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Aufeinandertreffen im Rathaus: (v.l.) die HAP-Betriebsräte Ulf Wiedemann und Bayram Yerli, Gewerkschafterin Daniela Fischer, HAP-Betriebsrat Thomas Nachtmann, Bürgerm eisterin Elke Zehetner und Hörmann-Konzernchef Michael Radke. 

Mitarbeiter in Sorge

Aus für HAP-Werk: Wie viel Geld bleibt für Abfindungen?

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Nächste Woche beginnen die Gespräche über Sozialplan und Abfindungen für die 630 Beschäftigten der HAP-Stammbelegschaft. Die Frage: Wie viel Geld erhalten sie für den Verlust ihrer Arbeitsplätze?

Penzberg – Der Hörmann-Konzern hat 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die IG Metall wirft dem Konzern aber vor, aus dem Topf auch andere Dinge zahlen zu wollen, dass also am Ende weniger überbleibt. Und sie wirft dem Konzern vor, dies an das Wohlverhalten der Mitarbeiter in den nächsten Monaten zu knüpfen. „Hörmann spielt mit der Hoffnung, überhaupt etwas zu bekommen“, so Daniela Fischer von der IG Metall Weilheim.

Dass die Verhandlungen hart werden, lässt ein Aufeinandertreffen im Penzberger Rathaus vermuten. Dort saß Konzernchef Michael Radke den Vertretern von IG Metall und Betriebsrat gegenüber. Bürgermeisterin Elke Zehetner hatte beide Seiten wenige Stunden nach dem angekündigten Aus für das Penzberger Werk zu einer Pressekonferenz gebeten. 

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Konzernchef Radke solle sich öffentlich erklären, sagte sie verärgert. Die Nachricht sei ein „herber Schlag“. Zehetner wiederholte zugleich, was sie bereits am Werkstor zu den Mitarbeitern gesagt hatte: „Die Stadt wird alles in ihrer Macht stehende tun, die Arbeitskräfte in Penzberg zu vermitteln.“ Gesprochen habe sie zudem mit der Landrätin, um die Suche auf den Landkreis auszudehnen. Zehetner will sich ebenso im Wirtschaftsministerium einen Termin geben lassen.

Rechtfertigen musste sich Konzernchef Radke in der Runde dafür, dass das Unternehmen zunächst die Öffentlichkeit und erst vier Stunden danach die Belegschaft informiert hatte. Radke sagte, dass das Unternehmen am Kapitalmarkt notiert sei und deshalb den „Regeln für ad-hoc-Mitteilungen“ unterliege. „Wir haben bestmöglich alle zeitnah informiert.“ 

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Die Entscheidung für das Aus begründete er, wie schon in der Pressemitteilung, mit der wirtschaftlich schwierigen Situation, dem hohen Arbeitskostenniveau und dem starken Wettbewerbsdruck in der Blechverarbeitung. Firmen in Osteuropa würden dies billiger anbieten. Zudem seien im letzten Jahr millionenschwere Aufträge verloren gegangen. Radke sagte, man habe selbst geglaubt, dass sich das Blatt noch wendet, und auch eine Großinvestition von 6,5 Millionen Euro am Laufen gehabt.

Dass die wirtschaftliche Lage schwierig ist – das bestätigten Betriebsratsvorsitzender Thomas Nachtmann und Gewerkschafterin Daniela Fischer. Damit endete aber die Gemeinsamkeit mit Radke. Der Hörmann-Konzern habe es jahrelang versäumt zu investieren, sagte Nachtmann. Die Mitarbeiter hätten dagegen durch Lohnverzicht 30 Millionen Euro eingebracht „für eine richtige Zukunft ohne Damoklesschwert“. Im Jahr 2015 sei man auch dem Dreijahresplan des Unternehmens mitgegangen, obwohl er Arbeitsplätze infrage stellte und das slowakische Werk beinhaltete.

HAP-Pleite in Penzberg: „Hörmann wollte gar nicht investieren“

 Komplexe Bauteile in Penzberg, einfache Teile im Osten – dies wäre ihm zufolge der Weg gewesen. Von Versäumnissen sprach auch Daniela Fischer von der IG Metall: Anstatt erst zu investieren und so neue Kunden zu gewinnen, wollte man zuerst neue Kunden. „Es war allen bewusst, dass man ohne Lackiererei keine Aufträge holen kann“, bestätigte Nachtmann. Ohne Investitionen sei auch absehbar gewesen, dass Aufträge verloren gehen. Stattdessen wurde der Vertrieb gekappt und wurden Anlagen verkauft, um die Liquidität zu sichern. Fischer: „Wir sind fest davon überzeugt, dass Hörmann gar nicht in die Zukunft investieren wollte.“

Sie warf dem Konzern auch vor, dass keine Zeit für eine Auffanggesellschaft bleibt. Ebenso kritisierte sie, dass er aus dem 20-Millionen-Euro-Topf nicht nur die Abfindungen zahlen will, sondern zum Beispiel auch einen Härtefall-Fonds und Mobilitätshilfen, dafür also nicht extra Geld bereitsteht. Nachtmann kündigte an: „Wir werden um unsere Abfindungen und den Sozialplan kämpfen.“ Und: „Wir werden nicht warten, bis wir nicht mehr gebraucht werden.“  wos

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