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Die besten Abiturienten in Penzberg waren Lilli Herbelßheimer, Sebastian Proksch, Jana Engesser, Dana Schweiger, Josefine Okorn, Annika Zarnt, Maike Ackermann, Maximilian Hofschen und Annalena Peuker.

Eine etwas andere Abschlussfeier

Abi-Zeugnisse in Penzberg: Ein Noten-Rekord in der Krise - besser als der Bayern-Schnitt

  • vonWolfgang Schörner
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Es ist ein besonderer Abi-Jahrgang: Zum einen weil er während der Corona-Pandemie seine Prüfungen ablegen musste, zum anderen weil er mit einem Notenschnitt von 2,09 das bisher beste Ergebnis am Penzberger Gymnasium erzielte. Am Freitag erhielten die 104 Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse – auf eine etwas andere Art.

Penzberg – In der Vergangenheit füllten bei der Abifeier jedes Mal rund 600 Personen die alte Wellenbadturnhalle. Diesmal führte jedoch die Corona-Krise die Regie: Das Penzberger Gymnasium hatte die Mensa mit Podium, schwarzem Vorhang, rotem Teppich, Blumen und Bühne ausgestattet, davor rund 25 Stühle, die Zuhörer alle mit Maske. Und der Rest? Im Schulhaus waren weitere rund 430 Personen in 38 Räumen verteilt. Sie verfolgten die Feier per Livestream. Zur Zeugnisverleihung kamen die Abiturienten gruppenweise in die Mensa.

Penzberger Abi-Jahrgang besser als der Bayern-Durchschnitt

Dass der Penzberger Abi-Jahrgang einen Notenschnitt von 2,09 – bayernweit liegt er bei 2,25 – geschafft hatte, brachte ihm viel Lob ein, von Bürgermeister Stefan Korpan, Landrätin Andrea Jochner-Weiß („Die Generation Corona-Abschluss wird begehrt sein: Sie haben bewiesen, dass Sie unter widrigen Umständen Leistung abrufen können“) und der Elternbeiratsvorsitzende Astrid Heller („Ihr musstet mehr Selbstdisziplin aufbringen und auf einiges verzichten“). Insgesamt schafften 50 Abiturienten eine Note bis 2,0.

Dem Jahrgang sei bei der Aufgabenstellung nichts geschenkt worden, sagte Schulleiter Bernhard Kerscher vor der Feier gegenüber der Heimatzeitung. Wobei er nicht ausschließen könne, dass Kollegen den Schülern entgegengekommen sind. Die bessere Erklärung für den 2,09-Schnitt laute aber: „Die Schüler waren noch nie so gut vorbereitet, weil sie sich nur auf die Abiturprüfungen vorbereitet haben, sie hatten keine anderen Fächer mehr, und sie hatten auch keine Ablenkung.“

Schulleiter Kerscher und die Erkenntnis aus der Corona-Krise

Für Kerscher selbst war es die letzte von 39 Abiturverabschiedungen in seiner Laufbahn. Der künftige Ruheständler sagte, für die Abiturienten sei es eine gute Erfahrung gewesen, sich selbstständig und konzentriert auf die Prüfungen vorzubereiten. In die Freude über das gute Ergebnis mische sich aber Bitternis: Die Welt werde „nicht mehr die sein, die wir zu kennen glaubten“, sagte er mit Blick auf die Corona-Pandemie. Die Erkenntnis lautet ihm zufolge: „Es gibt keine Sicherheit.“ Das sei zwar immer schon so gewesen, erklärte Kerscher. Man habe aber so getan, als ob die Welt sicher sei und die schlimmsten Dinge ein überbuchter Flug oder eine gestrichene Klassenfahrt seien. Der Schulleiter sagte den Abiturienten, dass man dies akzeptieren und daraus Konsequenzen ziehen müsse. Das solle nicht bedeuten, „ein Trauerkloß“ zu werden. Es solle anspornen, die Zukunft zu gestalten. Die junge Generation hält Kerscher darauf gut vorbereitet. „Eure Generation hat schon vorher bewiesen, dass sie die Welt gestalten will, bei Fridays vor Future und der Demonstration gegen Pegida.“ Sie habe gemerkt, dass eine andere Lebensweise nötig sei. „Alle meine Hoffnung liegt auf euch und eurer Generation: Gestaltet die Welt so, dass sie für eure Kinder und Enkelkinder lebenswert ist.“ Besser, als es die eigene Generation getan hat, wie er zugab

Junge Generation: Nicht nur Corona, sonder auch Fridays for Future

Darauf ging auch Abiturient Frederic Rasor ein, der mit Marie Beyerle und Niklas Mauritz die Schülerrede hielt. Er erinnerte an dieKlima-Demo am Stadtplatz und sprach von der Hoffnung, dass sich das Bewusstsein entwickelt, den Konsum auf das Wesentliche zu reduzieren. Ebenso erinnerte er an den Lübke-Morde und an die Rassismus-Opfer in den USA. Dies zeige, dass man sich weiter für Weltoffenheit und Toleranz einsetzen muss.

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Und: „Penzberger Kultu(h)rnacht“ endgültig abgesagt

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