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Neuer, alter Sprecherrat: (v.l.) Wolfgang Schweiger, Katharina von Platen, Alice Grubert und Alfred Sommer.

Jahresversammlung des Ortsverbands

Penzbergs Grüne ließen die Keule zu Hause

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Penzbergs Grüne verzichteten bei ihrer Versammlung diesmal auf große Kritik am Rathaus. Auch bei den Wahlen zum Sprecherrat gab es keine Überraschungen.

Penzberg – Wer eine deftige Abrechnung mit dem politischen Gegner und der Rathausverwaltung wie zuletzt erwartet hatte, der wurde an diesem Abend enttäuscht. Lediglich kleine kritische Spitzen gab es bei der Jahresversammlung der Penzberger Grünen zu hören.

Hatte sich Stadtratsfraktionsvorsitzende Dr. Kerstin Engel noch vor zwei Jahren mit geharnischten Worten von Bürgermeisterin Elke Zehetners Politik distanziert, zog die grüne Frontfrau vor 19 Anwesenden im evangelischen Gemeindesaal nur eine Bilanz der eigenen kommunalpolitischen Arbeit – gepaart mit dezenter Kritik. Wichtiges Thema der Fraktion war in den vergangenen Monaten die Verkehrspolitik – Tempo 30 und Lärmaktionsplan – gewesen. Beides hatte Engel im Stadtrat mit wechselndem Erfolg gefordert. „Das hat sich als unglaubliche Odyssee herausgestellt“, sagte sie. Dass eine Tempoverringerung auf Penzbergs Straßen kurz vor dem Scheitern stand, habe neben dem behördlichen Nein „letztendlich auch an der Verwaltung“ gelegen, so Engel. Es fehle „ein bisschen Elan im eigenen Rathaus“. Sie ist dennoch optimistisch, dass auf einigen Straßen Tempo 30 ausgewiesen wird. Denn: „Innerörtlich soll ein Miteinander von allen Verkehrsteilnehmern stattfinden. Und nicht freie Fahrt für freie Bürger.“

Bei den Kindergärten und -horten mahnte Engel zum wiederholten Mal ein „langfristiges Kinderbetreuungskonzept“ an. Die Nachfrage an Plätzen sei wegen des Zuzugs nun mal hoch – worauf die Stadt „immer mit Hängen und Würgen und mit Notlösungen“ reagiere.

Nicht festlegen lassen wollten sich Kerstin Engel und ihre Fraktionskollegen Dr. Johannes Bauer und Klaus Adler in der Versammlung dagegen beim Thema „Hotel-Standort“ – obwohl Ex-Stadträtin Bärbel Scholz dazu „einen klaren Standpunkt der Grünen“ vermisst. „Wir sind auf jeden Fall für ein Hotel“, antwortete Engel. Einschränkung: „Wir brauchen einen guten Standort.“ Die Grünen wollen den Bürgerdialog abwarten, an dessen Ende im Oktober ein Ratsbegehren mit Bürgerentscheid steht – auf diese strategische Haltung verwies Johannes Bauer.

Der Ortsverband, der laut Sprecherratsmitglied Alfred Sommer rund 30 Mitglieder zählt, startet heuer eine Umweltschutz-Kampagne: „Plastikarm leben“ lautet das Motto. Dafür haben sich die Grünen das interreligiöse Umweltteam Penzberg, den örtlichen Bund Naturschutz und den Verein „Oberland Plastikfrei“ ins Boot geholt. Laut Alice Grubert vom Sprecherrat sind drei Aktionen geplant: eine Einbindung diverser Einzelhändler, ein Vortrag mit dem Umweltteam am 19. Juli und ein Vortrag samt Ausstellung zum „Tag der Schöpfung“ am 14. Oktober.

Ohne Überraschungen verlief die Wahl zum neuen Sprecherrat: Das vor zwei Jahren gewählte Team um Katharina von Platen (38), Alice Grubert (53), Wolfgang Schweiger (50) und Alfred Sommer (60) wurde bestätigt.

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