Der neue Vorstand des Feuerwehr-Vereins: (v.l.) Ulrich Kattler, Stefan Korpan, Petra Sobotta, Joachim Kollmus (1. Vorsitzender), Michael Günl, Jan Heinemeyer, Sabine Schweiger, Rüdiger Plankensteiner und Sebastian Bergel. Fotos (2): STB
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Der neue Vorstand des Feuerwehr-Vereins: (v.l.) Ulrich Kattler, Stefan Korpan, Petra Sobotta, Joachim Kollmus (1. Vorsitzender), Michael Günl, Jan Heinemeyer, Sabine Schweiger, Rüdiger Plankensteiner und Sebastian Bergel. Fotos (2): STB

In Penzberg

Pandemie kann Feuerwehr nicht stoppen

360 Einsätze in zwei Jahren und tausende von Einsatzstunden weist die Bilanz des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg Christian Abt auf. Bei den Neuwahlen verzichtete Bürgermeister Stefan Korpan auf die Position des Vereinsvorsitzenden, die ihm traditionell zusteht. Zum Zuge kam stattdessen der bisherige Stellvertreter.

Penzberg – Erstmals fand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg in der Fahrzeughalle statt, damit die mehr als 100 Feuerwehrmänner und -frauen corona-konform Platz nehmen konnten.

Elke Zehetner, seit 2014 Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins, freute sich über das große Interesse. Sie listete die Vereinsaktivitäten auf: Faschingsgunkel, Entenrennen, Jahrtag und Törggelen sowie die rührige Seniorengruppe. Viele Aktionen betrafen auch die Feuerwehrbande (Kinder bis 7 Jahre) und die Kinderfeuerwehr (8-13 Jahre), die es seit 2018 gibt und aus deren Reihen schon Jugendliche in die Jugendfeuerwehr eingetreten sind.

2020 musste das Vereinsleben komplett entfallen. Heuer geplant sei noch neben dem Ferienprogramm das Entenrennen am Schwadergraben (18. September), der Feuerwehr-Jahrtag am 5. September und ein „Törggelen to go“ am 8./9. Oktober.

Derzeit zähle Penzbergs Feuerwehr 111 Aktive, der Frauenanteil liege bei 18 Prozent, verkündete Kommandant Christian Abt. Dazu kommen noch elf Mitglieder in der Jugend sowie elf Buben und neun Mädchen in der Kinderfeuerwehr.

Neben diesen Aktiven gehörten dem Verein auch passive und fördernde sowie Ehrenmitglieder an. Der Verein zähle damit 292 Mitglieder, davon 64 Frauen. Mehr als 7000 Einsatzstunden verzeichnete die Feuerwehr 2019, davon entfielen 4270 Stunden auf 190 Einsätze. Wieder stieg die Zahl der Technischen Hilfeleistungen. Zu den 132 Einsätzen gehören Türöffnungen, das Auspumpen von Kellern, aber auch Hilfe bei schweren Verkehrsunfällen.

Der größte der 24 Brandeinsätze war das Feuer im Vereinsheim der Spielvereinigung Maxkron. Vermehrt werde die Feuerwehr zu Brandmelde-Alarmierungen gerufen. „Auch wenn es oft Fehlalarme sind oder es sich nur um eine Rauchentwicklung handelt, so werden dadurch oft größere Einsätze verhindert“, so Christian Abt. Bedenklich sei die steigende Zahl an brennenden Fahrrad-Akkus, die großen Schaden anrichten.

In 2020 rückten die Penzberger Floriansjünger zu 170 Einsätzen aus. Mitte März war ein Katastrophen-Stab gebildet worden, der Übungs- und Ausbildungsbetrieb wurde eingestellt, Masken wurden Pflicht, die Feuerwehrleute in zwei Gruppen eingeteilt, die keinen Kontakt untereinander hatten, damit bei einer Infektion nur eine Gruppe in Quarantäne gehen musste. Zudem wurde die Besatzung in den Fahrzeugen um ein Drittel reduziert.

Nur im Sommer konnten Übungen und Lehrgänge angeboten werden. Damit kam die Feuerwehr auf nur 537 Übungsstunden und 2616 Einsatzstunden. Mit 112 Einsätzen der Technischen Hilfeleistung, davon 25 Türöffnungen, 18 Bränden, einigen Fehlalarmen und Brandmelde-Alarmen sei es ein eher ruhiges Jahr gewesen.

Mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), einem hochmodernen Einsatzleitwagen und einem Mannschaftstransportwagen, die beide 2019 angeschafft wurden sowie einem Anhänger in 2020 sei eine Lücke im Fuhrpark geschlossen worden, mit der die Feuerwehr auch für Einsätze im schwierigen Gelände gerüstet sei, erklärte Christian Abt. Zudem wurden neue Jacken angeschafft.

Erfreulich sei auch, dass die Stadt zwei Feuerwehr-Gerätewarte genehmigt habe. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr auf beruflicher Ebene aber auch die Kameradschaft betonte Jan Pfeil, der Chef der Penzberger Polizei. Das seien zwei Gründe für ein gemeinsames Blaulichtzentrum. Dieses Thema streifte auch Bürgermeister Stefan Korpan neben seinen Dankesworten für das Engagement der Feuerwehrmänner und -frauen: „Wir sind dran“, versprach er. Das Projekt Layritzhalle sei einfach zu teuer geworden. Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta sprach deutliche Worte: „Willensbekundungen hören wir seit 15 Jahren, jetzt müssen wir Geschwindigkeit reinbringen!“

Die Wahlen brachten eine Überraschung. Nicht Bürgermeister Stefan Korpan wurde zum ersten Vorsitzenden vorgeschlagen, sondern Joachim Kollmus. In seinem Grußwort begründete das Stefan Korpan mit der großen Erfahrung von Joachim Kollmus aus vielen Jahren als stellvertretender Vorsitzender.

Der Bürgermeister wurde wunschgemäß zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Michael Günl löste Peter Abt als Kassier ab. Stellvertreterin bleibt Monika Schweiger. Petra Sobotta und Ulrich Kattler übernahmen die Kassenprüfung. Als Vertrauenspersonen für die Mannschaft Herren wurden Jan Heinemeyer und Sebastian Bergel gewählt, zur Vertrauensperson Mannschaft Führungsdienstgrade gewählt wurde Rüdiger Plankensteiner.

Anneliese Steibli

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