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Aktion zum 75. Jahrestag der Mordnacht: Paten gesucht für 300 Penzberger „Mahnblumen“

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Von: Wolfgang Schörner

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So sehen die „Mahnblumen“ aus, hier bei der „Penzberg ist bunt“-Demo Anfang Dezember. © Wolfgang Schörner

Bei der „Penzberg ist bunt“-Demo während des Steinmeier-Besuchs konnten sich die Penzberger von den „Mahnblumen“ schon mal einen Eindruck verschaffen. 300 davon sollen nächsten April zum 75. Jahrestag der „Penzberger Mordnacht“ aufgestellt werden. Das Penzberger Museum sucht nun Paten für die Friedenssymbole.

Penzberg – Es soll aussehen wie ein Mohnblumen-Meer, nur dass es sich eben um „Mahnblumen“ handelt. Der Aktionskünstler Walter Kuhn hatte im Herbst 2018 für großes Aufsehen gesorgt, als er für drei Wochen mehr als 3000 derartige Seidenblumen auf dem Königsplatz in München aufstellte. Er wollte damit, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, an die Schrecken aller Kriege erinnern und zum Frieden mahnen, unter dem Titel „Niemals wieder“.

Das Penzberger Museum holte den Aktionskünstler, wie berichtet, nächstes Jahr nach Penzberg, passend zum 75. Jahrestag der „Penzberger Mordnacht“ vom 28. April 1945. In Penzberg sollen die roten Seidenblüten am Stadtplatz, an den Orten des Gedenkens und am Friedhof an die Opfer des NS-Regimes erinnern.

Museum Penzberg: Patenschaften für die „Mahnblumen“

Das Museum ruft nun dazu auf, die Aktion mit einer Patenschaft zu unterstützen – mit 30 Euro pro Blume. Unmittelbar nach Ende der Aktion Mitte Juni gehen die Blumen inklusive Sockel in den Besitz des jeweiligen Paten über. Die etwa hüfthohen „Mahnblumen“ aus leuchtendroter Kunstseide mit einem Blütendurchmesser von 70 Zentimetern würden als Zeichen des Friedens gern in Vorgärten gestellt oder bei Friedenskundgebungen mitgetragen, wirbt das Museum. Eine kleinere Version der „Mahnblume“ mit 28 Zentimetern Höhe gibt es auch. Sie kann ab sofort im Museum für 8,50 Euro gekauft werden.

„Mahnblumen“ war schon bei „Penzberg ist bunt“-Demo zu sehen

Einen Eindruck von den „Mahnblumen“ hatten sich die Penzberger bereits Anfang Dezember verschaffen können, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Moschee besuchte. Damals fand eine „Penzberg ist bunt“-Demonstration als Reaktion auf eine Pegida-Aktion statt. Aktionskünstler Kuhn hatte eigens rund 60 „Mahnblumen“ mit nach Penzberg gebracht und unter den Demonstranten verteilt.

„Mahnblumen“-Aktion in Penzberg von 26. April bis 14. Juni

Seit dem Seidenblumen-Meer auf dem Münchner Königsplatz läuft das Kunst- und Friedensprojekt regional und international weiter. Für Penzberg, so das Museum, entwickle Walter Kuhn gerade ein eigenes Konzept. Die Gräueltaten der NS-Anhänger am 28. April 1945 in Penzberg – damals wurden 16 Männer und Frauen ermordet –– hätten in tief berührt. Die „Mahnblumen“ sollen in Penzberg vom 26. April bis zum 14. Juni stehen bleiben. Zugleich will das „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ die Hintergründe zur Mordnacht sowie zu den „Mahnblumen“ präsentieren. Kuratiert wird das Projekt von Ingrid Gardill und Museumsleiterin Freia Oliv. Ab sofort gibt es im Museum die 180-seitige Dokumentation „Never forget – Never again“ über das grenzübergreifende „Mahnblumen“-Projekt für 29,90 Euro zu kaufen

Mit dem Kunstprojekt, so das Museum, könne sich „Penzberg an eine Form des kulturellen Gedenkens jenseits aller Museumsmauern anschließen und die Friedensbotschaft auch über die lokalen Grenzen hinaus weiterverbreiten“.

„Mahnblumen“: Wie man eine Patenschaft übernimmt

Wer eine „Mahnblumen“-Patenschaft für die Aktion in Penzberg übernehmen will, überweist 30 Euro pro „Mahnblume“ an die Stadt Penzberg, IBAN DE89 7035 1030 0000 3000 20, Verwendungszweck: „Mahnblume“ und der Name des Überweisenden. Alle Paten werden während der Aktion auf einer eigenen Internetseite genannt. Wer das nicht möchte, schickt eine E-Mail an patenschaft@mahnblumen-penzberg.de.

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