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Trockengelegt: das Schwimmbecken im Penzberger Wellenbad, wo noch nicht viel vom Abbruch zu sehen ist; im Bild Stadtwerke-Mitarbeiterin Ulrike Franz und Bauleiter Adam Reizmanas.

Blick auf eine verborgene Baustelle

Abbruch hinter den Mauern des Penzberger Wellenbads

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Ein langer Bauzaun umgibt seit einigen Wochen das Penzberger Wellenbad. Vom Abriss ist außen noch nicht viel zu sehen. Innen haben die Abbrucharbeiten aber längst begonnen. 

Penzberg – Ende Juli hat der Abbruch des Penzberger Wellenbads, an dessen Stelle ein neues Hallenbad entstehen soll, begonnen. Für den Abriss haben die Planer rund drei Monate veranschlagt. Bis Ende Oktober ist das gesamte Gebäude weg und das Gelände eben, sagt Stadtwerke-Mitarbeiterin Ulrike Franz, die mit Adam Reizmanas über die Baustelle führt. Reizmanas von der Dachauer Firma Ettengruber ist Bauleiter für die erste Etappe: den Abbruch und die Schadstoffsanierung.

Es sind große Mengen an Material, die in den nächsten Wochen entsorgt werden müssen. Laut Bauleiter fallen zum Beispiel zirka 1500 Kubikmeter Bauschutt an. Zum Vergleich: Ein vierrädriger großer Müllcontainer hat ein Volumen von etwa einem Kubikmeter. Hinzu kommen etwa 160 Tonnen imprägniertes Altholz, fünf bis acht Tonnen künstliche Mineralfaser sowie kleinere Mengen Styropor, Baumischmüll und unbelastetes Holz.

Entrümpelung im Wellenbad in Penzberg

Von außen ist vom Abbruch des mit einem Bauzaun umgebenen Wellenbads noch nicht viel zu sehen. Blaue Container stehen vor dem Eingang. Ein Schritt durch die Tür, und schon ist man mitten auf der Baustelle. Die Deckenverkleidungen sind entfernt und geben den Blick auf Kabel und Rohre frei. Der alte Kassenautomat steht noch da. Auf der Seite neben dem Eingang befindet sich ein Kasten mit Tür, der aussieht wie ein Dixie-Klo aus Metall. Darauf ein Schild mit der Warnung „Asbestfasern!“. Es ist eine der Sicherheitsschleusen zu den Duschen und WCs, wo gerade die Fliesen entfernt werden. Der Kleber, mit dem sie befestigt sind, ist asbesthaltig. Im Becken des Schwimmbads sei das nicht der Fall, sagt Ulrike Franz. Auch in den Duschen und WCs sei es so lange kein Problem gewesen, bis sie abgebrochen werden.

Derzeit wird im Wellenbad quasi entrümpelt. Möbel und Gerätschaften kommen raus, ob im Eingangsbereich, in den Umkleiden, in der Schwimmhalle oder der Sauna, wo es trotz Baustelle immer noch nach Sauna riecht. Ebenso läuft die Schadstoffsanierung. Danach folgt laut Ulrike Franz in den nächsten Etappen die weitere Entkernung, der Abbruch des Daches und der Gebäudekonstruktion. Anschließend wird die Bodenplatte abgenommen und der Beckenbereich bis eineinhalb Meter Tiefe unter der Oberfläche abgebrochen. Auch die gesamte Technik muss raus. Beim Abbruch werden die Materialien sortiert, zu Haufen geschichtet, beprobt und schließlich entsorgt. Um das entstehende Loch im Bereich der Schwimmhalle aufzufüllen, werden laut Bauleiter Reizmanas zirka 2500 Kubikmeter Kies benötigt.

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Schwimmbecken sind noch intakt aus - vieles ist aber schon verschwunden

Noch schaut die Schwimmhalle relativ intakt aus. Verschwunden sind die Einstiegshilfen, das Einmeterbrett und die Startblöcke, das kleine Kinderbecken ist nur noch ein Torso. Das große Becken ist längst leer. Nur ganz unten steht etwa zwei Zentimeter hoch das Wasser, das vermutlich durch Risse oder Löcher aus dem Untergrund hineindrückt. In der Ecke schwimmt noch ein kleiner Gummiball vom Hundeschwimmen, dem letzten Wellenbad-Akt Mitte Juli.

Wenn im Oktober das alte Wellenbad verschwunden und danach das Gelände aufgefüllt ist, beginnt der Bau des neuen Hallenbads. Erste Etappe wird sein, Bohrpfähle in die Erde zu treiben – so wie viele Gebäude in Penzberg wird das Bad wegen des torfigen Untergrunds quasi auf Stelzen stehen. Die Planer schätzen, dass die Gründung mit Bohrpfählen bis Februar 2020 dauert. Danach geht es an den Rohbau. Bis das Hallenbad fertig ist, wird es lange dauern. Die Eröffnung ist für Dezember 2021 geplant.

wos

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