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Schüler schwänzen für den Klimaschutz - hier bei einer Demo in Hamburg. Auch im Landkreis stellten Schüler Anfragen, um in München demonstrieren zu gehen. 

Schwänzen für den Klimaschutz

25 Gymnasiasten aus Penzberg bei Klima-Demo

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Statt zur Schule auf die Demo gehen? Auch Jugendliche aus dem Landkreis hatten am Freitagvormittag in München für den Klimaschutz demonstriert. 

Weilheim/Penzberg Mehrere tausend Schüler haben am Freitagvormittag in München für den Klimaschutz demonstriert, darunter auch Jugendliche aus dem Landkreis Weilheim-Schongau. Sie folgten dem Beispiel der jungen Schwedin Greta Thunberg, die seit August 2018 jeden Freitag dem Unterricht fern bleibt, um in ihrer Heimat unter dem Motto „Schulstreik für das Klima“ zu demonstrieren.

Für die Kundgebung in München hatten sich rund 25 Penzberger Gymnasiasten abgemeldet. Wie berichtet, hatte Schulleiter Bernhard Kerscher die Teilnahme ab der 9. Klasse erlaubt, wenn die jeweiligen Eltern ihr Einverständnis geben. Ihm zufolge soll die Teilnahme allerdings eine einmalige Sache bleiben. Das Kultusministerium hatte, wie berichtet, dieses Mal die Entscheidung noch in die Hände der Schulleiter gelegt; künftig jedoch sollen sie die Schulpflicht durchsetzen.

Der Gymnasiumsdirektor könnte sich, so sagte er auf Nachfrage, zum Thema einen Aktionstag an der Schule selbst vorstellen. Er müsste aber inhaltlich vorbereitet sein. Die Umwelt-AG des Penzberger Gymnasiums – es trägt den Titel „Umweltschule“ – hängte im Schulhaus schon mal selbst entwickelte Plakate zum Klimaschutz auf.

Auch am Gymnasium Weilheim wollten Schüler demonstrieren

Auch im Gymnasium Weilheim hätten sich zwei Schüler erkundigt, dann aber nicht um eine Freistellung gebeten, sagte Schulleiterin Beate Sitek am Freitag. Ob tatsächlich jemand gefehlt habe, lasse sich jedoch erst kommende Woche klären.

Sollte sich herausstellen, dass jemand unentschuldigt abwesend war, käme es auf den Einzelfall an, sagt sie. Verweise wolle sie nicht kategorisch ausschließen – sie halte es aber für wichtig, nach pädagogischem Maß vorzugehen. „Wenn wir sehen, dass jemand für die Sache brennt, ist es nicht sinnvoll, denjenigen radikal zu stoppen.“

Persönliche Nachteile für Schüler?

Auf der anderen Seite müsse ein Schüler die persönlichen Nachteile in Kauf nehmen, wenn ihm die Angelegenheit so wichtig sei. Wer auf Missstände hinweisen wolle, könne nicht erwarten, dass man ihm den roten Teppich ausrolle. „Es kann auch nicht jeder Freitag dafür genutzt werden, dann erfüllt derjenige seine persönlichen Ziele nicht mehr“, sagt sie weiter. Dann sei sie gezwungen einzugreifen. Das würden Eltern auch von ihr erwarten.

Und schließlich müsse geschaut werden, wie engagiert jemand sonst sei. „Kann man ihm das abnehmen? Denn sicher sind nicht alle gleich neue Greta Thunbergs“, sagt sie. Eine Demonstration allein sei ohnehin nicht genug. „Wir alle müssten ins Handeln kommen, damit sich wirklich etwas verändert in dieser Welt.“ Auch weist Sitek darauf hin, dass das Gymnasium selbst derzeit dabei sei, eine Umweltschule zu werden. Auch dort könne sich im Sinne der Zukunft und Generationen eingesetzt werden. 

Wolfgang Schörner und Christoph Zempel

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