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Neustart für die FDP in Penzberg: (v.l.) Clemens Deyerling, Ralf Simon, Vorsitzender Daniel Blank, Simon Marx und Jochen Renzing bilden den Vorstand.

Ortsverband gegründet

FDP kündigt Bürgermeisterkandidaten für Penzberg an

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Die FDP hat am Montagabend einen Penzberger Ortsverband gegründet. Sie kündigte zugleich an, für die Kommunalwahl 2020 einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken. Nach derzeitigen Kenntnisstand würde es damit sechs Bewerber für Penzbergs Rathaus geben.

Penzberg – Es war eine kleine Runde, die sich am Montag zum Penzberger FDP-Ortsverband zusammenschloss. Er besteht aus sechs Männern, fünf davon bilden den Vorstand, alle einstimmig gewählt. Es ist quasi eine Wiederauferstehung: Bis vor 30 Jahren gab es schon einmal einen FDP-Ortsverband in Penzberg. Kreisvorsitzender Klaus Breil kann sich daran noch erinnern. Es sei eine seiner ersten FDP-Veranstaltungen im Landkreis gewesen, als die Kasse des aufgelösten Ortsverbands dem Kreisverband übergeben wurde.

Nun versucht die FDP in Penzberg den Neustart. Quasi als Paten waren der frühere bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil und Münchens FDP-Chef Fritz Roth gekommen. Daniel Blank (38) wurde in der Versammlung zum Vorsitzenden gewählt. Für die Kommunalwahl im März 2020 kündigte er an, dass die FDP „zwei Sitze im Stadtrat erobern“ wolle. Auf Nachfrage sagte er, dass die FDP auch einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wolle. Einen Namen nannte er noch nicht. Nach aktuellem Stand wird es damit sechs Kandidaten fürs Bürgermeisteramt geben. Zumindest hatten bei einer Umfrage unserer Zeitung im November alle fünf im Stadtrat vertretenen Parteien und Wählervereinigungen erklärt, Kandidaten nominieren zu wollen.

FDP-Chef Blank ist Kommunikations- und Marketingberater und lebt seit zwei Jahren mit seiner Familie in Penzberg. Sein Stellvertreter ist Clemens Deyerling (36). Der Unternehmer, ein gebürtiger Oberpfälzer, wohnt mit seiner Familie in Iffeldorf. Zum Schatzmeister wählte die Runde Jochen Renzing (54), der seit über 20 Jahren in Iffeldorf lebt und bei Roche arbeitet, aktuell als Projektmanager in der Produktion. Schriftführer wurde Ralf Simon (75), einst Werkleiter bei MAN und Geschäftsführer von ACP in Penzberg. Simon war in den sechziger Jahren den Jungdemokraten beigetreten, der damaligen FDP-Jugend. „Als ich gehört habe, dass die FDP hier aktiv wird, habe ich mir gleich gedacht, ich will mitmachen.“ Beisitzer ist der Diplom-Wirtschaftsingenieur Simon Marx (32), der vor zwei Jahren nach Penzberg gezogen ist.

FDP-Chef Blank sagte, dass er nach dem FDP-Dreikönigstreffen auf Gut Hub – damals gab er bekannt, einen Ortsverband zu gründen – „sehr viel positive Reaktionen“ erhalten habe. Bei einem Gedankenaustausch vergangene Woche hätten sich drei Kernthemen ergeben, bei denen „die FDP Lücken schließen kann“. Zum einen die Wirtschaftspolitik: Angesichts der Situation bei HAP ist es ihm zufolge wichtig, Klarheit zu schaffen, was die Kommune tun kann („Stichwort Bebauungsplan“). Für den Fall, dass das Werk infrage steht, müsse überlegt werden, wie Penzberg für andere Firmen interessant wird, sagte Blank mit Blick auf die Mitarbeiter. Bezüglich des Edeka-Areals warb er für ein Gewerbegebiet; entsprechende Konzepte dürften aber nicht auf Kosten der Innenstadt gehen.

Als zweites Kernthema nannte Blank die Stadtverwaltung: Das Projektmanagement („Prioritätenliste“) müsse deutlich verbessert sowie die Verwaltung digitalisiert werden, um den Bürgern Wege zu ersparen und das Bearbeitungstempo zu erhöhen. Das dritte Thema sind ihm zufolge Verkehr und Infrastruktur. Blank forderte „gänzlich neue Konzepte“ für einen besseren öffentlichen Personennahverkehr („Rufbus 2.0“), der Penzberg auch mit anderen Städten wie Schongau, Murnau, Bad Tölz und Wolfratshausen verbindet. Zur digitalen Infrastruktur sagte er, Penzberg könne zwar auf seine Breitbandversorgung stolz sein, im europäischen Maßstab („50 Mbit reichen bald nicht mehr“) schaue es aber anders aus. Der Glasfaserausbau müsse vorangetrieben werden.

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