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Dr. Ottilie Randzio ist nicht nur Pflege-Expertin, sondern auch bekennender Oldtimer-Fan.

Was macht eigentlich?

Frau Doktors Einsatz für bessere Pflege

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Die Penzbergerin Dr. Ottilie Randzio ist in der Geschäftsführung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK) in Bayern und hat ein großes Ziel: Die Situation in der Pflege verbessern.

Penzberg – Wenn es um die Pflege geht, ist Dr. Ottilie Randzio resolut: „Das Ziel muss sein, den pflegebedürftigen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu gewährleisten, das der Würde des Menschen gerecht wird. Und da muss noch viel geschehen.“ Das war im Jahr 2003, als die Penzbergerin in einem Interview mit der Heimatzeitung diesen Satz sagte. Die damals 47-jährige Allgemeinmedizinerin war gerade zur Leiterin des neuen Bereichs „Pflege“ im Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Bayern aufgestiegen – und hatte es sich, zum Ziel gesetzt, im Gesundheitswesen und insbesondere in der Pflege kräftig mitgestalten zu wollen. Diesen Weg ging die heute 62-Jährige konsequent. Sie machte Karriere beim MDK. Anfang 2008 stieg Ottilie Randzio zur leitenden Ärztin im Pflege-Bereich auf, seit April 2010 ist sie stellvertretende Geschäftsführerin im Freistaat.

Die Arbeit ist ihr nicht ausgegangen. Randzio setzt sich mehr denn je dafür ein, ihre soziale Botschaft umzusetzen. Die Pflege müsse in der sozialen Marktwirtschaft verankert werden, lautet ihr Credo. Dafür trommelt die zierliche, aber energiegeladene Frau bundesweit die Werbetrommel, sei es im MDK-Büro am Münchener Ostbahnhof, im Berliner Gesundheitsministerium, bei Tagungen, Kongressen oder bei den Spitzenverbänden. Ihr Anspruch: In der Pflege „müssen wir auf Transparenz setzen“, sagt sie. Denn der mündige Verbraucher brauche eine seriöse Grundlage für seine Auswahl an Dienstleistungen.

Dafür hatte Ottilie Randzio neben den Heimkontrollen des MDK und dessen Gutachten auf den „Pflege-TÜV“ gesetzt. Noten sollten den Verbrauchern zeigen, wie ein Heim bei Kontrollen abschnitt. „Das ist aber gescheitert“, sagt Randzio heute und macht dafür die Konstellation verantwortlich, dass die Bewertungskriterien ausgerechnet von den Leistungsanbietern selbst und den Kassen ausgehandelt worden seien. Jetzt setzt die MDK-Fachfrau auf ein neues Prüfungsinstrument, das voraussichtlich 2018 kommen soll. Die Penzbergerin schickt ihre Mitarbeiter, der MDK-Bayern zählt mehr als 1400, ihn Deutschland umher, um bei dem Vorhaben Einfluss zu nehmen. „Bis ich ausscheide, bin ich noch voll im Geschäft“, lacht sie. Die 62-Jährige will Ende 2018 in die Altersteilzeit gehen. Logistisch hatte sie in der letzten Zeit eh genug zu tun gehabt. Die neue Pflegegrade-Regelung, die heuer in Kraft trat, musste vom MDK vorbereitet und umgesetzt werden. Bei elf Großveranstaltungen wurde die Bevölkerung über die Änderungen informiert, dazu kamen Schulungen für die Kassen und unzählige neue Anträge. Im Schnitt hat der Medizinische Dienst permanent 25 000 offene Anträge zu abzuarbeiten, mit den neuen Pflegegraden wurden es gar 48 000 Vorgänge. „Es kam alles zusammen“, bilanziert Randzio. „Aber wir haben es geschafft.“

Ganz so positiv fällt ihr Fazit zur Situation bei der Pflege nicht aus. Es habe sich seit jenem Interview im Jahr 2003 zwar viel getan sagt sie und nennt „bedeutend weniger“ eklatante Missstände und extrem skandalöse Zustände in Heimen wie Ernährungssonden, Fixierungen und Psychopharmakaeinsätze. Dennoch: „Jetzt schlägt der Personalmangel in der Pflege durch.“ Sie will zwar nicht alle Anbieter über einen Kamm scheren, aber: „Die Qualität der Einrichtungen lässt deswegen nach.“ Da liege nicht an den Beschäftigten, sondern an den unzureichenden Rahmenbedingungen für deren Arbeit. Randzio macht sich deshalb für „mehr Hände“ in der Pflege stark, für eine bessere Grundausbildung und für eine bessere tarifliche Bezahlung. Auch mahnt die Expertin, „dass wir in der Führungsebene dringend was machen müssen“. Und dann ist sie bei ihrem Lieblingsthema. Transparenz in der Pflege sei der Schlüssel für eine positive Entwicklung, sagt sie. Die Pflege, vor allem ältere Menschen generell, müssten viel mehr Wertschätzung in der Bevölkerung erhalten. „Pflegebedürftige dürfen nicht an den Rand gedrängt werden.“

Ottilie Randzio verfolgt weiter energisch ihre sozialen Ziele. „Es wird sich daran nichts ändern“, schmunzelt sie. Für ihr weit über die Berufstätigkeit hinaus gehendes Engagement, wie bei der Einführung des Rotary-Projekts „Altern in Würde“, hatte sie 2009 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Selbst wenn sie nicht alle ihre Pflege-Ziele erreicht hat, ist sie doch optimistisch. Denn das Gesundheitssystem verändere sich, so die Penzbergerin. „Es bewegt sich doch.“

Das soziale Engagement beweist Ottilie Randzio auch zu Hause: Sie engagiert sich im Rotary-Club bei der Penzberger Tafel und bei den Sprach-Scouts. Und Tennis spielt sie immer noch, zuletzt mit den Penzberger Damen 50 in der Bayernliga.

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