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Protest: Im Dezember demonstrierten HAP-Mitarbeiter in Penzberg für den Erhalt der Arbeitsplätze. 

“Schaut nicht so toll aus“

“Zukunftskonzept“ mit gewaltigen Auswirkungen: Unternehmen will sich von 400 Mitarbeitern trennen 

Bis zu 400 Menschen könnten im HAP-Werk in Penzberg ihren Job verlieren. Das geht aus dem „Zukunftskonzept“ hervor, das jüngst dem Betriebsrat und der IG Metall vorgestellt wurde.

Penzberg – In einer internen Versammlung wurde dem Betriebsrat von HAP sowie der IG Metall bereits am Freitag das „Zukunftskonzept“ präsentiert. Erstellt wurde es laut dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Nachtmann von der Geschäftsleitung von „Hörmann Automotive Penzberg“ (HAP) und nicht etwa von der Hörmann-Holding in Kirchseeon. „Das Konzept beinhaltet einen Stellenabbau von bis zu 400 Stellen in den nächsten zwei bis drei Jahren“, erläutert Nachtmann auf Nachfrage.

Wie berichtet, hatte die IG Metall bereits Ende 2018 einen Abbau in dieser Größenordnung befürchtet. Derzeit sind bei HAP über 600 Stamm-Mitarbeiter beschäftigt, dazu rund 70 Leiharbeiter. Sollte das Konzept umgesetzt werden, würde weit mehr als die Hälfte der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren.

Begründung: Liefervertrag mit Hauptkunde MAN läuft aus

Begründet wird der Stellenabbau angeblich unter anderem mit der Tatsache, dass der Rahmenliefervertrag mit dem Hauptkunden MAN Ende 2019 ausläuft. MAN könnte seine Aufträge ab dann an billigere Herstellerfirmen – etwa in Osteuropa – vergeben.

Dadurch würde HAP wichtige Aufträge zur Fertigung von Rahmenbauteilen verlieren, so Nachtmann. „Was HAP an Aufträgen konkret verliert, wissen wir noch nicht genau“, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Man rechne aber damit, dass „Umsätze im großen Stil“ verloren gehen werden. Das vorgelegte Sanierungskonzept für HAP sieht laut Nachtmann neben dem Stellenabbau Investitionen „im zweistelligen Millionenbereich“ vor, um notwendige Modernisierungen am Standort Penzberg vorzunehmen. Beispielsweise solle in ein neues sogenanntes Laser- und Abkant-Zentrum investiert werden. Der Betriebsrat, so Nachtmann, habe sich in der Vergangenheit stets für ein Zukunftskonzept unter dem Motto „Wachstum“ ausgesprochen; dabei wären unter anderem der Bau einer neuen Lackieranlage sowie eines Logistikzentrums auf dem Penzberger Werksgelände wesentliche Punkte gewesen. „Das kommt definitiv nicht“, so Nachtmann.

Mitarbeiter fürchten weiteren Stellenabbau und Standortschließung

Ob das von HAP nun vorgelegte Konzept tatsächlich realisiert wird, ist laut Nachtmann aber noch unklar. Für ihn ist fraglich, ob die Hörmann-Holding das Konzept mittragen wird. „Das Konzept ist finanziell noch nicht vom Gesellschafter abgesegnet“, so Nachtmann. Er fürchtet, dass noch mehr Stellen wegfallen könnten. „Es schaut nicht so toll aus.“

Ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte, befürchtet gar, dass der Standort Penzberg nicht überlebt.

Verhandlung zur Zukunft von HAP am 15. Februar

Eine Konzernsprecherin bestätigte auf Nachfrage, dass das Konzept noch nicht das Okay der Hörmann-Holding hat. Bis Ende Februar müsse das vorgelegte Zukunftskonzept „noch einer detaillierten Prüfung der Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit durch Experten unterzogen werden“, hieß es. Die Ergebnisse würden erst nach erfolgter Überprüfung kommuniziert, um die Umsetzbarkeit sicherzustellen, so der Konzern.

Laut dem Betriebsratsvorsitzenden Nachtmann ist für den 15. Februar ein Verhandlungstermin zur Zukunft von HAP angesetzt. „Bis dahin hoffen wir auf genauere Informationen.“ Bei der IG Metall in Weilheim war am Dienstag kein Zuständiger für eine Stellungnahme zu erreichen.

Franziska Seliger

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