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Auch in Penzberg wächst das Parkplatzproblem.

Penzberg

Der Park-Druck in Wohnvierteln wächst

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Penzberg - Nicht nur in München, auch in Kleinstädten wie Penzberg herrscht Parkdruck in den Wohnvierteln. Nun diskutierte der Bauausschuss über das Problem. 

Penzberg – Wer in München-Schwabing wohnt, kann ein Lied davon singen: von der allabendlichen Suche nach einem freien Parkplatz. Wer dort Gäste erwartet, rät ihnen schon lange, es mit dem Auto erst gar nicht zu versuchen. Freie Parkplätze sind Mangelware. Penzberg ist von Münchner Zuständen zwar weit entfernt. Doch auch in Kleinstädten herrscht Parkdruck in Wohnvierteln. Und er wächst, je mehr gebaut wird. So verschärft der Wille, neuen Wohnraum zu schaffen, das Parkplatz-Problem. Diskutiert wurde darüber am Dienstagabend in der Bauausschuss-Sitzung.

Anlass der Debatte waren die Baupläne der Maro-Genossenschaft für drei neue Häuser mit 22 Wohnungen an der Mathias-Flurl-Straße (wir berichteten). Sie sehen nur 30 statt der vorgeschriebenen 38 Parkplätze vor. Der Bauausschuss lehnte es ab, eine Ausnahme von der Stellplatz-Satzung zuzulassen, auch wenn es grundsätzlich keine Einwände gegen das Projekt gab. Die Stadt will nun nachverhandeln. Einen Anstoß dazu lieferten die Anwohner. In einem Schreiben ans Rathaus warnten sie unter anderem vor dem steigenden Parkdruck in dem Viertel zwischen Karlstraße und Alpenstraße, der ihren Worten nach bereits jetzt durch Lehrer des Schulzentrums, durch Pendler des nahen Bahnhofs und durch Innenstadt-Besucher besteht. Auch Besucher des nahen Museums dürften dazu beitragen.

„Wir haben einen massiven Parkdruck. Ihn gibt es aber auch in anderen Straßen“, bestätigte Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Für die Anwohner seien Parkplätze nötig. Denn die Autos, so Holzmann, würden nicht weniger, auch wenn sich Bauherren – wie im Fall der Mathias-Flurl-Straße – Mobilitätskonzepte mit eigenen Carsharing- und Fahrrad-Stellplätzen ausdenken. Von einem enormen Parkdruck sprachen ebenso Bürgermeisterin Elke Zehetner und die Bauausschuss-Mitglieder. Sie gingen deshalb auf die Bitte der Anwohner zwischen Karl- und Alpenstraße ein, sich zu einem Gespräch zu treffen und Lösungen zu suchen.

Einige Ideen wurden am Rande angesprochen. Bürgermeisterin Zehetner präzisierte gestern auf Nachfrage, sich Anwohner-Parkausweise vorstellen zu können. „Das machen viele Städte in Wohngebieten“, sagte sie. Für Penzberg wäre es neu. Die Idee ähnelt dem Beispiel aus Ländern wie Italien, wo in Städten bestimmte Zonen den Anwohnern und dem Lieferverkehr vorbehalten sind.

Im konkreten Fall wird die Stadt laut Zehetner mit Realschule und Gymnasium sprechen, damit Lehrer – und die eher wenigen Schüler mit Auto – den Parkplatz an der Karlstraße oberhalb des Museums nutzen. Eine gute Idee wäre ihr zufolge auch, die Mathias-Flurl-Straße zur Einbahnstraße zu machen.

Das Bauvorhaben an der Mathias-Flurl-Straße wird am Parkplatz-Problem gleichwohl nicht scheitern. Alle Fraktionen im Bauausschuss begrüßten das Mehrgenerationen-Projekt mit bezahlbaren Wohnraum, das die Maro-Genossenschaft auf einem freien Grundstück der Wohnungsgenossenschaft Penzberg („Bauverein“) schaffen will. Auch die Anwohner wollen es nicht verhindern. Wie berichtet, sind sieben größere Wohnungen für Familien, sechs Wohnungen für Paare und neun kleinere Wohnungen für Singles vorgesehen. Die Fertigstellung ist für Spätsommer 2018 geplant.

Optimistisch ist Stadtbaumeister Justus Klement, dass der Bauherr die fehlenden Parkplätze oberirdisch preiswert schaffen kann. Klement hatte selbst vorgeschlagen, den Maro-Antrag abzulehnen, sich von der Stellplatzsatzung befreien zu lassen. Zumal dies einen Präzedenzfall schaffen würde, warnte Ludwig Schmuck (CSU) mit Blick auf die Parkplatz-Kontroverse um das Thierer-Grundstück beim Bahnhof.

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