras unter den Modulen. Versiegelt wurde nur ein geringer Teil für die Fundamente. Von „einer sehr hohen Artenvielfalt im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Flächen“ kann Vispiron-Mitarbeiter Fußeder aus anderen Solarparks berichten. Feldhamster, Mäuse, Bodenbrüter und andere Vögel hat er dort beobachtet. „Ein positiver Nebeneffekt“, wie Fußeder sagt.

Für die Penzberger Stadtwerke ist es das bisher größte Photovoltaik-Projekt. Anlagen hat das Kommunalunternehmen auch auf dem Feuerwehrhaus, der Kläranlage, der Kinderkrippe Spatzennest, dem Hort an der Winterstraße und der Mittelschule. Zusammen bringen sie es auf etwa 15 Prozent der Leistung der zwei neuen Solarparks. Man habe vom Verwaltungsrat den Auftrag, dezentrale Versorgungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien zu errichten, um die kommunalen Klimaschutzziele zu erreichen, sagt Vilgertshofer. Die zwei Solarparks können ihm zufolge „Beispiele für weitere Anlagen sein“. Soll heißen: Stadtwerke und Vispiron suchen weitere Flächen. Was laut Vilgertshofer auch für den Verpächter lukrativ sei: Er habe so stabile und attraktive Pachteinnahmen.

Allerdings sind geeignete Freiflächen schwer zu finden, räumt Vispiron-Mitarbeiter Fußeder. Um eine Einspeisevergütung zu erhalten, müssen die Flächen innerhalb eines 110 Meter breiten Streifens an Bahnstrecken und Autobahnen liegen oder sich um Konversionsflächen – zum Beispiel ehemalige Gewerbegebiete – handeln. Oder man bewirbt sich mit Acker- oder Grünlandflächen bei der Bundesnetzagentur. Die zwei Penzberger Solarparks liegen im 110-Meter-Streifen an der Bahnstrecke Tutzing-Kochel.

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