Wohnungsbau in Penzberg
+
Wohnungsbau in Penzberg

Energetischer Kriterienkatalog

Öko-Katalog: Stadt Penzberg gibt sich selbst Empfehlungen für eigene Neubauten

  • vonWolfgang Schörner
    schließen

Die Stadt Penzberg gibt sich in einem energetischen Kriterienkatalog selbst die Empfehlung, bei eigenen Neubauten in der Zukunft den „bestmöglichen Standard“ zu wählen, zum Beispiel den Passivhaus-Standard. Eine Verpflichtung ist dies allerdings nicht, wie es heißt.

Penzberg – Der Penzberger Stadtrat hat auf Empfehlung des Bauausschusses einen „energetischen Kriterienkatalog“ beschlossen, in dem es zum Beispiel um Energiestandards, Heiztechnik, Photovoltaikanlagen und Baustoffe geht. Ausgearbeitet wurde er von der städtischen Klimaschutzabteilung. Der Katalog greift Forderungen des Klimaschutzpakets auf, das der Stadtrat im November 2019 beschlossen hat.

Der Kriterienkatalog gelte ausschließlich für Gebäude, die die Stadt Penzberg selbst neu errichtet, so Klimaschutzmanager Carl-Christian Zimmermann. Bei ihnen solle der „bestmögliche Standard“ angewandt werden, erstmals beim geplanten Kinderhaus an der Nonnenwaldstraße. Laut Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) handelt es sich allerdings nur um Empfehlungen. „Es heißt also nicht, dass wir es machen müssen.“ Maria Probst (CSU) hatte in der Februarsitzung des Bauausschusses erklärt, dass die Entscheidung nicht leicht falle, da man nicht wisse, welche Kosten dies nach sich zieht. Sie bat, beim Kinderhaus abzuwarten, bis man die Kosten im Vergleich zur konventionellen Bauweise kennt – damit der Stadtrat nicht „Baldrian statt Kaffee“ nötig hat. Klimaschutzmanager Zimmermann sagte dazu, dass zur Nachhaltigkeit auch gehöre, die finanziellen Folgen zu berücksichtigen. Auf den Wohnungsbau gemünzt, heißt dies, wie er es formulierte: „Es nützt uns nichts, wenn eine Miete von 25 Euro rauskommt.“ Ähnlich plädierte Adrian Leinweber (SPD): Man sollte so vorgehen wie bei den Mehrfamilienhäusern westlich der Birkenstraße, wo man unterschiedliche Standards beleuchtet habe: also erst vergleichen und dann entscheiden, „was wir uns leisten können und wollen“, so Leinweber.

Öko-Empfehlung: Passivhausstandard für städtische Neubauten

Der energetische Kriterienkatalog empfiehlt bei künftigen städtischen Neubauten einen Heizwärmebedarf von 15 Kilotwattstunden pro Quadratmeter und Jahr (KWh/m2a), was laut Zimmermann dem Passivhausstandard entspricht. Dies hatte der Stadtrat im November 2019 als Teil seines Klimaschutzpakets gefordert.

„Soweit möglich“, heißt es in dem Katalog, sollten städtische Neubauten an das örtliche Fernwärmenetz angeschlossen werden. Andernfalls soll als Alternative der Einbau einer Pelletheizung beziehungsweise einer Wärmepumpe geprüft werden. Außerdem heißt es bezüglich der Heizung, dass neue Technologien auf Basis erneuerbarer Energien zu bevorzugen sind, zum Beispiel Hybridkollektoren. Der Katalog empfiehlt ebenso, bei Lüftungs- und Photovoltaikanlagen auf einen hohen Wirkungsgrad zu achten. Bei der Leistung der Photovoltaikanlagen sollte „mindestens der Jahresstromverbrauch des Gebäudes veranschlagt“ werden.

Baustoffe, die biologisch abbaubar sind - E-Ladestationen in den Gebäuden

Empfehlungen spricht der Katalog ebenso für „Baustoffe und ökologische Aspekte“ aus, zum Beispiel, dass Baustoffe verwendet werden sollen, die biologisch abbaubar sind und möglichst ohne großen Energie- und Transportaufwand hergestellt wurden. Bevorzugt werden sollte eine ökologische Bauweise zum Beispiel in Massivholz, Holzständer- beziehungsweise Tafelbauweise mit einer ausgeglichenen CO2-Bilanz. Geachtet werden soll laut Kriterienkatalog ebenso darauf, dass die versiegelte Fläche gering gehalten und das Bauwerk begrünt wird. Ebenso sollen Ladestationen für E-Fahrzeuge in den Gebäuden integriert werden.

Leicht geändert hat in diesem Zug der Bauausschuss zugleich den ökologischen Kriterienkatalog, der privaten Bauherrn seit zwei Jahren Empfehlungen zum nachhaltigen Bauen macht. Beim Wärmeschutz verweist er nun auf den energetischen Katalog der Stadt. Außerdem wurde laut Zimmermann die Empfehlung von Brennwertkesseln gestrichen, „weil wir keine Zukunft in fossilen Brennstoffen sehen“.

Lesen Sie auch: Besucheransturm auf Osterseen: Gemeinde erhöht Parkplatzgebühren - „Regelmäßige Überlastung im Dorf“

Und: Fridays for Future: Plakat-Aktion am Penzberger Stadtplatz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare