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Als der Platz der Städtepartnerschaft im vergangenen Juli eingeweiht wurde, waren die befreundeten Städte Lugau und Differdingen schon dabei.

Neue Städtepartnerschaften

Aus drei werden fünf: Penzberger Ehe mit Differdingen und Lugau

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Seit vielen Jahren pflegt Penzberg drei offizielle Städtepartnerschaften: mit dem französischen Langon, dem Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg und dem westfälischen Ahlen. Nun kommen auf einen Schlag zwei dazu: Differdingen in Luxemburg und das sächsische Lugau. Beide haben sich in Penzberg bereits verewigt.

Penzberg– Dass Penzberg zwei neue Städtepartnerschaften eingeht, ist kein Zufall. Mit Differdingen, einer 27 000-Einwohner-Stadt in Luxemburg, besteht bereits seit September 2007 eine Verbindung. Damals war Penzberg eine Städtepartnerschaft mit dem westfälischen Ahlen eingegangen, das seinerseits seit 1982 mit Differdingen partnerschaftlich verbunden ist. Nun soll daraus ein offizielles Dreiecksverhältnis werden. Noch länger als mit Differdingen bestehen die Penzberger Kontakte zum sächsischen Lugau, einem 8000-Einwohner-Ort im Erzgebirge. Nämlich bereits seit 30 Jahren. Ein Jahr nach dem Mauerfall 1989 war eine Penzberger Delegation nach Lugau gereist, um dort beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung zu helfen. Die Initiative zu dieser Aufbauhilfe kam damals von den kommunalen Spitzenverbänden in Bayern. Die Unterstützung lief einige Jahre, die Kontakte brachen danach aber nie ab.

Penzberg, Differdingen und Lugau legalisieren „gschlampertes Verhältnis“

Differdingen und Lugau waren in Penzberg auch vertreten, als im vergangenen Juli der neue „Platz der Städtepartnerschaft“ eingeweiht wurde. Lugau stiftete dafür eine „Mehlbeere“, bekannt auch als Vogelbeere oder Eberesche. Die Vertreter aus Differdingen brachten zum Festakt eine Flatterulme mit, die ebenfalls auf dem Platz eingepflanzt wurde.

Die – auf gut bairisch – „gschlamperten Verhältnisse“ werden nun quasi legalisiert. Soll heißen: Aus den beiden Städtefreundschaften werden offiziell Städtepartnerschaften. Der Penzberger Stadtrat stimmte dem vor kurzem geschlossen zu. Differdingen in Luxemburg gab der Ehe bereits zuvor sein Plazet. In Lugau steht der Beschluss im Kommunalparlament noch aus. In der Ratssitzung Anfang Februar warb der dortige Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) allerdings schon mal für die Verbindung.

Das sächsische Lugau hat eine Bergwerksvergangenheit

Zwischen Penzberg und Lugau bestehen historische Parallelen. Wie Penzberg hat der Ort in Sachsen eine Bergwerksvergangenheit. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden dort Schachtanlagen zum Abbau von Steinkohle. Das Lugau-Oelsnitzer Steinkohlerevier bedeutete einen Aufschwung für die Region. 1924 erhielt Lugau das Stadtrecht. 1971 endete die Kohle-Förderung. Nur fünf Jahre, nachdem in Penzberg das Bergwerk geschlossen wurde. Heute befindet sich in Lugau, das in der Nähe von Chemnitz liegt, einer der modernsten Blankstahlbetriebe der Welt. An den Steinkohlebergbau erinnern noch ein 18 Kilometer langer Steinkohlenweg und der Kohlbahnradweg.

Differdingen in eine Luxemburger Hochburg der Stahlindustrie

Differdingen ist eine Hochburg der Luxemburger Stahlindustrie. Im 19. Jahrhundert waren in dem Gebiet, das im Dreiländereck mit Belgien und Frankreich liegt, Eisenerzvorkommen entdeckt worden. Durch den Zuzug vieler Arbeiter aus Portugal und Italien weist die drittgrößte Stadt Luxemburgs heute einen Migrationsanteil von über 50 Prozent auf. In den Siebzigerjahren wurde die Produktion in der Stahlkrise zurückgefahren. Das Stahlwerk gehört heute zum weltweit größten Stahlproduzenten ArcelorMittal. Der 541 Meter hohe „Freedom Tower“ in New York, der nach den Anschlägen auf das World Trade Center entstand, wurde mit Differdinger Stahlträgern gebaut.

Im Penzberger Stadtrat wurden die neuen Partnerschaften begrüßt, allerdings mit der Mahnung versehen, dass sie von der Bevölkerung getragen werden müssen. Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) erklärte dazu, dass Differdingen zum Beispiel im Rahmen eines Sprachenunterrichts einen Austausch mit Gymnasiasten und Realschülern vorgeschlagen habe.

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