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Penzberg: Bocksberger und Lenk sind Bürgermeister-Stellvertreter

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Von: Franziska Seliger

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So wahr mir Gott helfe! Bürgermeister Stefan Korpan (r.) vereidigt die neuen Stadträte (v.l.) John-Christian Eilert, Aleksandar Trifunovic, Christian Abt, Bayram Yerli, Elke Zehetner, Martin Janner, Anette Völker-Rasor, Katharina von Platen und Sebastian Fügener. © Seliger

Neun neue Stadträte wurden in der konstituierenden Sitzung des Penzberger Stadtrats am Dienstag vereidigt. Auch der neu gewählte Bürgermeister Stefan Korpan legte seinen Amtseid ab. Entgegen dem ursprünglichen Wunsch einiger Fraktionen stehen ihm wieder zwei Stellvertreter zur Seite.

Penzberg – Dass Markus Bocksberger in der konstituierenden Sitzung des Penzberger Stadtrats zum zweiten Bürgermeister gewählt wurde, dürfte kaum jemanden überraschen, galt der Politiker von „Penzberg Miteinander“ (PM) doch seit längerem als gesetzt für diesen Posten. In der Sitzung wurde er nun von der CSU-Fraktion ganz offiziell für dieses Amt vorgeschlagen. Adrian Leinweber (SPD) versuchte zwar noch, seinen Fraktionskollegen Hardi Lenk ins Spiel zu bringen. Mit 17 zu 8 Stimmen votierten die Wahlberechtigten jedoch in geheimer Wahl mehrheitlich für den PM-Kandidaten Bocksberger. 

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Eine schnelles und eindeutiges Ergebnis, das sich bei der Wahl des Dritten Bürgermeisters nicht wiederholte. Anders als Äußerungen im Wahlkampf hätten vermuten lassen, sprach sich der Stadtrat mehrheitlich für die Neubesetzung dieses Postens aus. Lediglich die PM-Fraktion votierte mit vier Stimmen dagegen.

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Vereidigung des neuen zweiten Bürgermeisters, Markus Bocksberger. © Seliger

Kerstin Engel von den Grünen, die sich noch vor einiger Zeit ebenfalls zweifelnd zur Notwendigkeit eines Dritten Bürgermeisters geäußert hatte, revidierte in der Sitzung diese Ansicht. Grund sei, wie sie sagte, die plötzliche Erkrankung von Bürgermeister Stefan Korpan, der vergangene Woche schon kurz nach Amtsantritt ins Krankenhaus musste. Angesichts dessen, so Engel, „sehe ich ein, dass es (ein Dritter Bürgermeister; Anm. d. Red.) vielleicht zweckmäßig ist“, sagte Engel. Am praktischen Beispiel Korpans habe man gesehen, wie schnell man Bürgermeister-Stellvertreter brauchen könne. Sie dienten ja auch zur Entlastung des Rathauschefs, gab Engel zu Bedenken.

Bürgermeister Korpan muss sich einem Eingriff unterziehen

Schlimm erkrankt ist Korpan glücklicherweise nicht. Wie er auf Nachfrage am gestrigen Mittwoch sagte, leide er an einem Nierenstein, der im Laufe der kommenden Wochen mit einem minimalen Eingriff entfernt werden müsse.

Vorgeschlagen für den Posten des Dritten Bürgermeisters wurden Armin Jabs (BfP), Hardi Lenk (SPD) und Kerstin Engel (Grüne). Nach dem ersten Wahlgang kamen Lenk und Engel per Losentscheid in die Stichwahl. Keiner der Drei konnte im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit auf sich vereinen. Äußerst knapp, mit 13 zu 12 Stimmen, wurde Lenk schließlich zum Dritten Bürgermeister gewählt.

In seiner Antrittsrede konnte es Korpan nicht lassen, wenigstens noch einmal kurz in der Wunde der Penzberger SPD zu rühren. Mit seiner Wahl zum neuen CSU-Bürgermeister und der Wahl von sechs CSU-Stadträten gingen 100 Jahre „sozialdemokratische Dominanz“ in Penzberg zu Ende.

„In meinem Amt sehe ich mich jetzt aber nicht als ‘CSU‘-Meister, sondern vielmehr als Bürgermeister aller Penzberger“, betonte Korpan und warb für einen „runderneuerten Ansatz in der Stadtpolitik“. Er wünsche sich, dass die Menschen in Penzberg ihr Vertrauen in die Arbeit des Stadtrates, der Verwaltung und des Bürgermeisters zurückgewinnen. „Die Bürger erwarten von uns (...), dass sie bei wichtigen Entscheidungen rechtzeitig und umfassend einbezogen werden“, so Korpan. Das wolle er tun. Beispielsweise bei der Entwicklung eines nachhaltigen ökologischen Konzepts für die Zukunft der Stadt. Weitere „Herzensangelegenheiten“ seien ihm unter anderem die Stärkung des Ehrenamts und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

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Hardi Lenk wurde nach einer Stichwahl dritter Bürgermeister. © Seliger

Angesichts der Corona-Pandemie und ihrer noch ungewissen Auswirkungen auf die städtischen Finanzen plädierte er dafür, „bei neuen Investitionen vorsichtig“ zu sein. Zunächst sollten begonnene Projekte – etwa der Umbau des Metropol-Kinos oder die Sanierung der Josef-Boos-Turnhalle – abgearbeitet werden. Möglicherweise stehe auch eine Umstrukturierung der Verwaltung an.

Seinen Stadtratskollegen reichte er die Hand für eine „konstruktive und sachorientierte Zusammenarbeit“. Er strebe einen regen Austausch zwischen den Fraktionen an und wolle keine benachteiligen. Mit „Herzblut, Engagement und Demut“ wolle er sein Amt ausüben. „Meine fehlende kommunalpolitische Erfahrung muss kein Nachteil sein, wenn es darum geht, neue Wege zu beschreiten“, sagte Korpan und versicherte: „Ich werde immer mein Bestes zum Wohle dieser liebens- und lebenswerten Stadt geben.“

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