1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Penzberg

Neue Idee für alte Stadtbücherei - ein Platz für Startups und Kreative?

Erstellt:

Von: Wolfgang Schörner

Kommentare

Das Gebäude der ehemaligen Stadtbücherei ist seit acht Jahren ungenutzt.
Das Gebäude der ehemaligen Stadtbücherei ist seit acht Jahren ungenutzt. © Wolfgang Schörner

Seit acht Jahren steht das Gebäude der früheren Stadtbücherei am Penzberger Rathausplatz leer. Nun bringt der FDP-Ortsverband einen neuen Vorschlag ins Spiel: ein kleines Innovationszentrum. Ihrer Vorstellung nach könnten dort Coworking-Räume für Firmengründer, Kreative, Selbstständige und Studenten entstehen.

Penzberg – Schon seit einiger Zeit wirbt die FDP Penzberg-Iffeldorf dafür, in Penzberg ein Innovationszentrum zu schaffen: ein „Coworking Space“, also offene, möblierte Arbeitsbereiche, die von Firmengründern, Kreativen, Selbstständigen und Studenten flexibel genutzt werden können. Vorbild ist das „Innovationsquartier Murnau“, das dort 2017 im alten Gemeindekrankenhaus eingerichtet wurde und jungen Unternehmen die nötige Infrastruktur bietet.

FDP-Vorschlag: „Coworking“-Räume in der alten Stadtbücherei

Als möglichen Standort schlagen Vorsitzender Yannick Timo Böge und sein Stellvertreter Clemens Deyerling nun das Gebäude der ehemaligen Stadtbücherei am Rathausplatz vor. Bei der Stadt Penzberg und bei anderen Parteien haben sie schon vorgefühlt. Die FDP will ihren Vorschlag in einen Antrag gießen und ihn möglichst bis März bei der Stadt einreichen. Die alte Bücherei haben sie ins Auge gefasst, „weil es naheliegend ist“, so Böge. Sie sei ungenutzt, liege zentral und habe drumherum Infrastruktur wie Bäcker, Metzger und Co, erklärt er.

Der Bedarf für ein „Coworking Space“ wäre vorhanden, ist sich Böge sicher. Das hätten Gespräche auf privater Ebene bestätigt. Er denkt dabei an einen Ein-Mann-Software-Entwickler, der Anschluss und Austausch sucht, genauso wie an den Arbeitnehmer, der eine Alternative zum „Home Office“ benötigt, oder den Studenten, der nicht nach München pendeln will. Zielgruppe wären ebenso Jungunternehmer und Startup-Gründer.

Böge und Deyerling sprechen aus eigener Erfahrung - als Jungunternehmer

Böge und Clemens Deyerling können da aus eigener Erfahrung schöpfen. Böge hatte vor einigen Jahren mit Kollegen das Startup-Unternehmen „Smart 4 Diagnostics“ gegründet, das Lösungen für die digitale Kontrolle der Transportkette von Blutproben entwickelt. Den Grundstein legten sie damals, mangels Alternativen, am Küchentisch in Böges Wohnung in Penzberg (wir berichteten). Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in München-Obersendling. Deyerling, war vor fünfeinhalb Jahren von Berlin nach Iffeldorf gezogen. Der Selbstständige suchte damals „Coworking“-Räume, ein kreatives Umfeld, wie er sagt. Fündig wurde er im „Innovationsquartier Murnau“. Er sei damals der erste Mieter gewesen, erzählt Deyerling. Mit seinem neuen Rufbus-Unternehmen „Omobi“ (er hat es voriges Jahr auch dem Penzberger Stadtrat vorgestellt) ist Deyerling mittlerweile im Murnauer Gewerbegebiet Neu-Egling ansässig. Hätte es „Coworking“-Angebote damals bereits in Penzberg gegeben, hätten ihre Unternehmen womöglich heute ihren Sitz in Penzberg.

FDP hat vorgefühlt - und feilt noch an einem Antrag

Mit ihrem Konzept war die FDP laut Böge bereits bei Landtagsvizepräsident Wolfgang Heubisch (FDP), dem früheren Wissenschaftsminister, der einst für „Technologietransferzentren im ländlichen Raum“ zuständig war. Eine Infoveranstaltung in Penzberg zu dem Vorschlag musste indes wegen der Pandemie ausfallen. Vorgefühlt hat die FDP aber auch bei Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) und Wirtschaftsförderin Monique van Eijk. Man sei auf offene Ohren gestoßen, sagt Böge. Kontakt gebe es auch zu Armin Jabs von der BfP, die „Coworking“ selbst im Wahlprogramm stehen hatte, und zu CSU-Stadtratsmitgliedern. Er glaubt auch, dass es Synergieeffekte geben könnte, wenn in der Rathauspassage das „Wohnzimmer“-Projekt umgesetzt würde. Dort könnte die Gastronomie genutzt werden. „Oder man geht rüber zu einer Besprechung beim Kaffee.“ Derzeit arbeitet die FDP allerdings noch an ihrem Antrag, gerade was die Finanzierung betrifft. Es sollte „die schwarze Null“ stehen, um einen Antrag im Stadtrat durchzubringen, sagt Böge.

Für alte Stadtbücherei gab es in der Vergangenheit schon viele Vorschläge

Für die alte Stadtbücherei hatte es in den zurückliegenden Jahren schon viele Vorschlägen gegeben: vom Jugendtreff über einen Senioren-Begegnungsstätte bis zu einem „Haus der Vereine“. Im vergangenen April hatte es seitens der Stadt geheißen, dass drei Varianten für das Gebäude mit seinen drei Etagen geprüft würden: eine „minimale Instandsetzung“, eine umfangreiche Sanierung samt Aufstockung und einen Abriss und Neubau.

Auch interessant

Kommentare